Neunkirchen

Sozialkaufhaus im Herbst

Neunkircher Projekt des Diakonischen Werkes verzögert sich


Von Von SZ-RedakteurGunther Thomas, 17.05.2013 00:00

Mitarbeiter des Diakonischen Werks sind bereits seit einiger Zeit mit Reinigungs- und Verschönerungsarbeiten in der Halle beschäftigt, in die das Sozialkaufhaus einziehen soll. Fotos: Willi Hiegel

Im Blickwinkel: Ins ehemalige Gebäude des Fleischereinkaufs wird unten das Sozialkaufhaus, in der ersten Etage die Kleider- und Möbelbörse einziehen.
Das Diakonische Werk an der Saar hatte damit gerechnet, bereits im April ein Sozialkaufhaus in Neunkirchen eröffnen zu können. Wegen Anlaufschwierigkeiten wird es später.
Das für Neunkirchen angekündigte Sozialkaufhaus wird mindestens ein halbes Jahr später als vorgesehen seine Pforten öffnen. „Voraussichtlich im Herbst“, kündigt Wolfgang Biehl an. Der Geschäftsführer des Diakonischen Werks, dem Träger der künftigen Einrichtung, hatte eigentlich den 1. April dieses Jahres als Eröffnungstermin ins Auge gefasst. Doch das Ganze entwickelte sich nicht nach seinen Vorstellungen. Der Besitzer der Immobilie – dem früheren „Schlachthof“ an der Wellesweilerstraße – habe noch nicht mit den zugesagten Vorarbeiten – Erneuerung von Fenstern und Türen, Brandschutz, elektrische Anlagen, Sanitäranlagen, Heizung – begonnen. Auch ein Mietvertrag, der mit Gültigkeit vom 1. März an geschlossen werden soll, stehe noch aus. Ebenso ein Kooperationsvertrag mit der Stadt Neunkirchen. Ein Zuschuss aus der Stadtkasse ist allerdings verbindlich im Haushalt eingestellt.

614 000 Euro im Jahr wird das Projekt Sozialkaufhaus nach Berechnungen des Trägers verschlingen. Der weitaus größte Teil wird vom Bundesverwaltungsamt abgedeckt, das die „Bürgerarbeit“ bezahlt, ein Beschäftigungsprojekt des Bundes für Langzeitarbeitslose. „Die von uns benötigten 30 Bürgerarbeiter werden vom Jobcenter vorgeschlagen und von uns ausgesucht“, sagt Fritz Dreyer, Referent für Beschäftigungsmaßnahmen beim Diakonischen Werk.

Weitere Zuschüsse kommen vom Land, vom Landkreis und von der Stadt Neunkirchen. Die SPD-Fraktion im Stadtrat hatte sich hinter das Vorhaben gestellt, bereits im Dezember hatte der Rat mit großer Mehrheit den erwünschten Zuschuss über 53 700 Euro für 2013 genehmigt. Dass sich die vertragliche Ausgestaltung so lange hingezogen hat, sei auf Unklarheiten von Seiten des Diakonischen Werkes zurückzuführen, weist Oberbürgermeister Jürgen Fried eine Verzögerung von Seiten des Rathauses zurück. So habe sich erst auf Nachfragen herausgestellt, dass der Träger den städtischen Zuschuss für die Abdeckung der Miete in jährlich gleichbleibender Höhe einplane. Nun werde der Kooperationsvertrag dem Diakonischen Werk in der kommenden Woche zugehen. Allerdings nicht ausgelegt auf sechs Jahre, wie es sich Wolfgang Biehl gewünscht hätte, sondern vorerst befristet bis Ende 2014. Für das laufende Jahr werden die 53 700 Euro allerdings auf die tatsächlich anfallenden Mietkosten reduziert.

Zum Thema:

Auf einen BlickDas Sozialkaufhaus entsteht unter der Trägerschaft des Diakonischen Werks an der Saar. Es betreibt solche Einrichtungen auch in Sulzbach, Völklingen und Saarlouis. Das Neunkircher Sozialkaufhaus wird auf 940 Quadratmetern qualitativ hochwertig aufbereitete Gebrauchsgüter zu Niedrigpreisen anbieten, wie Möbel, Textilien, Hausrat, Elektrogeräte und anderes. Die jährlich erwarteten 11 000 Kunden müssen ihre Bedürftigkeit nachweisen – gedacht ist unter anderem an Arbeitslosengeldbezieher, Ein-Euro-Jobber, kinderreiche Familien, Rentner, Alleinstehende mit Kindern. gth
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