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Bei SZ-Umfrage sind Neunkircher wenig kritisch gegenüber Video-Überwachung





Neunkirchen
Bürger wollen mehr Kameras
Bei SZ-Umfrage sind Neunkircher wenig kritisch gegenüber Video-Überwachung

Von  Robert Schmidt, 
19. Oktober 2016, 02:00 Uhr
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Oberbürgermeister Jürgen Fried plädiert für mehr Überwachung des öffentlichen Raums. SymbolFoto: Arno Burni/dpa Foto: Arno Burni/dpa
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Hilde Salm
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Peter Salm
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Erika Konrad
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Isolde Schäfer

Viele zeigen sich offen für die Pläne des Neunkircher Rathauses, mehr Überwachungskameras zu installieren, so das Ergebnis einer nicht repräsentativen Umfrage. Manche Bürger äußern allerdings Bedenken.

Es ist eines der zurzeit am meisten diskutierten Themen. Schon seit einigen Monaten wird im Neunkircher Rathaus an einem Konzept für mehr Video-Überwachung gefeilt (wir berichteten). Im Interview mit der Neunkircher Ausgabe der Saarbrücker Zeitung hat Oberbürgermeister Jürgen Fried (CDU) im Sommer die Marschrichtung vorgegeben, indem er sagte: „Wo es rechtlich zulässig ist, werden wir eine Video-Überwachung installieren.“ Doch was halten eigentlich die Menschen in Neunkirchen von einem Ausbau der Überwachung mit Kameras? In einer nicht-repräsentativen Umfrage in der Neunkircher Innenstadt ist die SZ dieser Frage nachgegangen.

Quer durch alle Altersschichten äußerten sich Menschen positiv zu mehr Videokameras im öffentlichen Raum. „Sollen sie machen, ist nicht verkehrt“, meint etwa Rentnerin Erika Konrad aus Furpach. „Ich finde das gut als Präventivmaßnahme“, pflichtet ihre Bekannte Isolde Schäfer aus Wiebelskirchen bei. „Spitzbuben egal welcher Couleur“ würden durch mehr Kameras abgeschreckt, findet sie. Auch ein Ehepaar aus St. Ingbert würde den Ausbau der Video-Überwachung begrüßen. „Man fühlt sich sicherer“, meint Peter Salm, der gebürtig aus Neunkirchen stammt. Der Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes vermutet, dass wegen Kameras manch einer von einer Straftat ablassen wird. Auch seine Frau Hilde meint: „Ich find's gut.“ Mehr Überwachung führe dazu, dass „nicht so viele Asoziale klauen“. Auch Rentner Willi Romeike aus Niederkirchen sagt: „Auf öffentlichen Plätzen bringt das mehr Sicherheit.“ Viele Vertreter anderer Altersschichten sprechen sich ebenso für Kameras aus. „Im Prinzip nicht verkehrt“, meint ein Mann mittleren Alters, seine Frau pflichtet bei.

Kameras helfen, wenn jemand geschlagen oder Drogen verkauft werden, sagt der 19-jährige Azubi Sebastian Backes aus Lautenbach. Auch Einbrecher könnten Dank Aufnahmen aus Videokameras schneller überführt werden. Ähnlich äußern sich zwei Neunkircher Schülerinnen. „Eigentlich ist das gut“, sagt eine der beiden. „Das bedeutet mehr Sicherheit generell für alles.“ Die Schulfreundin pflichtet ihr bei. Wenn man beklaut werde, habe man die Tat auf Video.

Prinzipiell für mehr Video-Überwachung positioniert sich auch ein junges Elternpaar aus Neunkirchen. „Man soll dort filmen, wo etwas passiert“, sagt die Frau. Sie wolle aber nicht, dass etwa ihre Kinder überwacht würden. Schlimm fände er mehr Videokameras nicht, sagt der Ehemann nach einigem Überlegen. Achselzuckend ergänzt er: „Wir sind mittlerweile eh gläsern.“ Ähnlich gespalten äußerte sich auch ein Ehepaar mittleren Alters. Fried wolle Neunkirchen stärker überwachen? „Kann er ruhig, wir sind aus Saarbrücken“, meint sie lachend. Der Ehemann pflichtet seiner Frau bei. An Brennpunkten solle man ruhig weiterhin filmen, mehr Kameras fände er nicht gut. Die Stadt London sei ein „abschreckendes Beispiel“. Dort werde man „auf Schritt und Tritt überwacht“. Der Taxifahrer plädiert stattdessen für mehr Polizeipräsenz, etwa durch Fußstreifen. Mehr Polizisten in der City sind, wie berichtet, Teil des Sicherheitskonzepts der Stadt. Am kritischsten beim Thema Video-Überwachung äußert sich ein Neunkircher Vorruheständler, der wie viele andere anonym bleiben will. Es ärgere ihn, dass es „immer weniger Intimsphäre“ gebe. Er befürchtet, dass Personen verdächtigt werden, die gar nichts mit einem Verbrechen zu tun haben. Der Anstieg des Terrorismus sei ein Vorwand der Politiker, um die Menschen „bis ins Kleinste“ zu überwachen. Er glaubt zu wissen: „Dinger, die rumfliegen, fotografieren, was die Leute zu Hause tun.“


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