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Die gute alte Fußstreife ist zurück





Neunkirchen
Die gute alte Fußstreife ist zurück
20. März 2017, 02:00 Uhr
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Die Polizeikommissare Matthias Bläs und Tobias Klos (v. l.) im Gespräch mit Jean-Claude Schneider vor dem Neunkircher Rathaus. Der Obere und Untere Markt ist einer der „Hot-Spots“ der Fußstreife. Foto: Jörg Jacobi

Foto: Jörg Jacobi
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Neues Sicherheitskonzept der Polizeiinspektion Neunkirchen. Beamte zeigen kontinuierlich sichtbare Präsenz in der Innenstadt.

Ein freundliches „Guten Morgen“ vom Balkon eines Hauses, misstrauische Blicke von ein paar Jugendlichen, ein spontanes Gespräch auf dem Bürgersteig. Ein ganz normaler Morgen also für die Polizeibeamten Tobias Klos und Matthias Bläs. Obwohl, es ist schon noch etwas ungewohnt für die beiden Polizeikommissare, in der Neunkircher Innenstadt auf Streife zu gehen.

Gerade einmal zwei Wochen ist es her, dass die Polizeiinspektion Neunkirchen ihr „brennpunktorientiertes Präventionskonzept“ in die Tat umgesetzt hat. Was ein bisschen sperrig daherkommt, heißt im Klartext: Die Neunkircher Polizei geht zu den Menschen auf der Straße und kommt nicht nur, wenn die 110 angerufen wird. Das Konzept sieht nämlich eine kontinuierliche, sichtbare Polizeipräsenz durch vermehrte Fußstreifen vor. Die Polizeibeamten und Beamtinnen gehen dabei „relevante Örtlichkeiten“ im Innenstadtbereich ab, so genannte Hot-Spots (siehe Infografik). „Da sind wir schon gute zwei Stunden unterwegs, ohne mit den Leuten gesprochen zu haben“, erzählt Tobias Klos beim Rundgang mit der SZ-Redakteurin.

An diesem Morgen hat er ganz aktuell bei der Dienstbesprechung erfahren, dass er heute mit seinem Kollegen Matthias Bläs die Fußstreife übernehmen wird. Die PI Neunkirchen arbeitet nämlich seit der Polizeireform 2014 sehr flexibel und belastungsorientiert. Heute konnten sogar zwei Kommandos für die Fußstreife „freigeschaufelt“ werden, weil es ansonsten relativ ruhig war. „Wichtig ist, dass wir es nachhaltig machen“, betont der Leiter der PI Neunkirchen, Thomas Dräger-Pitz. Die Fußstreife solle keine Eintagsfliege sein und sich im Straßenbild etablieren. Die Polizeibeamten sollen mit den Menschen reden, und nicht nur die Hot-Spots ablaufen, sagt der Polizeioberrat im SZ-Gespräch.

Und in der Tat, Tobias Klos und Matthias Bläs, in regulärer Uniform und mit einem leuchtend-gelben Überwurf bekleidet, erregen nicht nur Aufmerksamkeit in der City, sie werden auch von einigen Passanten angesprochen oder ergreifen selbst die Initiative. Etwa wenn Jugendliche auf den neuen Bliesterrassen zu ausgelassen feiern und sogar Flaschen zu Bruch gehen. Pöbeleien oder Rangeleien, das schreckten gerade junge Familien ab, die neuen Bliesterrassen zu nutzen. Das sei doch schade, meinen die Polizisten, schließlich habe die Stadt viel Geld und Mühe in das Projekt gesteckt. „Wir verteilen auch Protokolle, etwa wenn wir auf Falschparker aufmerksam gemacht werden“, berichtet Klos. Sein Kollege ergänzt: „Es ist eine gute Sache, dass wir auch mit jungen Leuten und Menschen mit Migrationshintergrund ins Gespräch kommen.“ Denn in der Regel seien es Ältere, die ohne Scheu etwas erzählen oder fragen. „Die Jungen sind reservierter.“ Genau hier setzt das Präventionskonzept an. Die Fußstreife soll das Vertrauen in die Polizei stärken, vor allem bei den Menschen, die diese nur als Zeuge oder gar als Beschuldigter kennen gelernt haben. Noch etwas gewöhnungsbedürftig bei den Bürgern ist wohl der Begriff Hot-Spot. Jean-Claude Schneider dachte zunächst, es handele sich um freien Internet-Zugang. Matthias Bläs erklärt ihm die Hintergründe des Sicherheitskonzepts. Auch Elke Mohrbacher, die mit ihrem Familienunternehmen seit vielen Jahren auf dem Neunkircher Wochenmarkt einen großen Stand hat, begrüßt die neue Polizeipräsenz.

Mit der Fußstreife trägt übrigens die Sicherheitspartnerschaft zwischen Innenministerium und Kreisstadt Neunkirchen erste Früchte (wir berichteten Anfang Februar). Eingebunden ist die Operative Einheit (OpE) „Blies“, unterstützt vom Ordnungsamt der Stadt Neunkirchen. „Ich sehe schon länger, dass wir etwas machen müssen in Sachen Polizeipräsenz“, betont Dräger-Pitz. Angedacht sei, das Konzept auf Spiesen-Elversberg und Ottweiler auszudehnen, wenn es die Ressourcen hergeben.




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