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2200 Besucher beim Tag der offenen Tür der Abfallverbrennungsanlage in Velsen





Klarenthal/Großrosseln
Wie aus Hausmüll Strom wird
2200 Besucher beim Tag der offenen Tür der Abfallverbrennungsanlage in Velsen

Von  Walter Faas, 
23. August 2016, 02:00 Uhr
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Auch Hedi Jakob und Albert Dumont aus Püttlingen informierten sich über die Arbeitsabläufe der AVA. Hier beobachten die beiden Besucher durch ein Sichtfenster, wie Müll verbrannt wird. Fotos (2): Jenal
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Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm erwartete auch die jüngsten Besucher am Tag der offenen Tür. Für sie stand ein ganzer Fuhrpark bereit, Bobbycars der unterschiedlichsten Modelle.
Moderne Technik, Bergwerks-Nostalgie, gepaart mit einem bunten Programm: 2200 Besucher warfen anlässlich des Tages der offenen Tür bei der Abfallverbrennungsanlage Velsen einen Blick hinter die Kulissen.
Die Abfallverbrennungsanlage (AVA) Velsen ist auf eine jährliche Kapazität von 255 000 Tonnen angelegt. Ihre Auslastung liegt bei etwa 90 Prozent. Dabei geht es um Hausmüll, der verbrannt und teilweise zu Strom umgewandelt wird. Auch von Wiederverwertung noch brauchbarer Materialien ist die Rede am Sonntag beim Tag der offenen Tür.

Alle Besucher erhalten Helm, Schutzbrille plus einen Laufzettel durch drei Etagen. Zwischen Müllbunker, Nasswäscher, Leitwarte und der spektakulären Krankanzel mit seiner riesigen Krallenhand stehen AVA-Mitarbeiter Rede und Antwort. „20 Jahre besteht unsere Anlage schon, und die anfängliche Skepsis der Bevölkerung hat sich dank unserer guten Öffentlichkeitsarbeit und guter Werte gelegt“, betont AVA-Pressesprecherin Elke Wagner.

Das Publikum staunt. „Normalerweise macht man sich ja wenig Gedanken darüber, was mit unserem Müll passiert. Hier kann man eindrucksvoll nachvollziehen, wie viel Riesenenergie, Kraft und Wärme bei der Verbrennung entstehen“, sagen Margret und Gregor Hübschen. Die Anlage, picobello auf Hochglanz gebracht (sogar eine Schuhputzmaschine steht den Beschäftigten zur Verfügung), atmet wie ein Lebewesen – sie ächzt, stöhnt, rasselt, klappert. Kein Wunder bei diesen Mengen an Müll, die im riesigen Müllbunker lagern und vom Kranführer Rainer Winter in die Trichter der Verbrennungsanlage befördert werden. Höhepunkt des Rundganges ist ein Blick durchs feuerfeste Glas mitten in den Verbrennungsvorgang hinein. „Sehr beeindruckend, spektakulär und elementar“, sagt Besucherin Helga Wolmeringer.

Am Ende des Rundgangs sorgen Rotes Kreuz, Jugendfeuerwehr, der Theaterverein Die Kinder der Kohle vom französischen Minenmuseum, die Gemeinde Großrosseln und AVA-Mitarbeiter für Speisen und Getränke, ein ansprechendes Bühnenprogramm und Unterhaltung, beispielsweise mit einem Bobbycar-Parcours.

Zudem bietet der Tag der offenen Tür die Möglichkeit, kostenlos das Erlebnisbergwerk der früheren Grube Velsen mit Stollen, Streben, Grubenbahn, Förderbändern, Schrämmaschinen zu besichtigen. Und auch die älteste, original erhaltene Dampffördermaschine des Saarlandes kann man sich ansehen. „Da kommen alte Erinnerungen hoch“, resümiert Rentner Berthold Bach, der in seiner Jugend den Beruf des Maschinenbauers erlernt hat.

Zusätzlich bieten die Künstler Gaetano Franzese, Mike Mathes, Evelyn und Bernd Geiter einen Einblick in ihre offenen Ateliers in Räumen der früheren Kohlegrube. „Ein tolles Angebot für einen unterhaltsamen Sonntag“, findet Besucher Fazit Bernd Ladwein.

Zum Thema:

Auf einen Blick Besuchergruppen, beispielsweise Schulklassen, die sich für eine Führung durch die AVA Velsen interessieren, wenden sich an Elke Wagner, Telefon (0 68 98) 9 46-1 01. Im Erlebnisbergwerk Velsen finden an jedem ersten Sonntag im Monat zwischen zehn und zwölf Uhr Führungen statt, die man nicht buchen muss. Der Eintritt kostet für Kinder vier und für Erwachsene neun Euro. Ansonsten kann man Führungen vorab buchen: Tel. (01 76) 56 58 60 13 oder über die Webseite www. erlebnisbergwerkvelsen.de. et



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