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Die Sache mit dem toten Pferd



Die Sache mit dem toten Pferd
20. April 2017, 02:00 Uhr
„Wenn du entdeckst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab.“ Diese Weisheit wird den Dakota-Indianern zugeschrieben. Ich ergänze: Wenn Du ständig das Gefühl hast, dass das Pferd unter Dir tot ist und Du es wechseln musst, denke darüber nach, mit dem Reiten aufzuhören.

Die Erkenntnis ist nicht neu, aber es gibt Menschen, die haben damit mehr Erfahrung als andere. Deshalb, vermute ich, sagt Mirko Welsch: „Einen toten Gaul kann man nicht reiten.“ Mirko Welsch hat einige – um in seiner Sprache zu bleiben – politische Gäule geritten. Er war mal in der FDP. Er hat die Bürgerlich-Demokratische Partei mitgegründet und war deren Bundesgeschäftsführer und Generalsekretär. In der Freien Union Saar war er Geschäftsführer. Kann sein, dass er noch in einer anderen Partei war. Ich habe da den Überblick verloren.

Mirko Welsch ist dann jedenfalls in die AfD eingetreten und auf deren Liste in den Bezirksrat Dudweiler eingerückt. Zwischendurch ist ein Foto aufgetaucht, das ihn knutschend mit einer NPD-Aktivistin zeigt.

Aus der AfD ist er vor ein paar Wochen ausgetreten – und hat wenige Tage später eine Demonstration gegen die AfD angemeldet. Als April-Scherz verschickte er die Meldung, dass er jetzt in die grüne Partei eingetreten sei. Wir hätten das fast gedruckt, weil uns auch das möglich schien. Sein neuestes Pferd heißt aber „BürgerBündnis Saar“. Da ist er Landesvorsitzender und Kreisvorsitzender und Vorsitzender für den Bezirksverband Dudweiler, hat er neulich mitgeteilt.

Und in den Bundestag will er auch. Ich hoffe, ich habe jetzt kein wichtiges Pferd vergessen.

Diese Pferde wiehern noch – Mirko Welsch verschickt nämlich regelmäßig Pressemitteilungen. Auch die mit dem „toten Gaul“ – er meint damit aber nicht seine aktuelle Partei, sondern die Fußgängerzone in Dudweiler.

Wäre Mirko Welsch kein Politiker, sondern Indianer, hätte er sich den Namen „Häuptling Totes Pferd“ also redlich verdient.

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