Sie sind hier: HomeSaarlandMerzig-Wadern

. . . da war der damals zehnjährige heutige Obertierpfleger des Zoos ein ständiger Gast



Anzeige


Als Flipper hoch drei für Stimmung sorgte . . .
. . . da war der damals zehnjährige heutige Obertierpfleger des Zoos ein ständiger Gast

29. April 2014, 00:00 Uhr
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Blick in die Delfin-Show im Jahr 1979. Foto: Zoo/Lothar Schmitt Foto: Zoo/Lothar Schmitt
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Auf dem Wegeplan des Zoos ist die Delfin-Show ebenfalls eingezeichnet. Foto: Zoo/Dirk Backes Foto: Zoo/Dirk Backes
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Der Sohn von Trainer Artur Frank im Delfinbecken im Jahr 1979. Foto: Zoo/Lothar Schmitt Foto: Zoo/Lothar Schmitt
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten.

DirkBackes
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Alte Zoopostkarte aus dem Jahr 1979. Foto: Zoo Foto: Zoo
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Blick auf Fundament-Reste (links), die beim Bau Schneeleoparden-Gehege gefunden wurden. Foto: Backes Foto: Backes
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Das Delfin-Show-Zelt – es brannte Anfang Februar 1980 ab. Foto: Zoo/Lothar Schmitt Foto: Zoo/Lothar Schmitt
Sozusagen aufgewühlt worden im wörtlichen Sinne ist die Geschichte während der Aushubarbeiten bei der neuen Raubtieranlage im Zoo, exakter beim Bau des neuen Zuhauses für die Schneeleoparden. Da wurden nämlich blaue Reste gefunden, Reste, die zum Delfinarium gehörten, das hier kurze Zeit stand.


 
Genauer bis ins frühe Jahr 1980. Allerdings war da schon monatelang keine Show mehr in der Drucklufthalle. Bis in den April 1979 war das Delfinarium betrieben, warum dann Schluss war, das weiß selbst Obertierpfleger Dirk Backes nicht mehr. Und Backes ist eine Fundgrube für jeden Stadt-Historiker, sammelt alles, was er kriegen kann. Und natürlich ist er bei SZ-Nachfrage nach dem ehemaligen Delfinarium auch sofort fündig geworden. „Habe ja alles noch miterlebt.“ Seine Zoo-Historien-Sammlung jedenfalls, die ist jetzt durch ein Stück des gefundenen Becken-Restes erweitert worden, das hatte Zoodirektor Norbert Fritsch beim SZ-Besuch verraten. Backes kramt aus seiner reichhaltigen Schatztruhe sogar noch einen SZ-Artikel hervor, der das endgültige Ende des Delfinariums belegt. Kein Jahr nach Stillegung, am 9. Februar 1980 genau, brannte das komplette Delfinzelt ab. Um 23.11 Uhr hatten Anwohner die Feuerwehr alarmiert. Tiere wurden nicht verletzt. Der Besitzer Arthur Frank, so weiß Backes, leitete später den Zirkus im Tivoli-Park bei Höheischweiler in der nahen Pfalz. Lange waren die Beckenreste zu zu sehen. Im Jahr 1994 wurde dann alles verfüllt, die Braunbärenanlage wurde gebaut, bald haben die Schneeleoparden hier ihr Zuhause.

Lang hat es das Delfinarium also nicht gegeben. Die Bauarbeiten, so erzählt Backes, hatten Anfang 1978 begonnen, Eröffnung war an Ostern. Bauherr und Besitzer Arthur Frank kam mit seinen Delfinen aus dem Zoo in Landau. Frank, auch ehemaliger Besitzer des Safari-Parks in Großgerau – war alleiniger Betreiber des Delfinariums. Der Zoo hatte also lediglich den Platz zur Verfügung gestellt. Für den damaligen Zoodirektor Berthold Günther eine Chance, die Attraktivität des Neunkircher Tiergartens zu erhöhen.

