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Shereen Eldaw hat Arabisch gelernt und unterstützt als DRK-Helferin viele Flüchtlinge





Dudweiler
Mit Sprachkenntnissen gewinnen
Shereen Eldaw hat Arabisch gelernt und unterstützt als DRK-Helferin viele Flüchtlinge

Von  Frank Bredel, 
31. Oktober 2015, 00:00 Uhr
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Shereen Eldaw vom DRK Dudweiler in der DRK-Notunterkunft in Walpershofen mit Flüchtlingen am Tischkicker. Foto: Becker&Bredel Foto: Becker&Bredel
Die heute 24-jährige Shereen Eldaw stammt aus dem Sudan und spricht die Sprache vieler Flüchtlinge, die ins Saarland gekommen sind. Und so ist sie eine große Stütze bei deren Integration.


 
Shereen Eldaw ist eine 24-jährige Frau, die sich ehrenamtlich für Flüchtlinge engagiert. Das machen derzeit viele. Aber bei Shereen ist man verblüfft, wenn man in ihre Geschichte eintaucht. Sie hat den Bürgerkrieg im Sudan erlebt, musste fluchtartig das Land verlassen, wurde aber von Angreifern verschont, weil sie einen deutschen Pass hatte. Sie spricht englisch und arabisch und ihre deutsche Muttersprache. Damit ist sie Gold wert für die jungen Flüchtlinge in der DRK-Notunterkunft in Walpershofen, denn mit einigen kann sie sich fließend unterhalten. „Und dann bekomme ich tragische Dinge erzählt. Zum Beispiel die Geschichte eines Jungen, dessen Verwandte vor seinen Augen verbrannt wurden, der seinen Vater verlor und über Libyen und Griechenland nach Deutschland kam. Oder die Erlebnisse eines anderen Jungen, der mir seine Schussverletzungen zeigte und vom gewaltsamen Tod seines Vaters erzählte. Weil ich Arabisch kann, bin ich etwas näher dran als die anderen Helfer“, sagt die junge Frau, die in Berlin geboren wurde, in Dudweiler zu Hause ist, in Homburg wohnt und das Kind einer Deutschen und eines Sudanesen ist. Der Vater kam wegen des Studiums nach Deutschland, dann wohnte die Familie zweimal für viele Monate im Sudan. Shereen besuchte die Internationale Schule, lernte Arabisch und Englisch. „Dann brach eines Morgens in der Schule im Sudan Panik aus. Kinder wurden abgeholt, Menschen griffen sich mit Steinen an. Wir mussten uns über Schleichwege in Sicherheit bringen, wurden selbst angegriffen und verschanzten uns in einem Haus, bis mein Vater die Tickets nach Deutschland hatte. Ich verstehe die Kultur und Mentalität der Flüchtlinge und ihre Sorgen“, sagt die 24-Jährige. Sie macht in Homburg eine Lehre zur Pharmazeutisch-Technischen Assistentin (PTA). Seit 2013 hilft sie beim Roten Kreuz, war Blutspenderin in Dudweiler, stellte dort Kontakt her und ist seitdem im DRK-Ortsverein Dudweiler. In der Notunterkunft Walpershofen hat sie ihren zweiten Dienst gemacht und will noch öfter hingehen. Die Sanitäterin ist dort hoch willkommen, sagt Einsatzleiter Roland Post, ihre Sprachkenntnisse und ihre ruhige Art seien von großem Wert. Derzeit wohnen in Walpershofen rund 30 junge Männer aus Syrien, Eritrea, Afghanistan oder dem Sudan in der alten Schule. Alle sind ohne Eltern unterwegs und stehen unter der Aufsicht des Jugendamtes. Das DRK hat eine Notunterkunft hergerichtet und betreut die Jugendlichen rund um die Uhr. Stolz ist man darauf, dass dies bislang völlig konfliktfrei lief und es auch keine Beschwerden aus der Nachbarschaft gibt. Das enorme Engagement vieler Helfer, die stets vor Ort sind, trägt dazu bei – wie das von Shereen.

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