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Ein historischer Sieg





Wiesbach
Ein historischer Sieg
Von  Mirko Reuther, 
21. März 2017, 02:00 Uhr
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Wiesbachs Patrick Ackermann (M.) war von der Burgbrohler Abwehr nicht zu stoppen. Er traf sechs Mal. Foto: Kerosino

Foto: Kerosino
Fußball-Oberligist FC Hertha Wiesbach sorgt mit dem 25:0 gegen Burgbrohl für den höchsten Sieg der Ligengeschichte.

Ein historischer Sieg. Dieser Ausdruck wird heute überstrapaziert, fällt zuweilen schon, wenn das Kellerkind in der Kreisklasse glücklich den Spitzenreiter schlägt. Das surreale 25:0 (10:0) des FC Hertha Wiesbach in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar gegen die Spvgg. Burgbrohl war tatsächlich historisch. Seit die Oberliga 1978 in ihrer heutigen Form gegründet wurde, hat keine Mannschaft höher gewonnen. 1995, als die Spielklasse noch Oberliga Südwest hieß, deklassierten die Sportfreunde Eisbachtal den TuS Mayen mit 16:0.

Bei schmuddligem Frühjahrs-Wetter schraubte Wiesbach den alten Rekord am Samstag noch einmal um neun Treffer nach oben. Tor, Anstoß, Tor. Beinahe im Drei-Minuten-Takt. „In der C-Jugend habe ich mal 31:0 gewonnen. Im Aktivenbereich habe ich noch nie etwas Vergleichbares erlebt“, sagte Michael Petry. Der Hertha-Trainer wirkte teils verblüfft und teils ratlos. „Wir spielen in der Oberliga, um uns mit anderen Oberligisten zu messen. Die Situation war für alle Beteiligten schwierig“, sagte der 40-Jährige.

Denn die Mannschaft, die Burgbrohl ins Saarland schickte, hatte mit dem Gegner der Hinrunde nichts mehr gemeinsam. Burgbrohl wollte seine Oberliga-Mannschaft im Winter zurückziehen und ließ mehr als 20 Spieler gehen. Weil durch einen Rückzug eine empfindliche Geldstrafe durch den Südwestdeutschen Fußballverband und eventuelle Schadenersatzforderungen durch die anderen Oberligisten drohten, machte Burgbrohl die Rolle rückwärts. Nun tritt die Spvgg mit dem Kader der 2. Mannschaft, die in der Kreisliga C zu Hause ist, in beiden Spielklassen an. Wiesbach bekam es sogar nur mit den Ersatzspielern der Eifelaner zu tun, weil Burgbrohl zu Hause zeitgleich um den Aufstieg in die Kreisliga B kämpfte. „Wir haben den Jungs nach dem Spiel einen Kasten Bier in die Kabine gestellt. Sie haben alles gegeben und sind trotzdem immer fair geblieben“, sagte Petry. Er ergänzte: „Wir haben das Spiel konzentriert, aber mit Anstand und Respekt zu Ende gebracht. Ohne den Gegner mit Hacke und Spitze verarschen zu wollen.“

Alleine Patrick Ackermann schoss sechs Tore, Verteidiger Sebastian Lück fünf. Die weiteren Treffer erzielten Nico Veeck, Maurice Urnau (je 3), Hendrik Schmidt (2), Niklas Alles, Marius Neumeier, Mike Baier, Marco Sieger, Giovanni Runco und Stürmer Björn Recktenwald, der seinen Vertrag um eine Saison verlängert hat.

„Hut ab vor der Vereinstreue und dem Einsatz unseres Gegners“, sagte Petry. Aber: „Wer die Saison im Sommer plant, sollte sie auch zu Ende spielen. Und nicht zurückziehen, weil es sportlich nicht läuft. Hut ab vor den Spielen, aber was der Verein gemacht hat, war nicht in Ordnung.“ Kritik daran, dass seine Elf bis zum Schlusspfiff Gas gab, konnte er nicht verstehen: „Wir treffen jetzt auf den Spitzenreiter Mainz und müssen im Wettkampfrhythmus bleiben. Außerdem haben die Zuschauer Eintritt bezahlt. Da können wir nicht nach der Halbzeit aufhören, Druck zu machen, damit unser Gegner mir einem besseren Gefühl nach Hause fährt.“


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