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Sabine Graf hält in der Galerie des Künstlerkreises Neunkirchen einen Vortrag über die Entwicklung seit 1945





Neunkirchen
Die private Kunstgalerie – eine Mangelerscheinung
Sabine Graf hält in der Galerie des Künstlerkreises Neunkirchen einen Vortrag über die Entwicklung seit 1945

red,  20. Oktober 2016, 02:00 Uhr
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Sabine Graf beschäftigt sich intensiv mit Kunstgalerien in der Region.

Kunstkritikerin Sabine Graf beschäftigt sich mit der Entwicklung der privaten Kunstgalerien im Saarland seit 1945. Sie sagt, Neunkirchen sei mit seinem Angebot an Galerien symptomatisch für die Entwicklung.

Auf Einladung des Künstlerkreises Neunkirchen wird Sabine Graf am Donnerstag, 27. Oktober, 19.30 Uhr, in der Galerie des Künstlerkreises Neunkirchen (ehemals Metzgerei Merscher, Oberer Markt 1) einen Vortrag halten zum Thema „Mangelerscheinungen – Private Kunstgalerie im Saarland seit 1945“.

„Der Künstler von heute ist auf die Möglichkeit angewiesen, durch Ausstellen seiner Werke auf seine Existenz überhaupt aufmerksam zu machen. (...) Es ist gewiss keine falsche Kalkulation, dass, wenn unseren einheimischen Malern und Bildhauern im Zentrum der Stadt eine Ausstellungsmöglichkeit geboten wird, eine ungleich größere Zahl von Menschen sich ihre Bilder und Skulpturen ansieht, als dies je sonstwo der Fall sein könnte. Hier bietet sich das Haus Eisenbeis an der Bliesbrücke mit seinem leerstehenden Ladenlokal und vor allem den beiden freien Schaufenstern geradezu an. (...) Aber es müsste möglich sein, hier einmal die Gelegenheit wahrzunehmen, der bildenden Kunst im Raume der Hüttenstadt einen wirklichen Dienst zu erweisen, dessen Folgen gewiss auch im Verkauf bestehen“, so der Wunsch der Redakteurs Hans Staut in der Saarbrücker Zeitung vom 23. April 1955.

Die Kunst als Zwischen- oder Untermieter, daran hat sich in Neunkirchen für den 1955 gegründeten Künstlerkreis Neunkirchen bis heute nichts geändert. Derzeit lädt die Vereinigung zu Ausstellungen in einen ehemaligen Metzgergeladen am Hüttenberg ein. In den 1950er Jahren hatten sich ältere und jüngere Künstler, meist Absolventen der Saarbrücker Kunstschule, im Künstlerkreis zusammengefunden. Zur selben Zeit lud Ursula Rietschel, die Ehefrau eines leitenden Angestellten im Neunkircher Eisenwerk, zu Ausstellungen in ihre Dienstvilla in der Goethestraße 39 und zeigte dort bis 1959, was damals aktuell und international gefragt war. Die Kunst kam damals direkt vom Parnass. Die Wuppertaler Galerie mit diesem Namen war eine der wichtigsten Galerien im Nachkriegsdeutschland. Doch diese Episode ist weithin vergessen. Sie findet sich im aktuellen, im Conte-Verlag erschienenen Buch „Mangelerscheinungen“ der Autorin und Kunstkritikerin Sabine Graf, die sich darin der Entwicklung der privaten Kunstgalerien im Saarland seit 1945 angenommen hat. „Überhaupt ist Neunkirchen mit seinem Angebot an Galerien und Kunstorte, öffentlicher wie privater Art symptomatisch für diese Entwicklung“, lautet die Feststellung der Autorin. Darüber spricht sie auf Einladung des Künstlerkreises Neunkirchen in ihrem Vortrag.


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