ALLESPROFIS.DE - Profis für alle Lebenslagen
Sie sind hier: HomeSaarlandRegionalverband SaarbrückenLandeshauptstadt

Vom Netzkind zum Netzexperten





Vom Netzkind zum Netzexperten
Von SZ-Redaktionsmitglied Marc Prams,  28. September 2012, 00:14 Uhr
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten. sb-np-alexfuchs7.jpg_8034._7315

Saarbrücken. "Liebe Netzgemeinde: Ihr werdet den Kampf verlieren. … Das Web 2.0 wird bald Geschichte sein. Es stellt sich nur die Frage, wie viel digitales Blut bis dahin vergossen wird." Wer solche Sätze von sich gebe, dürfe sich nicht über die Reaktion wundern, sagt Alex Fuchs, Autor des Buches "Netzkinder gegen Offliner. Danke Internet
Saarbrücken. "Liebe Netzgemeinde: Ihr werdet den Kampf verlieren. … Das Web 2.0 wird bald Geschichte sein. Es stellt sich nur die Frage, wie viel digitales Blut bis dahin vergossen wird." Wer solche Sätze von sich gebe, dürfe sich nicht über die Reaktion wundern, sagt Alex Fuchs, Autor des Buches "Netzkinder gegen Offliner. Danke Internet."

Die Sätze stammen aus der Feder des CDU-Politikers Ansgar Heveling, der bis zum 30. Januar dieses Jahres ein eher unbemerktes Hinterbänkler-Dasein im Bundestag fristete. Dann erschien sein Gastkommentar "Netzgemeinde, ihr werdet den Kampf verlieren!" im "Handelsblatt" und löste im Internet eine Welle der Empörung aus, auch "Shitstorm" genannt. "Das war nun mal ein blöder Text, und er hat das Echo kassiert", sagt Fuchs, der an dem Shitstorm nicht ganz unbeteiligt war. Über Twitter verbreitete er damals das Passwort von Hevelings Webseite, was dazu führte, dass dort kurze Zeit später zu lesen war, Heveling würde aus der CDU austreten und andere Unwahrheiten. Verfasst von jener Netzgemeinde, der der Politiker mit seinem Artikel den Fehdehandschuh hingeworfen hatte. "Das Passwort seiner Seite war sein Name. Noch einfacher geht es nicht", sagt Fuchs und amüsiert sich noch immer darüber.

Der Webentwickler aus Saarbrücken, der sich selbst als Netzkind bezeichnet, kann viele solcher Geschichten erzählen. Etliche finden sich in seinem Buch wieder, das vor einem halben Jahr ausschließlich als eBook, also zum Runterladen, bei Amazon erschienen ist. "Ich habe einfach mal aufgeschrieben, was mir auf der Seele brannte. Auch netzpolitische Ereignisse, die oftmals sehr oberflächlich behandelt werden." Mehr als 600 Mal wurde das Buch mittlerweile verkauft. "Wenn man bedenkt, dass kein Verlag dahintersteckt und ich keine Werbung geschaltet habe, bin ich damit absolut zufrieden", sagt Fuchs.

Als Aufklärer, der mit erhobenem Zeigefinger warnt, sieht er sich keineswegs. Vielmehr möchte er, dass "die Leute sich besser informieren. Gerade über kritische Themen." Und das versucht er mit viel Witz und Ironie zu erreichen. "Sätze wie 'Das reale Leben wird überbewertet' sind natürlich nicht ernst gemeint", erklärt Fuchs, der seit sieben Jahren den Blog "1337core" betreibt. Dort beschäftigt er sich unter anderem mit Internetphänomenen und Sicherheit im Netz. Über Sicherheit im Netz hält er mittlerweile Vorträge, unter anderem an der Saarbrücker Uni. Auch dabei kann er auf eigene Erfahrungen zurückgreifen. So habe er zum Beispiel eine Sicherheitslücke auf der Seite des Weißen Hauses entdeckte, und dort mal eben Musik alter Computerspiele hochgeladen. "Ich habe die Lücke nicht öffentlich gemacht, sondern das Weiße Haus darauf hingewiesen." Und zwei Tage schlecht geschlafen. "Man weiß ja nie, wie die Reaktionen sind. Aber dann kam eine Mail, in der man sich bei mir bedankte. Das ist eine schöne Referenz." Ähnliches sei ihm auch auf der Seite der Nato gelungen, und das obwohl "ich kein Hacker bin. Jeder kann das, wenn er sich schlau macht. Auch darüber schreibe ich in meinem Buch". Für ihn sei es eine Art "sportliche Herausforderung", Lücken zu finden und darauf aufmerksam zu machen.

Ideen für ein weiteres Buch hat Fuchs zwar bereits gesammelt, aber noch schreibt er an seinem ersten Werk weiter. "Wer einmal für den Download gezahlt hat, bekommt jedes Update gratis dazu." Das ist Ehrensache für ein Netzkind wie Alex Fuchs.

Das eBook "Netzkinder gegen Offliner. Danke Internet." von Alexander Fuchs ist bei Amazon zum Preis von 3,37 Euro erhältlich. Ein spezieller eBook-Reader ist zum Lesen nicht notwendig. Eine Printausgabe würde etwa 160 Seiten umfassen. Der Autor schreibt regelmäßig an dem Buch weiter, Updates sind kostenlos.

1337core.de

"Ich bin kein Hacker. Das kann jeder,

wenn er sich

schlau macht."

Alex Fuchs




Teilen und diskutieren

Kommentieren Sie diesen Beitrag über Facebook, Twitter oder Google+:

FACEBOOK
GOOGLE+
TWITTER



Anzeige
Neu für Vereine:
SaarZeitung

Termin melden

Text schicken
Lokalausgabe Saarbrücken
Saarbrücken-App:

Saarbrücken total für unterwegs. Eine App mit aktuellen Informationen rund um Saarbrücken für Bürger, Touristen, Nachtschwärmer, Geschäftsleute und alle, die wissen wollen, was die saarländische Metropole zu bieten hat.



App der Stadt Saarbrücken in Zusammenarbeit mit SZ Digital Service > Mehr Infos

Jetzt die SZ lesen:

ANZEIGE
Tipps


ANZEIGE
Beilagen




Anzeige