ALLESPROFIS.DE - Profis für alle Lebenslagen
Sie sind hier: HomeSaarlandRegionalverband SaarbrückenGemeinde KleinblittersdorfKleinblittersdorf

Tierfreund trauert um Hängebauchschwein





Kleinblittersdorf
Tierfreund trauert um Hängebauchschwein
Von  Heiko Lehmann, 
09. Februar 2017, 02:00 Uhr
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Oliver Hector aus Auersmacher und Hängebauchschwein Rudi vermissen sehr das Hängebauchschwein-Mädchen Schnitzel. Ein Jäger tötete Schitzel am vorigen Sonntag. Hector will ihn auf jeden Fall anzeigen. Foto: Heiko Lehmann

Foto: Heiko Lehmann
Tödlicher Irrtum: Jäger verwechselt zahmes Tier offenbar mit einem Wildschwein, und es fallen Schüsse auf dem Wintringer Hof.

Am Sonntagmorgen hat ein Jäger auf dem Wintringer Hof bei Kleinblittersdorf ein Hängebauchschwein getötet. „Der Jäger schoss mit einer Pistole mehrmals auf das zutrauliche Schwein und stach dann auch noch mit dem Messer zu“, sagt Martina Schmitz-Hübsch. Sie wohnt auf dem Wintringer Hof, sah die Tat des Jägers mit an und filmte sogar mit ihrem Mobiltelefon.

Gegen sechs Uhr kam Martina Schmitz-Hübsch am Sonntagmorgen mit ihren Hunden vom Spazieren zurück und entdeckte plötzlich das Hängebauchschwein. „Es kam auf mich zu und hat geschnuppert. Dann ist es Richtung Kuhstall gelaufen. Vielleicht hat es das Futter gerochen“, sagt Martina Schmitz-Hübsch.

Zur gleichen Zeit war Oliver Hector aus Auersmacher mit seiner Frau und seinem Hund auf den Auersmacher Feldern unterwegs und suchte sein Hängebauchschwein „Schnitzel“. „Am Samstagabend wurde bei uns der Schweinestall aufgebrochen, und meine Schweine Schnitzel und Rudi wurden rausgeschleppt. Eine Nachbarin sah die Schweine auf der Straße rumlaufen und informierte mich“, sagt Hector, der mit seinem Suchtrupp wenig später nur Rudi finden konnte. Schnitzel war weg.

Martina Schmitz-Hübsch informierte am Sonntagmorgen vom Wintringer Hof aus – etwa sieben Kilometer von Auersmacher entfernt – die Polizei. Sie sollte einen Jäger schicken, der sich um das Schwein kümmert. Die Polizei in Brebach versuchte daraufhin den Revierpächter des Wintringer Hofes, Michael Kessler aus Bliesransbach, anzurufen. Der sagt: „Ich war gerade im Keller, als das Telefon klingelte. Ich mache mir selbst Vorwürfe, dass ich das Telefon nicht gehört habe. Dann hätte vieles verhindert werden können.“ Statt Kessler erreichte die Polizei einen Jäger aus Kleinblittersdorf.

Zu diesem Zeitpunkt gingen die Polizei, Michael Kessler und der Jäger noch davon aus, dass es sich bei dem Tier auf dem Wintringer Hof um ein Wildschwein handelt.

Was dann folgte, beschreibt Martina Schmitz-Hübsch so. „Der Jäger kam mit einem Affenzahn angerast. Er stieg aus dem Auto, setzte sich sofort Kopfhörer auf, zog seine Pistole und schoss auf das Schwein. Ich konnte ihm gar nicht erklären, worum es ging. Es hat so laut geknallt, dass ich und meine Hunde richtig erschrocken sind. Dann hat er weitergeschossen und ging noch mit einem Messer auf das Schwein los. Ich wurde richtig böse, und der Jäger fragte nur, was ich von einem kranken Wildschein wolle.“

Danach wollte der Jäger das Schwein in den Wald werfen. Doch Michael Kessler wollte es zuerst sehen. „Ich bin bald umgefallen, als ich das tote Schwein sah. Ich kann nicht verstehen, wie ein Jäger nicht erkennen kann, ob es sich um ein Hängebauchschwein oder ein Wildschwein handelt. Und dann brauchte er drei Schüsse und schoss dem Schwein sogar ins Bein. Es gab überhaupt keinen Grund dafür, das Schwein umzubringen“, sagt Kessler.

Am Sonntagvormittag erfuhr Oliver Hector von der Polizei, dass auf dem Wintringer Hof ein Schwein erschossen worden sei. Wenig später hatte Hector die schlimme Gewissheit: Es war Schnitzel. „Schnitzel ist im vergangenen August Mama von zwei Schweinchen geworden. Die zwei Kleinen und Rudi sind jetzt allein. Ich werde mit allen Mitteln gegen diesen Jäger vorgehen“, kündigt Oliver Hector an.

Das Gleiche hat Martina Schmitz-Hübsch vor. Körperverletzung, Tierquälerei, Schießen in befriedetem Bereich und Schießen auf Asphalt nannten die beiden als in Frage kommende Delikte. Michael Kessler sag: „Es ist eine Schande für unsere Jägerschaft. Dieser Fall muss bis ins Detail aufgeklärt werden.“


Landtagswahl 2017




> Alle Ergebnisse der Saar-Wahl     > Alle Berichte zum Wahl-Ergebnis




Kleinblittersdorf

Bordell-Plan ist noch nicht vom Tisch

Die Pläne, im Kleinblittersdorfer Schloss Falkenhorst ein Bordell zu betreiben, haben sich noch nicht erledigt. Wie der Regionalverband Saarbrücken auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung mitteilte, ... Mehr
Kleinblittersdorf

Bordell-Plan ist noch nicht vom Tisch

Die Pläne, im Kleinblittersdorfer Schloss Falkenhorst ein Bordell zu betreiben, haben sich noch nicht erledigt. Wie der Regionalverband Saarbrücken auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung mitteilte, ... Mehr
Kleinblittersdorf

Talent am Herd will berühmt werden

Es geht hoch her in der Küche des Eiscafés Restivo am Ilseplatz in St. Johann. „Guck mal bitte, wie weit das Salz ist. Mehr



Teilen und diskutieren

Kommentieren Sie diesen Beitrag über Facebook, Twitter oder Google+:

FACEBOOK
GOOGLE+
TWITTER



Anzeige
Neu für Vereine:
SaarZeitung

Termin melden

Text schicken
Lokalausgabe Saarbrücken
Saarbrücken-App:

Saarbrücken total für unterwegs. Eine App mit aktuellen Informationen rund um Saarbrücken für Bürger, Touristen, Nachtschwärmer, Geschäftsleute und alle, die wissen wollen, was die saarländische Metropole zu bieten hat.



App der Stadt Saarbrücken in Zusammenarbeit mit SZ Digital Service > Mehr Infos

Jetzt die SZ lesen:

ANZEIGE
Tipps


ANZEIGE
Beilagen




Anzeige