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Windrad-Transport für den Windpark Merchingen II ist angelaufen





Merchingen/Wadern
Ab Hargarten geht es rückwärts
Windrad-Transport für den Windpark Merchingen II ist angelaufen

23. Februar 2015, 00:00 Uhr
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Die größten Transportzüge für die Windräder können bis zu 63 Meter lang sein. Foto: HGN Foto: HGN
Die gigantischen Transportzüge mit den Windrad-Bauteilen sorgen seit heute Nacht für Aufsehen. Auf die Fahrer und Begleitfahrzeuge warten unterwegs einige logistische Herausforderungen.


 
Seit dieser Woche laufen spektakuläre Schwertransporte durch einen großen Teil des Grünen Kreises: Im Zuge der Fertigstellung des Windparks Merchingen II werden seit der vergangenen Nacht die Bauteile für die drei dort geplanten Windkraftanlagen mit mächtigen Sattelzügen auf die Anhöhe bei Merchingen gebracht. Die Windrad-Komponenten kommen aus Dänemark, vom Hersteller Vestas, und erreichen das Saarland über die Autobahn A 1. An der Anschlussstelle Braunshausen verlassen sie die Autobahn und haben nun noch rund 32 Kilometer bis zum späteren Standort zurückzulegen.

Zunächst geht es über die L 329 (den so genannten Kasteler Berg) in Richtung Wadern. Von dort führt der Weg über die Landstraße 149 nach Wadern. In Dagstuhl biegen die Schwertransporte rechts ab auf die L 148 in Richtung Nunkirchen. Dort geht es auf die B 268 in Richtung Schmelz. Kurz hinterm Ortsausgang Nunkirchen biegen die Transporter dann rechts ab auf die L 156 in Richtung Beckingen, durch den Lücknerwald und Oppen, Reimsbach sowie Erbringen bis nach Honzrath. Besonders knifflig wird das letzte Teilstück der Transportroute: In Honzrath zweigt die L 346 von der Ortsdurchfahrt (Honzrather Straße/L 156) ab in Richtung Merchingen. Um von der Hauptstraße auf die Merchinger Straße zu kommen, müssen die Transporte auf dieser Kreuzung mitten im Ort wenden. Ein höchst anspruchsvolles Unterfangen, wenn man bedenkt, dass die längsten dieser Transportzüge 63 Meter lang sind. Sie dienen dem Transport der Rotorblätter, die nur als Ganzes transportiert werden können.

Auch die Komponenten für die Türme, auf denen die Windräder später errichtet werden, haben enorme Ausmaße. Diese längsten Züge können auf der vergleichsweise engen Kreuzung in der Ortsmitte von Honzrath das Wendemanöver nicht schaffen. Sie müssen nach Mitteilung des Spezialunternehmens Pusch Schwerlasttransportservice aus Kühlungsborn (Mecklenburg-Vorpommern), das den Mammut-Treck vorbereitet hat und begleiten wird, sogar im Rückwärtsgang die Kreuzung ansteuern und dafür einige Kilometer zuvor, an der so genannten „Hargarter Kehre“, ein Wendemanöver vollführen.

Klaus Kosok, Sprecher des Landesbetriebes für Straßenbau (LfS), nennt Details: „Die Transportzüge haben eine Breite von 4 Metern und eine Höhe von 4,30 Metern.“ Insgesamt habe das beauftragte Speditionsunternehmen 35 Anträge bei den zuständigen Behörden eingereicht, wobei jeder dieser Anträge nach Kosoks Darstellung drei Transporte umfasse. Das bedeutet, es ist mit über 100 Fahrten zu rechnen.

Der erste Transport soll in der Nacht zu heute (nach Redaktionsschluss) gestartet sein. Komplett abgeschlossen sein soll die Anlieferung der Windrad-Komponenten am 13. März, spätestens am 20. März.

Um solch ein gewaltiges und hoch komplexes logistisches Unterfangen erfolgreich zu bewältigen, sind umfangreiche Eingriffe in den Straßenverkehr unabdingbar. Die Transportfahrten sollen nahezu ausschließlich nachts zwischen 22 Uhr und 6 Uhr früh unterwegs sein. Deshalb hat die Verkehrsbehörde beim Landkreis absolute Halteverbote in den Ortsdurchfahrten von Nunkirchen, Oppen und Reimsbach sowie im Bereich der Kreuzung L 156/L 346 (Honzrather Straße/Merchinger Straße/Zur Hellwies) verhängt. Diese Halteverbote gelten von montags bis freitags zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr am nächsten Morgen.

