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Jazzkonzert auf (Erfolgs-)Rezept





Burbach
Jazzkonzert auf (Erfolgs-)Rezept
Von  Stefan Uhrmacher, 
20. März 2017, 02:00 Uhr
Die Band Malstatt spielte in Burbach. Das „Jazz Loft Project“ läuft gut an.

Die Sache laufe gut an, sagt Oliver Strauch. Die Rede ist vom neuen „Jazz Loft Project“, mit dem der Saarbrücker Schlagzeuger und Jazzprofessor der Hochschule für Musik (HfM) junge Musiker quasi ins traute Heim vermitteln will.

Die Idee: Da es lokal wenig öffentliche Auftrittsorte für Jazz gibt, können Interessenten die Künstler einladen: zu sich nach Hause, in die Arztpraxis, in ein leeres Ladenlokal oder wohin auch immer. Entlohnt wird via Hutsammlung. Vier Termine habe es bereits gegeben, so Strauch, weitere seien vereinbart, darunter richtige Wohnzimmerkonzerte.

Am Freitag spielte nun die Band „Malstatt“ im Kultur- und Lesezentrum Burbach. Steffi Ludwig, die Leiterin der Begegnungsstätte am Burbacher Markt, hatte bei Strauch angefragt, der die überwiegend aus HfM-Studenten bestehende Combo empfohlen hatte. Zur Livemusik gab's Rezitation mit der Schauspielerin Birgit Giokas.

Ein heimeliger Veranstaltungsort für das Jazz Loft Project: Bücherregale links und rechts; in dieser einladenden Atmosphäre ließ es sich trefflich musizieren. Und die „Malstatt“-Musiker, die seit eineinhalb Jahren zusammen sind, passten sich in Sachen Lautstärke gut der kleinen Räumlichkeit an.

Das war nicht leicht, denn Max Ischebeck (E-Gitarre), Mike Balzer (Keyboards), Anne Stehrer (E-Bass) und Julian Duprat-Petrich (Schlagzeug) schlugen auch rockige Töne an: Lastende verzerrte Gitarrenakkorde trafen auf fragile jazzige Klänge, so das Konzept. Und das Schöne: Bei allen Stolpertakten gab es genügend melodische, harmonische und rhythmische Wendungen, die unmittelbar ins Ohr wanderten.

Mit sonorem Timbre und ohne Mikrofon las Birgit Giokas aus Rainer Maria Rilkes berühmter Soldatenballade „Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“ (1899), die in die kriegerische Welt des 17. Jahrhunderts entführte.

Die Übergänge zwischen Text und Livemusik waren fließend, das heißt: Manches Mal wurde Giokas Stimme etwa von dezenten Keyboard- oder Percussion-Sounds getragen. Dieses Miteinander ließe sich noch intensivieren, dennoch verdienter Beifall in der kleinen Runde.


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