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Bürgermeister Daniel Kiefer, SPD: „Ich will versuchen, alle Erwartungen zu erfüllen“





Orscholz
Er weiß um sein schwieriges Erbe
Bürgermeister Daniel Kiefer, SPD: „Ich will versuchen, alle Erwartungen zu erfüllen“

19. Oktober 2016, 02:00 Uhr
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Mettlachs neuer Bürgermeister Daniel Kiefer (l.) nimmt die Glückwünsche von Innenstaatssekretär Chrtistian Seel entgegen. Foto: Rup

Foto: Rup
Die Immobilien-Affäre um Kappelt schwelt noch, die SPD-Fraktion ist dadurch zersplittert. Bei seiner Amtseinführung spricht Verwaltungschef Daniel Kiefer von vielen Aufgaben, die er bewältigen will.

Am Ende kann er es doch nicht lassen. Zwar nimmt sich Daniel Kiefer nicht mehr die Zeit, seine grauschwarze Anzugsjacke mit dem weinroten Vereinsjackett zu tauschen. Wie in seiner Antrittsrede angekündigt, greift der Chef des Orscholzer Musikvereins zu seiner Tuba, reiht sich in die Reihe seiner Freunde ein und bläst den rund 500 Gästen „den Marsch“ im Cloef-Atrium. Beifall brandet auf, als der neue Verwaltungschef im Mettlacher Rathaus Dirigent Frank Behr die Hand schüttelt und das Ensemble um Verständnis bittet, dass es „wohl in der nahen Zukunft wohl des Öfteren“ auf ihn verzichten muss. Ein dickes Lob hat er für Jürgen Diedrich, dessen Tochter Lena und Sohn Benedikt, die ihm zu Ehren Haydns Zigeunertrio aufspielen.

Seit Sonntag ist der 36-Jährige Bürgermeister und damit Nachfolger von Carsten Wiemann, der über die Immobilien-Affäre „Auf Kappelt“ gestolpert war und Anfang Februar seinen Rücktritt erklärt hatte. Über das Amt sagt der Orscholzer mit Blick auf den Skandal, der immer noch schwelt: „Es ist sicherlich kein leichtes Erbe, welches ich hier angetreten habe.“ Die Erwartungen der Bürger sind nach seinem Bekunden nach den Geschehnissen des abgelaufenen Jahres groß, die Liste der Aufgaben lang. Er verspricht, sich mit ganzer Kraft, Beständigkeit und Kontinuität dafür einzusetzen, diesen gerecht zu werden und zu versuchen, auf alle Belange einzugehen. „Aber bitte erwarten Sie auch von mir keine Wunder. In manchen Bereichen gibt es Grenzen, seien sie rechtlicher oder finanzieller Natur, die auch ein Bürgermeister, auch wenn er es noch so sehr möchte, nicht überwinden kann.“ Er wolle ein Bürgermeister aller sein und ruft dazu auf, ihm Anregungen und Wünsche zu unterbreiten. Mit Blick auf die leeren Kassen nennt er Ideenreichtum und Kreativität als Maxime, „um aus den vorhandenen Mitteln das Beste herauszunehmen“.

Christian Seel, Staatssekretär im Ministerium für Inneres und Sport, bescheinigt „dem neuen Gesicht der Gemeinde“, dass Kiefer nach den jüngsten Vorfällen in der Kommune keine leichte Aufgabe hat, ohne die Immobilien-Affäre und die Spaltung der SPD-Fraktion im Gemeinderat mit einer Silbe zu erwähnen. „Scheuen Sie sich nicht, ihre Anliegen bei den verschiedenen Ministerien vorzubringen“, fordert er den Verwaltungschef auf. Derweil bleibt es Beckingens Bürgermeister Erhard Seger vorbehalten, Daniel Kiefer im Kreis seiner neuen Kollegen zu begrüßen. „Das Lachen wird dir noch vergehen“, prophezeit er und hat die Schmunzler auf seiner Seite, als er die „Leiden“ eines Bürgermeisters schildert – etwa die mit der Kommunalaufsicht oder die, wenn Mitarbeiter höher gruppiert werden wollen. Zuvor hatten Seger und seine Kollegen aus Wadern und Perl, Jochen Kuttler und Ralf Uhlenbruch, dem „Neuen im Bunde“ ein Präsent überreicht. Der Wunsch von Nohns Ortsvorsteher Reinhold Behr: dass der neue Kapitän das Schiff wieder in ruhige Gewässer lenke. Er wolle noch ein paar Jahre Ortsvorsteher bleiben, „wenn Gott es will und meine Ehefrau Hertha es zulässt“.

Derweil würdigt Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich das gute Wahlergebnis von Kiefer. Ein Bürgermeister ist nach ihren Worten jemand, der Lebensräume gestaltet. Er habe viel Verantwortung und viele Aufgaben zu bewältigen, sei zudem Moderator. Dazu wünscht sie ihm viel Geduld.

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Auf einen Blick Bei der Podiumsdiskussion im Juni sagte CDU-Kandidat Christian Schmitt zu, dass Mettlachs Beigeordneter Bernhard Schneider (CDU), der in die Immobilien-Affäre verwickelt ist, zurücktreten werde und den Weg für eine Neuwahl freimachen werde, sobald ein neuer Bürgermeister gewählt sei. „Er hat mir sein Wort gegeben.“ Mittlerweile ist ein neuer Verwaltungschef im Amt, Schneider immer noch dessen Stellvertreter. CDU-Fraktionschef Michael Thieser dazu: „Schneider wäre dann zurückgetreten, wenn Schmitt Bürgermeister geworden wäre.“ mst



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