450 Sitzplätze gab es in der großen Traglufthalle, ein zwölf mal acht mal 2,50 Meter großes Becken für die Delfine und ein kleineres für den Seelöwen der Show. 1979 kam noch ein kleines Isolier- und Absperrbecken dazu. Laut Backes betrug der Salzgehalt 2,1 Prozent. Die Show – das waren drei Delfine, Sellöwen und Schimpanse Sabine. „Es war ein tolles Programm und ich besuchte als zehnjähriger Junge unzählige Vorstellungen“, erinnert sich Backes. Vor jeder Show sei die Titelmelodie der Fernsehserie „Flipper“ erklungen. Erst kamen die drei Delfine – Lolita, Pinocchio und Waltesito – dann Sabine. Mit Trainer Roland Duss machte sie die Wilhelm-Tell-Nummer. Doch zum Abschuss des Apfels durch Duss kam es nie. Die Schimpansin nahm ihn, biss hinein und zeigte Duss den Vogel. „Das Publikum gab einen Riesenapplaus“, weiß Backes noch. Familie Duss war im Übrigen als Tiertrainerfamilie bekannt, hatte unter anderem die Seelöwen für die Fernsehserie „Hallo Robbie“ trainiert. Ein Wiedersehen mit Duss hatten die Zoomitarbeiter am 12. Juni 2013. Duss war mit dem Zirkus Krone in Neunkirchen und schwelgte mit ihnen in Erinnerungen. Auch Fritsch erinnert sich an den gemeinsamen Zoorundgang und seine Einladung gemeinsam mit Backes zum Seelöwenschwimmen.

Die ersten drei „Neunkircher“ Delfine starben durch Infektionen, Besitzer Frank kaufte drei neue – Olli, Taiji und Blecky. Stolze 3,10 Meter war der größte, soll, so Backes, angeblich der größte Delfin in der der Bundesrepublik gewesen sein. Jedes der Tiere, die aus Japan kamen, kostete inklusive Transport damals 60 000 Mark. Tscheche Ladislav Simacek wurde Trainer bis zur Schließung des Delfinariums nur kanpp ein Jahr nach der Eröffnung. Delfine hat es seitdem im Zoo nicht mehr gegeben.

Zum Thema:

Auf einen BlickEin Besuch im Neunkircher Zoo ist zurzeit täglich von 8.30 bis 18 Uhr geöffnet. Letzter einlass ist um 17 Uhr. Preise und alles weitere auf der Internet-Seite des Zoos: www.zoo-neunkirchen.de.Fotos sind immer wunderschöne Erinnerungen. Dass sie auch Dokumente der Vergangenheit sind, versteht sich von selbst. Das beweisen auch die wunderbaren Fotos auf dieser Seite, die Dirk Backes, Obertierpfleger des Zoos, zur Verfügung gestellt hat. Deshalb wünscht sich die Lokalredaktion Neunkirchen der Saarbrücker Zeitung Zoo-Fotos ihrer Leser. Egal, ob sie ebenfalls das Delfinarium dokumentieren, ob sie wunderschöne alte Erinnerungen an ehemalige Attraktionen des Zoos zeigen oder einfach aktuell nette Ablichtungen fürs Familienalbum sind. Mailen Sie die Fotos an rednk@sz-nk.de oder – falls ein Mailen wirklich gar nicht möglich ist – senden Sie sie an SZ Neunkirchen, Bahnhofstraße 50, 66538 Neunkirchen. Die schönsten, originellsten, aussagekräftigsten Fotos werden wir dann veröffentlichen. ji


Teilen und diskutieren

Kommentieren Sie diesen Beitrag über Facebook, Twitter oder Google+:

FACEBOOK
GOOGLE+
TWITTER



EM-Ticker




Zum EM-Special 2016 ->



Anzeige
Neu für Vereine:
SaarZeitung

Termin melden

Text schicken
Lokalausgabe Merzig-Wadern
Jetzt die SZ lesen:

ANZEIGE
Tipps


ANZEIGE
Beilagen




Anzeige