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Jürgen Trösch hat sein „Arthouse“ in der entweihten Herz-Jesu-Kirche in Neunkirchen eröffnet





Neunkirchen
Aus der Kirche wird ein Haus der Kunst
Jürgen Trösch hat sein „Arthouse“ in der entweihten Herz-Jesu-Kirche in Neunkirchen eröffnet

Von  Anja Kernig, 
30. November 2016, 02:00 Uhr
Bilder des Saarbrücker Malers Jörg Mathias Munz sind zurzeit in der früheren Herz-Jesu-Kirche in Neunkirchen zu sehen. „Ich will mit meinen Bildern die Betrachter zurück zur Natur bewegen“ ist das Credo des Künstlers Munz.

Wiesen und Felder in der Kirche? Brachland und Dschungel? Das funktioniert nicht nur, sondern ist für das neu eröffnete Arthouse von Jürgen Trösch in der entweihten Herz-Jesu-Kirche (wir berichteten) ein Glücksfall. Handelt es sich doch um Titel von Bildern des Saarbrücker Malers Jörg Mathias Munz, die nicht nur vom Format her – die größten verfügen über eine zwei mal drei Meter-Opulenz – geradezu prädestiniert sind für das bis auf wenige Stellwände, ein paar Kirchenbänke und eine Chill-Sofa-Ecke leere, 14 Meter hohe Kirchenschiff. An Stelle der Religion setzt Munz die Natur, die er verehrt: „Ich will mit meinen Bildern die Betrachter zurück zur Natur bewegen“, lautet seine Botschaft. Gelte es doch, „diese einzigartige und sehr vielfältige Natur als unseren Ursprung und als unerschöpfliche Inspirationsquelle der Formen, Farben und Lichtverhältnisse neu zu entdecken“.

Wie Gastgeber Trösch zählt Munz zu „den wenigen Mutigen, die als freie Künstler im Saarland leben“, sagte Brigitte Quack in ihrer Laudatio. Die gezeigten Bilder entstanden alle in den letzten drei Jahren. Sie zeugen von der nun zu Ende gehenden „grünen Phase“ des gebürtigen Sulzbachers, der seit vielen Jahren Kunstkurse gibt und mit seinen Werken in der Kunstsammlung des Saarlandes vertreten ist. „Jörg Munz lässt vor unseren Augen Bildwelten voll farbigem Dunst entstehen. Geheimnisvoll, zart und duftig, leicht und poetisch, ziehen sie den Blick an und umschließen uns.“

Für Munz schließt sich mit der Ausstellung auch ein Stück weit ein biographischer Kreis. War er doch als frisch ausgelernter Maler und Lackierer unter anderem in der Kirchenrestauration tätig. Ab 1995 betrieb er zwölf Jahre lang die Galerie „libre“ in Ottweiler, bevor er Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Saar bei Professor Bodo Baumgarten studierte. 2004 schloss Munz sein Studium mit Auszeichnung ab und wurde zum Meisterschüler ernannt.

Was seine künstlerische Entwicklung betrifft, malte er anfangs fotorealistisch. „Die Linie war damals ein formstabilisierendes Moment“, so Brigitte Quack. „Das ist heute so nicht mehr vorhanden.“ Die Technik, die sich Jörg Munz seit einigen Jahren zu eigen macht, basiert auf experimenteller Fotografie. Mit Ölfarben übermalt, verfremdet er seine Fotografien derart, dass sie kaum noch in die reale Welt einzuordnen sind. „Sie erinnern an impressionistische Bilderwelten“, bemerkte die Laudatorin, die selbst als freischaffende Künstlerin in ihrem Atelier in Überherrn arbeitet. Sieht man Munz' Bilder, kommen Gedanken an Turner auf und Monets Spätwerk. „Der Künstler kreiert neue Seh-Räume und -Welten“, und ist damit noch einmal „auf ganz andere Weise kreativ als Jürgen Trösch“.

Die insgesamt 51 Bilder von Jörg Munz, darunter auch kleine Papierarbeiten, sind im Arthouse, Kleiststraße 23, bis zum 6. Januar zu erleben. Geöffnet ist donnerstags von 16 bis 19 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter (0 68 41) 56 69.


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