Auch waren an einzelnen Engstellen an der Strecke bauliche Eingriffe erforderlich: Schon beim Verlassen der Autobahn musste die Schutzplanke auf einer Länge von 40 Metern entfernt werden. An zahlreichen anderen Stellen wurden Schilder abgebaut. In den Kreisverkehren am Hochwald-Gymnasium in Wadern, an der Kita Jim Knopf in der Ortsmitte von Dagstuhl sowie im Kreisel in Nunkirchen galt es, die Mittelinseln sowie die seitlichen Fahrbahn-Bankette zu befestigen. Auch einzelne Bäume am Straßenrand wurden gefällt. Der Fußgängerüberweg kurz vorm Kreisel in Nunkirchen in der Straße im Flürchen ist nach Auskunft von Susanne Pinter von der Kreisverkehrsbehörde vorübergehend aufgehoben. Grund: Die Schilder, die auf den Zebrastreifen hinweisen und zudem dessen Beleuchtungselemente tragen, mussten ebenfalls den Riesen-Lastern weichen. „Unbeleuchtete Fußgängerüberwege sind aber nicht zulässig“, erklärte Pinter.

An der „Hargarter Kehre“ müssen die größten Transporter, die Rotoren sowie Turmkomponenten geladen haben, ein Wendemanöver hinlegen, das später das Passieren der Kreuzung in Honzrath ermöglichen soll: Die Fahrzeuge biegen zunächst von der L 156 nach rechts ab auf die L 377 in Richtung Hargarten. Von dort an geht es dann rückwärts (!) über Erbringen weiter nach Honzrath.

Ganz besonders eng wird es an der Straßenkreuzung in der Ortsmitte von Honzrath. Hier wurden sogar mehrere Lichtmasten sowie Begrenzungspfosten und Steinblöcke, die der Absperrung des Randbereiches dienen, und ein Zaun entfernt. Der gesamte Transportzug kommt im Rückwärtsgang von Erbringen her, passiert die Straßenkreuzung Honzrather Straße/Merchinger Straße und biegt dann nach links in die Merchinger Straße ein – jetzt mit der Zugmaschine wieder in Vorwärtsrichtung. Hat solch ein Riesen-Gefährt den Ortsausgang von Honzrath in Richtung Merchingen erreicht, ist die Fahrt vorerst für ihn zu Ende: „Ab etwa 10 Uhr werden diese einzeln mittels einer zweiten Zugmaschine in den Windpark gezogen“, heißt es vom Transport-Spezialisten Pusch. Vorübergehend soll es eine halbseitige Sperrung der Straße im Bereich der abgestellten Transportaufleger geben. „Alle Zufahrten werden weiterhin befahrbar sein“, versichern die Planer des Unternehmens.

Der Einsatz der zweiten Zugmaschine ist wegen der starken Steigung auf dem letzten Teilstück der L 346 und der Zufahrt zum Windpark erforderlich. Außerdem wartet dort noch ein letztes Nadelöhr: eine Haarnadelkurve kurz vor dem letzten Aufstieg in Richtung Merchinger Höhe. Damit es hier überhaupt vorangehen kann, muss der Transport entweder das letzte Teilstück nochmals im Rückwärtsgang absolvieren. Damit die riesigen Rotorblätter vorwärts auf das Windparkareal gelangen können, werden sie auf einem Verladeplatz genau in der Verlängerung der Haarnadelkurve einmal komplett umgeladen. Wegen dieses extrem anspruchsvollen letzten Streckenteilstücks wird die L 346 ab dem Ortsausgang Honzrath bis zur Zufahrt zum Windpark zwischen dem 22. Februar und dem 13. März komplett gesperrt bleiben. Merchingen ist dann nur noch über Merzig erreichbar.

Wie es nach Abschluss des Antransports der Windrad Komponenten weitergeht, darüber geben die Stadtwerke Merzig Auskunft, die einer der Betreiber des künftigen Windparks Merchingen II sind: „Zum Stellen der ersten Turmsegmente und zum Abladen der Großkomponenten wird auf den Montageflächen ein Hilfskran errichtet.“ Von Mitte März bis Anfang April werde dann der Hauptkran mit einer Höhe von etwa 160 Metern aufgestellt und die vollständige mechanische Montage der drei Windkraftanlagen durchgeführt. „Danach erfolgt die Fertigmontage der Windkraftanlagen und deren Inbetriebnahme bis Ende April.“


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