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Testphase läuft noch: Neunkircher Polizei von der Körperkamera überzeugt





Neunkirchen
Die Body-Cam hat sich bewährt
Testphase läuft noch: Neunkircher Polizei von der Körperkamera überzeugt

18. Oktober 2016, 02:00 Uhr
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Polizeikommissar Christian Hero (r.) von der Polizei Neunkirchen trägt eine Körperkamera. Das Projekt „Body-Cam“ leitet saarlandweit Polizeihauptkommissar Dirk Rahmann. Foto: Thomas Seeber

Foto: Thomas Seeber
Die Neunkircher Polizei hat mit der Körper-Kamera gute Erfahrungen gemacht. Sie zeichnet in kritischen Situationen das Geschehen auf. Die Hemmschwelle für Beleidigungen ist nun höher.

Auf diese Frage von Passanten ist Polizeikommissar Christian Hero seit ein paar Wochen gefasst: „Filmen Sie jetzt schon mit?“ Hero ist einer von 20 Polizeibeamten der PI Neunkirchen, die Anfang Juli ausgebildet wurden, um eine Video-Kamera an der Uniform (Body-Cam) gesetzeskonform nutzen zu können. Drei von insgesamt 15 fürs Saarland angeschafften Body-Cams sind seither in der Polizeiinspektion (PI) Neunkirchen im Einsatz. Auch Saarbrücken-St. Johann und Lebach sind Teil des sechsmonatigen Pilotprojekts.

 

So groß wie ein Smartphone

Immer häufiger kommt es vor, dass Polizisten beleidigt, angegriffen oder gar verletzt werden. Im vergangenen Jahr wurden Polizisten im Saarland Opfer von 450 Straftaten. Der Schutzmann, wie er früher genannt wurde, muss heute in manchen Situationen selbst geschützt werden. Ein Mittel zur Gefahrenabwehr könnte die Körperkamera sein. Sie ist etwa so groß wie ein Smartphone, fällt kaum ins Gewicht und wird vor der linken Brust eines Beamten getragen. Befestigt ist sie mit Druckknöpfen an einer blauen Trageweste, auf der mit neongelber oder silberfarbener Schrift „Polizei – Videodokumentation“ steht. Potenzielle Täter können im günstigsten Fall durch die drohende Aufzeichnung von ihrer Tat abgehalten werden. Die Aufnahmen können auch vor Gericht verwendet werden. Bei Einsätzen, die ein Gefahrenpotenzial bergen, wird die Kamera in Bereitschaft versetzt. Die 30-sekündige Voraufnahme beginnt. Wenn es brenzlig wird, wird die Kamera per Knopfdruck gestartet, und die ersten 30 Sekunden Bildmaterial werden ebenfalls gespeichert. Bei einer akuten Gefahr ist die Kamera nach fünf Sekunden aufnahmebereit.

 

Polizeikommissar Hero trägt die Body-Kamera regelmäßig im Dienst, war allerdings noch nicht in einer Situation, in der er sie einschalten musste. Kollegen schon, sie waren in einer Gaststätte mit alkoholisierten, aggressiven Randalierern konfrontiert. Diese reagierten zwar nicht mehr auf die Kamera, die Aufzeichnung war jedoch bei der Beweisaufnahme hilfreich.

Die Erfahrungen der saarländischen Polizei mit der Body-Cam werden während der sechsmonatigen Projektdauer dokumentiert. Eine erste Bestandsaufnahme hat nach Angaben des Projektleiters, Polizeihauptkommissar Dirk Rahmann, Folgendes ergeben: In zwei Monaten wurden saarlandweit 185 Aufnahmen gemacht, davon wurden 85 Prozent wieder gelöscht. Rund 25 Aufnahmen wurden dauerhaft gespeichert, alle anderen dienten zum Schutz der Polizeibeamten. Gravierende Probleme habe es keine gegeben. Abgefragt wurde auch, ob die Polizeibeamten als Body-Cam-Träger realisiert wurden. Über 70 Prozent der beteiligten Personen nehmen sie tatsächlich wahr, und ein Viertel der Beamten ist der Meinung, dass sie eine abschreckende Wirkung habe. „Es ist definitiv so“, bestätigt Christian Hero aus seiner Erfahrung, „dass für die betreffenden Leute die Hemmschwelle höher ist, jemanden zu beleidigen.“

 

Kosten von jeweils 1500 Euro

„Die Body-Cam wird von den Beamten akzeptiert“, weiß Polizeioberrat Thomas Dräger-Pitz. Der Leiter der PI Neunkirchen geht davon aus, dass sie nach der Testphase flächendeckend im Saarland eingeführt wird, das sei absolut sinnvoll. Dräger-Pitz würde sich im Übrigen wünschen, dass in Zukunft jedes Streifenkommando eine Körperkamera zur Verfügung hat. Das ist im klammen Saarland natürlich eine Geldfrage, denn die Ausrüstung kostet jeweils rund 1500 Euro.


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