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Konzern plant Standort in Neunkirchen – Gegner und Befürworter beziehen Position



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Neunkirchen
Neues Feuer in der Globus-Debatte
Konzern plant Standort in Neunkirchen – Gegner und Befürworter beziehen Position

29. Februar 2016, 02:00 Uhr
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Die Diskussion um eine mögliche Ansiedlung des Globus-Warenhauskonzerns in Neunkirchen begleitet die Region schon lange. Nachdem es zwischenzeitlich still um die Sache geworden war, nimmt die Debatte aktuell wieder Fahrt auf.


 
Die Fakten sind bekannt: Der Globuskonzern plant ein großes Warenhaus im Neunkircher Westen. Angesiedelt werden soll der Markt an der Einmündung der Westspange in die B41 – hier im Bereich des Mitfahrerparkplatzes und – dem Flächenbedarf eines Großmarktes entsprechend – auch darüber hinaus. Das Areal ist derzeit noch Teil des Lik.Nord-Gebietes – ein Zweckverband für ein Naturschutz-Großprojekt, für das es seinerzeit viel Fördergeld aus Berlin gab. Die Umsetzung des Projektes ist angelaufen. Die Stadt Neunkirchen unterstützt die Globus-Pläne und will in der Verbandsversammlung der Lik .Nord die Ausgliederung der Fläche aus dem Projektgebiet erwirken, hat Ausgleichsflächen angeboten und will notfalls sogar aus der Lik .Nord austreten.

Verbandsvorsteher Armin König ist bekanntermaßen ein engagierter Gegner der Globus-Pläne. Als Lik-Verbandsvorsteher will er keinen Präzedenzfall schaffen und Gebiete ausgliedern. Ähnlich sieht das auch Patrick Weydmann, Bürgermeister des Lik-Mitgliedes Merchweiler. Als Illinger Bürgermeister befürchtet Armin König einen Abfluss der Kaufkraft nach Neunkirchen. In einem SR-Interview rechnet er mit bis zu 14 Prozent Verlust für seine Gemeinde.

Das blieb bei den Befürwortern einer Globus-Ansiedlung nicht unkommentiert. SPD-Bundestagsmitglied Christian Petry hat die Konzern-Pläne jüngst unterstützt (wir haben berichtet). Eine Ansiedlung sei „eine Chance für die Region“. Die entsprechende Pressemitteilung hat Petry zusammen mit seinem Illinger Partei-Kollegen Guido Jost herausgegeben, der sich vor gut einem Jahr noch hinter seinen CDU-Bürgermeister Armin König gestellt hatte. Die Verhinderungspolitik Königs schade den ländlichen Gemeinden. Ein zu befürchtender Kaufkraft-Abfluss in Höhe von 14 Prozent sei nicht belegt.

Kaum einen Tag später legte der frischgebackene Neunkircher SPD-Stadtverbandsvorsitzende, Mitglied des Stadtrates und des Landtages, Sebastian Thul, nach. König setze die Lik.Nord unnötig aufs Spiel, heißt es da. Die Kreisstadt habe dem Zweckverband längst eine größere Ersatzfläche angeboten, die, so Thul, das Projektgebiet der Lik.Nord sogar „erheblich aufwerten“ würde. König habe mit seiner Äußerung über den befürchteten Kaufkraft-Abfluss seine wahren Motive offenbart. König gehe es darum, eine wirtschaftliche Ansiedlung in Neunkirchen zu verhindern. Dazu missbrauche er den Zweckverband, dessen Zerfall doch keiner wollen könne. Thul appelliert an König und die anderen Lik.Nord-Mitglieder, den Ausgliederungsantrag für die betreffende Fläche auf den Weg zu bringen, damit ein Raumordnungsverfahren durchgeführt werden kann.

Die Betreibergesellschaft des Saarpark-Centers sieht eine Ansiedlung laut SR-Bericht kritisch. Hier geht man davon aus, dass die Innenstadt durch den Abzug der Kaufkraft geschädigt wird. Der Neunkircher Stadtrat teilt diese Bedenken offenbar nicht. Er hat mit großer Mehrheit bereits im April 2015 dafür votiert, die Fläche aus dem Lik.Nord-Programm auszugliedern.

Dass sich in Neunkirchen auch die Befürworter von Globus mit Kaufkraft-Strömen befassen, zeigt eine Stellungnahme der Stadtverwaltung, die unsere Zeitung zu den Plänen am Homburger Enklerplatz erbeten hat. Der Homburger Stadtrat hat kürzlich die planungsrechtlichen Voraussetzungen zum Bau eines mehr als 16 000 Quadratmeter großen Einkaufszentrums geschaffen. „Die Stadtverwaltung sieht das Bauvorhaben in Homburg auf dem Enklerplatz sehr kritisch“, heißt es dazu aus dem Neunkircher Rathaus. Nach der Fertigstellung des geplanten Einkaufszentrums sei mit einem weiteren Kaufkraft-Abfluss aus Neunkirchen zu rechnen. Hier sei zu bedenken, heißt es weiter, dass es auch schon in der Vergangenheit – durch den Bau des Outlet-Centers, der Saar-Galerie und des Einkaufscenters in Kaiserslautern – Kaufkraft-Abflüsse gegeben habe. Außerdem habe der Einzelhandel mit dem Aufschwung des Onlinehandels zu kämpfen. „Unabhängig davon, wie viel Prozent Kaufkraftabfluss in Neunkirchen entstehen, wird es auf jeden Fall zu einer Beeinträchtigung des Neunkircher Einzelhandels und damit auch des intakten städtischen Lebens in der Innenstadt kommen“, heißt es abschließend aus dem Neunkircher Rathaus zu den Homburger Plänen.


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