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Viel Lesestoff für Bücherfreunde





Neunkirchen
Viel Lesestoff für Bücherfreunde
Von  Yannik Hausmann, 
22. April 2017, 02:00 Uhr
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Die Wiebelskircherin Elisabeth Koch und ihre elfjährige Tochter Pauline sowie Hildegard und Gerd Meiser mit ihrem vierjährigen Enkel Aaron sind regelmäßige Besucher in der Stadtbibliothek Neunkirchen. Fotos: Jörg Jacobi
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Bibliotheksleiterin Gabriele Essler hat nicht nur viele Lesetipps – sie ist auch selbst jederzeit offen dafür.

An diesem Sonntag ist der Welttag des Buches. Ein Besuch in der Stadtbibliothek Neunkirchen.

Egal ob im Winter gemütlich vor dem Kamin oder jetzt zur Frühlingszeit seelenruhig in der Hängematte baumelnd: Nur wenige Dinge sind so entspannend aber gleichzeitig auch so aufregend wie der Genuss eines guten Buches. Um die unzähligen Abenteuer und Ideen im Papierformat zu feiern, begeht man aufgrund einer Initiative der Unesco seit 1995 jährlich am 23. April – dem Todestag der großen Autoren William Shakespeare und Miguel de Cervantes – den Welttag des Buches.

Aus diesem Anlass hat sich die SZ in der Stadtbibliothek Neunkirchen nach den Lieblingswerken und Lesetipps der kleinen und großen Bücherwürmer erkundigt.

Die Leiterin der Bibliothek, Gabriele Essler, empfiehlt aktuell die Gelehrtensatire „Kraft“ von Jonas Lüscher, ein, wie sie meint, gelungenes Stück Zeitgeistkritik, das vor allem durch eine brillante Mischung aus Ernsthaftigkeit und Satire besteche. „Mein Lieblingsbuch allerdings ist und bleibt Goethes ‚Faust', den es bei jedem Lesen neu zu entdecken gilt“, so die 52-jährige Neunkircherin.

Die elf Jahre alte Pauline Koch aus Wiebelskirchen stöbert regelmäßig mit ihrer Mutter Elisabeth in den hohen Regalen der Bibliothek nach interessantem Lesestoff. Einen klaren Favoriten unter all den Büchern für Jugendliche hat sie dann aber doch: Kathryn Littlewoods „Die Glücksbäckerei“ biete ihr mit nun schon fünf Bänden eine lange und vor allem geheimnisvolle Geschichte rund um die junge Rose und ihr magisches Rezeptbuch.

„Gerade im Kinder- und Jugendbuchbereich sind wir sehr gut ausgestattet“, sagt Essler. Sämtliche Bücher, die der Leipziger Lesekompass momentan für junge Leser im Alter von zwei bis vierzehn Jahren empfiehlt, seien derzeit zum Ausleihen verfügbar – sofern sie nicht schon unterwegs sind: „Circa ein Viertel unserer Kinderliteratur wird sofort wieder entliehen, sobald wir sie ins Regal zurückgestellt haben.“

In den letzten vier Jahren seien die Bestände der Bibliothek mit teils hohem Arbeitsaufwand überholt und aktualisiert worden, um sich überwiegend auf die Familie als Zielgruppe auszurichten. „Und dieses Konzept geht auf. Täglich besuchen uns Eltern und Großeltern, um ihren Kleinsten literarischen Nachschub zu beschaffen – oder sie bringen die Kinder gleich mit.“

Ein perfektes Beispiel dafür ist das Neunkircher Ehepaar Hildegard und Gerd Meiser, beide bereits über 70, die oft mit ihrem vierjährigen Enkel Aaron in die Bibliothek kommen, um ihn mit ihrer Leselust anzustecken. Während Gerd Meiser im SZ-Gespräch ständig ein anderes Buch in die Hand nimmt, zum Beispiel Werke von Georges Simenon und Feridun Zaimoglu, und mit einer Leidenschaft anpreist, wie sie nur ein leidenschaftlicher Büchernarr aufbringen kann, wissen seine Frau und sein Enkel ganz genau, was sie den SZ-Lesern empfehlen würden. Hildegard Meiser ist lange Jahre von den anti-rassistischen Botschaften und dem verspielten Stil von Harper Lees „Wer die Nachtigall stört“ begleitet und beeindruckt worden. „Ein Buch, das auch und gerade heute noch weltweit gelesen werden sollte“, so Hildegard Meiser.

Der kleine Aaron, der Geschichten mag, die mit bunten Bildern erzählt werden, empfiehlt seinen Altersgenossen mit einem Lächeln „Findus zieht um“ von Sven Nordqvist – und verschwindet sofort wieder zwischen unzähligen Kinderbüchern.

Gabriele Essler erklärt, dass die Mitarbeiter der Bibliothek stets darum bemüht seien, den schmalen Spagat zwischen Qualität und Mainstream zu meistern. Neben weltbekannten Bestsellern wie der „Harry Potter“-Reihe und Dauerbrennern wie die „Drei ???“, stünden deshalb auch eher unbekannte Schmankerl oder Autoren aus der Region im Regal. Jens Eisel zum Beispiel, Autor von „Bevor es hell wird“, der aus Neunkirchen stammt und heute in Hamburg lebt. Er selbst empfahl Essler „Der Club“ von Tobias Würger. Eisel sei kein emotionaler Mensch, aber bei diesem Buch habe er geweint, gibt Essler weiter.

Während des SZ-Besuchs hat sich die Bibliothek mit vielen großen und kleinen Leserfreunden gefüllt. Womöglich werden die das Wochenende lesend in der Hängematte verbringen. Vielleicht sogar mit „Faust“„der Glücksbäckerei“ oder „Der Club“ – und sich dabei die ein oder andere Träne verkneifen.

Zum Thema:

Geöffnet ist immer Dienstag bis Freitag, jeweils 10 bis 18 Uhr sowie am samstags von 10 bis 14 Uhr. Sonntags und Montags ist die Bibliothek geschlossen. Zu finden ist die Stadtbibliothek im Kulturzentrum Kult in Neunkirchen, Marienstraße. Telefon: (0 68 21) 20 24 70. Es gibt zwei Zweigstellen: in Wiebelskirchen, Wibilohaus, und in Furpach, Grundschule.




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