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Nach den Anschlägen gestern in Brüssel kontrolliert die Bundespolizei an der A 8 bei Perl



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Perl
Spürnase Max sucht Sprengstoff
Nach den Anschlägen gestern in Brüssel kontrolliert die Bundespolizei an der A 8 bei Perl

23. März 2016, 02:00 Uhr
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Die Bundespolizei auf dem Parkplatz Moseltal an der saarländisch-luxemburgischen Grenze bei Perl bei der Kontrolle. Foto: Rolf Ruppenthal Foto: Rolf Ruppenthal
Drei schwere Jungs hat die Bundespolizei bei Kontrollen gestern gefasst, wie Dieter Schwan, Pressesprecher der Bundespolizei, verriet. Einer wurde wegen Steuerhinterziehung gesucht, einer wegen Drogen, einer wegen Unfallflucht.
 
Mit stoischer Ruhe liegt Max auf dem blanken Asphalt – das Auto mit dem luxemburgischen Kennzeichen samt den beiden Insassen stets im Blick. Die Türen des Wagens sind geöffnet. Unterstützung bei der Bewachung erhält der Belgische Schäferhund von drei Bundespolizisten, die ihre Maschinengewehre geschultert haben. Noch sichert der Vierbeiner seine zweibeinigen Kollegen ab. „Er ist auch zum Schutz von Menschenleben trainiert worden“, verrät sein Herrchen.

Verschärfte Kontrollen

Die eigentliche Aufgabe der Spürnase – die Suche nach möglichem Sprengstoff – steht ihm noch bevor. Zwei der Verdächtigen haben ihre Durchsuchung hinter sich, sind von schwer bewaffneten Beamten zum Auto zurückgebracht worden, während der Dritte im Bunde diese vor sich hat. Nur kurz nach den Anschlägen gestern Morgen in Brüssel, die vielen Menschen das Leben gekostet haben und bei denen viele verletzt worden sind, steht die Bundespolizei auf dem Rastplatz Moseltal – für stichprobenartige Kontrolle. „Seit den Anschlägen in Paris und bedingt durch die große Zahl an Flüchtlingen hat die Bundesregierung das Schengen-Abkommen weitgehend außer Kraft gesetzt“, nennt ein Polizist den Grund für Grenzkontrollen. Seinen Namen will er nicht genannt haben. „Wegen der Anschläge in Brüssel sind die Kontrollen verschärft worden.“ Dass die Grenzschützer vor allem an der A8 kontrollierten, komme nicht von ungefähr. „Es ist die direkte Transitstrecke von Brüssel nach Frankfurt oder München.“ An den zwei Männern, die auf der Autobahn Autofahrer auf den Rastplatz winken, kommt niemand vorbei.

Den Start zu den Kontrollen haben vier Mann gemacht, verrät der Polizist. Gegen Mittag haben die Leute aus dem Perler Revier längst Verstärkung erhalten – aus Bexbach und aus Saarbrücken. Mit dabei: Spürnase Max, der Sprengstoff wittern soll, mit seinem Herrchen von der Diensthundestaffel. Wie auf ein unsichtbares Kommando nimmt der Polizist den Vierbeiner an der Leine, geht mit ihm zum Auto. Der zweieinhalbjährige Malinois, wie diese Hunderasse auch genannt wird, scheint seine Aufgabe Spaß zu machen. Freudig wedelt der Schäferhund mit kurzen Haaren, die seine Muskeln richtig zur Geltung bringen, mit dem Schwanz, jault hin und wieder kurz auf. „Es ist für ihn ein Spiel“, sagt der Polizist, während Max um den Wagen springt – stets auf der Suche nach Sprengstoff. Den Tank beschnuppert der Vierbeiner, das Wageninnnere, ebenso den Motorraum. Doch Fehlanzeige.

Per Haftbefehl gesucht

„Wenn Max etwas gefunden hätte, hätte er sich bemerkbar gemacht“, verrät sein Herrchen, bei dem sich der Schäferhund „pudelwohl“ führt. Schließlich hat er Familienanschluss. „Durch den ständigen Kontakt ist die Bindung enger“, sagt der Polizist, nimmt seinen Vierbeiner an der Leine und führt ihn zu dem Polizeitransporter, in dem der treue Begleiter seine Box hat. Bevor er Max befiehlt, in den Wagen zu springen, erhält er eine Portion Streicheleinheiten – „körperliche Lobi“, wie der Beamte dies nennt. „Jetzt kann er ein bisschen verschnaufen. Denn das alles ist anstrengend für ihn“, sagt er und betrachtet voller Stolz seinen Begleiter, der mit wachen Augen die Umgebung beobachtet.

Mittlerweile ist auch der Dritte der Verdächtigen wieder zurück am Auto. Doch an Abfahrt ist noch nicht zu denken. Es stellt sich heraus, dass einer des Trios per Haftbefehl gesucht wird – wegen Steuerhinterziehung. „Er konnte aber den haftrichterlichen Betrag zahlen und wurde auf freien Fuß gesetzt“, sagt Dieter Schwan, Pressesprecher der Bundespolizei auf SZ-Anfrage. Noch zweimal schnappt bis zum Nachmittag die Polizeifalle zu: Den Mann, der wegen Drogenbesitzes gesucht wird, führen die Beamten dem Haftrichter vor, einer, der wegen Unfallflucht gesucht wird, wird in die Justizvollzugsanstalt gebracht. Mittlerweile hat es Wachablösung am Rastplatz Moseltal gegeben. Wann die Kontrollen beendet werden, kann Schwan nicht sagen. „Das kann dauern, je nach Lage.“
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