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Frost schadet spät gesätem Weizen





Heusweiler
Frost schadet spät gesätem Weizen
Von  Fred Kiefer, 
20. März 2017, 02:00 Uhr
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Landwirt Ernst Schäfer vom Langfelder Hof bei Obersalbach mit seinem Traktor. Foto: Fred Kiefer

Foto: Fred Kiefer
In der Landwirtschaft werden jetzt wieder die Traktoren gestartet, Felder werden gedüngt und der Pflug ist im Einsatz.

Die frostigen Nächte zwischen dem November 2016 und dem Januar 2017 taten zwar dem Ackerboden gut, ließen aber Teile des zu spät ausgesäten Winterweizens erfrieren. Der Obersalbacher Landwirtschaftsmeister Ernst Schäfer erklärt die Situation: „Der Frost verursacht bestimmte Strukturen im Boden, indem er die vorhandene Nässe gefrieren lässt und somit für eine ‚Frostgare' sorgt“ – in der Regel also für etwas Gutes: Schäfer bezeichnet diese natürliche Bodenbearbeitung im Normalfall als ideal, da sie dem Landwirt einen Teil der Arbeit abnimmt.

Er selbst hat allerdings witterungsbedingt den Winterweizen, der bei normalen Bedingungen im September ausgesät wird, erst Mitte Oktober in den Boden bringen können. Die nicht ganz unproblematischen Folge: Die im November einsetzenden Nachtfröste ließen den keimenden Weizensamen vor allem in ungeschützten Lagen erfrieren. Eine Schneedecke, die – so vorhanden – den Samen vor Frost schützt, hatte es auch nicht gegeben. So habe er diesmal einen Ausfall von einem Viertel des keimenden Weizens feststellen müssen. Bei der Wintergerste seien kleinere Mengen erfroren. Dort, wo Landwirte das Getreide früher aussähen konnten, habe es wohl keine Schäden gegeben.

Derzeit ist der Bauer mit dem Düngen der Felder beschäftigt, wobei er die Gülle auf den Wiesen ausbringt. Zudem holt er das Pflügen nach, denn das war während der Kälte- und der darauf folgenden Starkregen-Phase nicht möglich gewesen.

Den Landregen im Februar hatte er allerdings begrüßt, da der Winter zu trocken verlaufen war. Seine Prognose: „Wenn es weiter trocken bleibt, kann ich mit einer ‚normalen' Aussaat rechnen. Ende des Monats will ich den Hafer aussäen“.

Schäfer ist Eigentümer des Langfelder Hofes zwischen Heusweiler und Obersalbach. Er bewirtschaftet 75 Hektar Acker- und 50 Hektar Grünland. Das Getreide liefert er zur Weiterverarbeitung an die Mühle sowie zur Energiegewinnung an die Biogasanlage in Lebach. Einen Teil benötigt er auch selbst als Viehfutter. In seinen Stallungen stehen 60 Milchkühe sowie die Nachzucht.

Zum Thema:

Boden, gefriergetrocknet Von „Frostgare“ spricht man, wenn die natürliche Nässe in der oberen Bodenschicht gefriert und so für zwei Dinge sorgt: Bodenpartikel werden gewissermaßen gefriergetrocknet, der Boden wird „krümeliger“, zudem dehnen sich die gefrorenen Bodenstückchen aus, was wiederum für mehr Risse sorgt („Frostsprengung“). Beides sorgt dafür, dass der Boden nach der Frostphase lockerer ist.




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