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Ein lehrreiches Theaterstück motivierte Kinder dazu, sich Hilfe zu holen, wenn sie gequält werden





Alt-Saarbrücken
Verein Nele will Kinder schützen und stark machen
Ein lehrreiches Theaterstück motivierte Kinder dazu, sich Hilfe zu holen, wenn sie gequält werden

02. Dezember 2016, 02:00 Uhr
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Szene aus dem Theaterstück, das Kinder aufruft: Holt euch Hilfe. Foto: Nicole Burkhardt

Foto: Nicole Burkhardt
Nele, der Verein gegen sexuelle Ausbeutung von Mädchen, vermittelt Kindern Selbstbewusstsein und zeigt ihnen, wo sie Hilfe finden, wenn Erwachsene sie misshandeln und missbrauchen. Jetzt ließ Nele ein lehrreiches Theaterstück für Kinder an der Volkshochschule zeigen.

Fast alle Kinder im Publikum beteiligen sich an dem Theaterstück, dass die Vereine Nele aus Saarbrücken und Zartbitter aus Köln am Dienstagvormittag in der Volkshochschule zeigen.

„Wer kann euch helfen, wenn ihr euch schlecht fühlt?“, fragen Karsten und Eva von Zartbitter. „Meine Mama, mein Bruder, mein Onkel und meine Katze“, sagt ein Mädchen. Es sei gut, sich das bewusst zu machen, vielleicht sogar aufzuschreiben, damit einem im entscheidenden Moment einfällt, wen man fragen kann.

In dem Theaterstück ist das für die Protagonistin Tine nicht ganz so einfach. Zwischen zahlreichen Umzugskartons steht sie in ihrem Zimmer und sucht Dolores, ihr Lieblingskuscheltier. Tines Eltern sind gerade mit dem Umzug beschäftigt und haben andere Dinge im Kopf, als sich um Tines Probleme zu kümmern.

Da taucht unerwartet Teugel auf, eine Fantasiefigur. Teugel hat kleine Engelsflügel und Teufelshörner, ist aber noch in der Entwicklungsphase zum Schutzengel, als letzte Prüfung muss er jemanden retten. Da ist er bei Tine an der richtigen Stelle gelandet. Die Grundschülerin wird von ihrer Mitschülerin Denise schikaniert, die klaut Tines Pausenbrot, wirft Tine zu Boden oder zieht ihren Rock hoch. „Ruf' doch einfach den Vater von Denise an“, versucht Teugel zu helfen. Auf lustige Art und Weise stellen die beiden Hauptdarsteller die Optionen dar und spielen unterschiedliche Reaktionen durch.

„Immer ist meine arme Denise Schuld, das glaube ich nicht“, reagiert der Vater beispielsweise. Die Busfahrerin ist gestresst und interessiert sich wenig für die Bedürfnisse des Kindes. „Außerdem bin ich doch keine Petze“, wirft Tine ein. Daraufhin macht Teugel aus der Frage die Quizshow „petzen oder Hilfe holen“ und verdeutlicht Tine, dass man manchmal Hilfe holen muss und es nicht immer „petzen“ ist. Die Grundschulkinder im Publikum sind Feuer und Flamme. Als die Publikumsfrage kommt, sind sich alle einig: Die Reaktion heißt „Hilfe holen“ und nicht „petzen“.

Am Schluss kann Teugel das Problem mit einem Trick lösen und wird zum Schutzengel. Gesangseinlagen der Schauspieler lockern das Stück, auf und lustige Passagen sind so feinfühlig und kreativ integriert, dass das schwierige Thema keineswegs ins Lächerliche gezogen wird.

Themen, wie sexuelle Ausbeutung von Kindern sensibel anzusprechen, ohne Angst zu machen, ist eine schwierige Angelegenheit. „Für die Kinder ist es wichtig zu wissen, welche Rechte sie gegenüber Erwachsenen haben, dass niemand Fotos in der Umkleidekabine machen darf zum Beispiel“, erklärt Lisa Grimm vom Verein Nele. Es sei nicht mehr ungewöhnlich, dass Grundschulkinder Smartphones haben. Sie wüssten aber selten, was für Konsequenzen es haben kann, Fotos zu verschicken oder ins Internet zu stellen.

nele-saarland.de



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