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Wirtschaftsministerium zum Stand in Sachen Südumgehung





Riegelsberg
Südumgehung lässt weiter auf sich warten
Wirtschaftsministerium zum Stand in Sachen Südumgehung

Von  Fredy Dittgen, 
19. Oktober 2016, 02:00 Uhr
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Die Südumgehung würde auch die Hixberger Straße in Riegelsberg vom Durchgangsverkehr entlasten. Archivfoto: Fred Kiefer
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Wolfgang Kerkhoff

In der Wolfskaulstraße in Riegelsberg gründet sich eine Interessengemeinschaft (IG), die eine Verkehrsberuhigung fordert. Bürgermeister Klaus Häusle (SPD) meint, dass nur die Südumgehung die Probleme in Pflugscheid lösen könne. Anke Reichert-Woll von der IG Wolfskaulstraße glaubt jedoch nicht, dass diese Umgehungsstraße jemals gebaut wird. Wir haben in den Archiven geblättert und bei den Behörden nachgefragt.

Schon 1974 rollten täglich fast 15 000 Fahrzeuge durch die Straßen in Pflugscheid, heute sind es um die 20 000. Deshalb übergab der damalige Stadtverband Saarbrücken der Gemeinde am 20. Februar 1974 die Planunterlagen zur Weiterführung der Püttlinger Umgehungsstraße „Waldrandtrasse“. Der Riegelsberger Gemeinderat lehnte diese Trasse jedoch am 18. Juni 1974 ab und forderte stattdessen eine Von-der-Heydt-Trasse.

Das Umweltministerium stellte am 19. Januar 1978 die Planungen ein, ohne dass es aus Riegelsberg Einwände gab. Erst am 21. November 1983 bat der Gemeinderat das Umweltministerium, die Planungen wieder aufzunehmen. Das Ministerium tat es und legte am 19. Mai 1988 die möglichen Trassenvarianten für eine Südumgehung vor. Nach einer Bürgerbefragung gab der Gemeinderat am 11. Juli 1988 der Von-der-Heydt-Trasse den Vorzug und gab ein Verkehrsgutachten in Auftrag.

Dann der Schock

Am 21. August 1990 beschloss der Gemeinderat, wie im Gutachten empfohlen, die Südumgehung über die Waldrandtrasse bauen zu lassen. Dann der Schock: 1991 erstellte ein Ingenieurbüro eine Umweltverträglichkeitsstudie und sagte in einer Bürgerversammlung am 17. Juli 1992, dass aus Umwelt- und Kostengründen keine Umgehungsstraße gebaut werden könne. Die Gemeinde wehrte sich, das Umweltministerium prüfte die Aussagen des Ingenieurbüros, bestätigte sie und stellte die Planungen am 16. Juli 1996 wieder ein. In einer Bürgerversammlung am 14. April 1997 hieß es, dass keine Südumgehung gebaut werden könne.

Das finanziell damals noch gesunde Riegelsberg beschloss im August 1998, die Südumgehung als Gemeindestraße selbst zu bauen. Der Beschluss wurde allerdings nie umgesetzt. Acht Jahre später nahm das Land die Sache in die Hand, übernahm den Planungsbetrieb und sagte die Finanzierung zu. Am 5. November 2007 stellte das Wirtschaftsministerium die Pläne vor und bezeichnete die Waldrandtrasse als sinnvollste aller möglichen Varianten. Baubeginn sollte 2011 sein.

Doch im Januar 2010 wurde im Rahmen einer erneuten Umweltverträglichkeitsstudie ein Fledermaus-Vorkommen entdeckt – die Planungen stoppten, bis im September 2011 eine neue Trassenführung gefunden wurde (siehe Infokasten). Das Planfeststellungsverfahren sollte im Frühjahr 2013 beginnen, der Baubeginn wurde für 2014 versprochen. Doch dann wurde das Planfeststellungsverfahren wegen zusätzlicher Kosten-Nutzen-Untersuchungen auf 2014 verschoben. Und seitdem hörte man nichts mehr aus dem Ministerium. Zum aktuellen Stand in Sachen Südumgehung hat die Saarbrücker Zeitung im saarländischen Wirtschaftsministerium nachgefragt. Pressesprecher Wolfgang Kerkhoff teilte mit, dass derzeit noch die Entwurfsplanung laufe. Und die sei sehr aufwändig. Die anvisierte Trasse quere den Quellbereich des Burbaches, führte Kerkhoff aus. Hierzu musste es eine Variantenuntersuchung inklusive Kostenschätzung geben, da der ursprünglich geplante Durchlass nicht realisierbar war. Jetzt werde in Abstimmung mit dem Umweltministerium und dem Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz einer Brücke der Vorzug gegeben. Um diese planen zu können, müssen die technische Umsetzung geprüft und Baugrundgutachten erstellt werden. „Es gibt keine Patentrezepte. Das ist nicht schön für die Riegelsberger, das ist allen Beteiligten bewusst“, sagte Kerkhoff. Zudem seien bei den Untersuchungen des Baugrundes im Bereich der geplanten Trasse Wetterstollen und Kohleflöze sowie Positionen mit tagesnahem Abbau festgestellt worden, die eine eingehende Abstimmung mit dem Bergbauunternehmen RAG notwendig machten. Parallel dazu wurden Standsicherheit und mögliche Gasaustritte genauer untersucht. „Aufgrund der Tatsache, dass die tierökologischen Erhebungen länger als drei Jahre zurücklagen, wurde eine Aktualisierung erforderlich. Hierzu war ein weiteres Erhebungsjahr unabdingbar“, erklärte Kerkhoff. Kurzum: Die Sache brauche noch Zeit, der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) sei noch nicht so weit, dass die Planfeststellung in Angriff genommen werden könne. Unabhängig davon seien Fragen der Ausfinanzierung ja auch noch nicht abschließend beantwortet, fügte Kerkhoff hinzu.

riegelsberg.de

Zum Thema:

Auf einen Blick Die Riegelsberger Südumgehung: Die etwa 3,5 Kilometer lange, 7,50 Meter breite, zweispurige Straße soll von der A 1 entlang der Holzer Straße über eine 35 Meter breite Brücke führen, die die Saarbrücker Straße und die Saarbahntrasse quert. Weiter gehen soll es hinter Wolfskaul- und Hixberger Straße am Waldrand entlang zum Schocksberg. Zwei Kreisel an der Altenkesseler Straße und der Püttlinger Straße sollen die Verkehre aus Saarbrücken/Altenkessel sowie aus Püttlingen/Köllerbach anbinden. Ein drei Meter hoher Sichtschutzwall zwischen Trasse und der Hixberger Straße soll die Anwohner vor Lärm schützen. dg



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