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Im Kreis gibt es derzeit wenig Pläne für weitere Anlagen – Ertragslage bislang unklar





Kreis Neunkirchen
Wo das Windrad dreht
Im Kreis gibt es derzeit wenig Pläne für weitere Anlagen – Ertragslage bislang unklar

29. November 2016, 02:00 Uhr
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Fürth liegt idyllisch, zwischen Wiesen, Wäldern – und neben Windräder. Foto: Andreas Engel

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22 Windräder drehen im Kreis Neunkirchen – sofern der Wind entsprechend weht. Es gibt Befürworter der Technologie und Gegner. Wie effektiv die Türme sind, lässt sich derzeit nicht genau sagen. Ein Unternehmen stellt zumindest in Aussicht, nach längerer Laufzeit könnten Ertragsdaten öffentlich werden.

Die Windkraft hat in unseren Breiten ein ähnlich hohes Spaltpotenzial wie die Frage nach der EU-Zugehörigkeit in Großbritannien. Besonders deutlichen Widerstand gegen die regenerative Energie mittels Wind formuliert im Kreis Neunkirchen das kleine Ottweiler Dörfchen Lautenbach. Kein Wunder, ist Ottweiler im Kreis doch der Windenergie-Lieferant Nummer Eins. Am Hungerberg, im Himmelwald und Jungenwald schrauben sich insgesamt zehn Türme mit einer Leistung von über 25 Megawatt (MW) in den Himmel. Die Lautenbacher – zumindest die Aktivisten – wollen keine weiteren in Richtung Bexbach sehen. Ein leistungsstarker Park befindet sich an der B 41, auf Schiffweiler und Wiebelskircher Bann gelegen. Die fünf Riesen bringen es auf eine Leistung von 12,5 MW. In der Gemeinde Eppelborn, die mit einer Bürger-Energie-Genossenschaft der Stromerzeugung via Windräder zumindest in Teilen auch etwas Positives abgewinnen kann, hat derzeit fünf Windräder an der A 1 (Kleeberg) und zwei nahe Hierscheid auf dem Elmersberg. Auf Gemeindegebiet sind damit 11,5 MW Leistung installiert. Die anderen Kreis-Kommunen sind bislang außen vor. Planungen für Anlagen gibt es noch am Geisberg bei Dirmingen und auf der Erkershöhe bei Merchweiler, wobei die Bundeswehr Vorbehalte geltend macht zum Standort Erkershöhe.

50 Megawatt Leistung

22 Windkraftanlagen im Kreis, eine installierte Leistung von annähernd 50 Megawatt. Wenn der Wind weht und die Rotoren schwingen, lassen sich damit viele Tausend Haushalte mit Strom versorgen. Doch bei der Eröffnung von Parks geht es immer um die Prognose, nicht um den tatsächlichen Ertrag. Wie es mit dem produzierten Strom aussieht, lässt sich derzeit nicht klären. Das saarländische Wirtschaftsministerium hat keine realen Ertragsdaten. SZ-Anfragen bei einigen der beteiligten Wind-Unternehmen haben in den vergangenen Wochen ebenfalls keine konkreten Zahlen zu Tage gefördert. Natürlich sind die privatwirtschaftlichen Betreiber nicht verpflichtet, solche Daten auf Presseanfrage herauszurücken. Aber auch das Angebot, Zahlen ohne Bezug auf den jeweiligen Anbieter zu verwenden und so Nachteile im Konkurrenzkampf untereinander zu vermeiden, fand keinen Widerhalle. Die Firma ABO-Wind AG, im Kreis mit den Parks Himmelwald und Jungenwald im Boot, erläuterte immerhin jenseits der Feststellung, die Eigentümer der Anlagen hätten einer Weitergabe der Daten widersprochen: „Tatsächlich ist es aber auch noch zu früh, eine Aussage darüber zu treffen, ob die Windparks Himmelwald und Jungenwald der Prognose entsprechend Strom produzieren. Grundsätzlich liefern Windertragsprognosen eine Aussage darüber, wie viel Strom eine Anlage im langjährigen Durchschnitt – gemessen an den 20 Jahren, für die in Deutschland die Vergütung nach EEG gilt, – voraussichtlich produzieren wird. Innerhalb dieser 20-jährigen Betriebsdauer gibt es üblicherweise windstärkere Jahre mit bis zu 130 Prozent des durchschnittlichen Ertrags und windschwächere Jahre mit lediglich 70 Prozent.“ Die beiden Windparks seien erst im Dezember 2015 vollständig ans Netz gegangen. Danach kam die Feineinstellung. Erst im zweiten Quartal 2017 sei es dann möglich, eine „vernünftige Aussage über die Leistungsfähigkeit der beiden Windparks abzugeben“.

Bürgerbeteiligung

Zumindest einen Fingerzeig in Sachen faktischer Ertrag ergab die Nachfrage bei der Bürgerenergie-Genossenschaft Eppelborn. Vorstand Jürgen Klaumann erläutert: „Bisher haben wir drei erneuerbare Energieprojekte umgesetzt. Eine PV-Anlage auf dem Dach der Grundschule in Wiesbach (23 Kilowatt, kW), eine Beteiligung von 25 Prozent am Windrad Elmersberg 2 (2,3 MW) und eine Beteiligung von 75 Prozent am Solarpark Bubach (2,9 MW). Die Anlagen der Genossenschaft haben 2015 rund 7,8 Millionen Kilowattstunden (kWh) erneuerbaren Strom erzeugt. Das Windrad auf dem Elmersberg hat hiervon 4,8 Millionen kWh erzeugt, dies ist ein hervorragendes Ergebnis.“

Aber es gibt auch anderes zu vernehmen. So hat die Allgemeine Zeitung (Rhein-Main-Presse) im November 2015 darüber berichtet, die Pfalzwind GmbH klage auf Rückabwicklung des Kaufs dreier Ottweiler Windtürme. Die Begründung lautete, die Erträge blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück.



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