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Ein Hauch im Wind



Ein Hauch im Wind
Von  Ruth Rousselange, 
21. März 2017, 02:00 Uhr
Nicht nur der Zitronenfalter und das Pfauenauge – nein, auch der Krüppelschlehen-Zipfel- falter, der Zweibrütige Puzzlefalter und der gefährdete Skabiosen-Scheckenfalter sind in unserer Region zuhaus. Das hat Ruth Rousselange recherchiert.

Zart sind sie und kaum zu fassen, die Schmetterlinge. Sie sind wieder da, die Kohlweißlinge, Pfauenaugen und Zitronenfalter. Und das bedeutet: Nun ist wahrhaftig Frühling! Sehe ich die herrlichen Schmetterlinge durch die Luft flattern, kommt es mir gleich mindestens fünf Grad wärmer vor. Wer muss beim Anblick des strahlend gelben Zitronenfalters nicht auch an Eiscafés, glitzernde Badeseen und Sandalenwetter denken? Das Grüngelb seiner Flügel ist so frisch wie Eiscrème an den Lippen oder wie eine unerwartete Böe an schläfrigen Sommernachmittagen. Haben Sie das gewusst? Der Zitronenfalter kann gar ein Jahr alt werden, was für einen Falter reichlich ist. Im Winter geht er nicht auf Reisen, sondern hockt unbeweglich draußen unter einem Blatt, lässt sich einschneien und überlebt das aufgrund großzügiger Ausscheidung von Körperflüssigkeiten. Toll ist das, trotzdem, den Zitronenfalter kennt ja jedes Kind.

Doch wie ist es mit dem Krüppelschlehen-Zipfelfalter, schon von ihm gehört? Na sehen Sie! Er schwirrt bevorzugt durch die Vegetation des Bliesgaues. Weil ihm offenbar das Klima dort gefällt, die Kräutchen, Magerrasen und ganz besonders die Krüppelschlehe. Mir war sie bis dato unbekannt. Schlehe, o.k., das sagt mir etwas. Gleichwohl, man lernt ja gerne dazu. Die Krüppelschlehe ist eine niedrige Wuchsform des Schlehdorns - wie unspektakulär - und sie wächst bevorzugt in Nachbarschaft von Wachholder und Haselnuss.

Damit nicht genug, im Bliesgau haben auch der vom Aussterben bedrohte Zweibrütige Puzzlefalter und der gefährdete Skabiosen-Scheckenfalter ihr Habitat. Ein Asyl für Falter mit bemerkenswerten Namen scheint diese Ecke des Saarlandes zu sein. „Farbenstäubchen auf der Schwinge sommerlicher Schmetterlinge, flüchtig sind sie, sind vergänglich“, dichtete einst August Graf von Platen. Ja, stimmt, leider. Wo sie so schön sind. Gerade muss ich an Antonia S. Byatts „Morpho Eugenia“ denken, das ich vor langem las, eine gruselige Mär um den exotischen Morphofalter und eine bizarre Verwandlung. Übrigens, der Krüppelschlehen-Zipfelfalter, Familie Bläulinge, sieht nicht sonderlich spektakulär aus. Eher gräulich-braun mit ein bisschen Orange am Flügelrand, aber er hat hinten einen allerliebsten Zipfel, wie reizend…

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