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Handgestrickte Muntermacher





Handgestrickte Muntermacher
Von SZ-Mitarbeiterin Silvia Buss ,  23. Dezember 2010, 00:16 Uhr
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Saarbrücken. Können Fahrradständer frieren?, fragt man sich vor dem Käseladen Ecke Johannis-/Cecilienstraße im Nauwieserviertel. Denn genau dort hat jemand einer der metallenen Abstellanlagen eine grüne Woll-Ummantelung gehäkelt. Die hat an den Enden sogar rote Füße. Auf einem Fahrradständer auf der gegenüberliegenden Straßenecke sitzen zwei Spatzen



Saarbrücken. Können Fahrradständer frieren?, fragt man sich vor dem Käseladen Ecke Johannis-/Cecilienstraße im Nauwieserviertel. Denn genau dort hat jemand einer der metallenen Abstellanlagen eine grüne Woll-Ummantelung gehäkelt. Die hat an den Enden sogar rote Füße. Auf einem Fahrradständer auf der gegenüberliegenden Straßenecke sitzen zwei Spatzen. Auch diese putzigen Kerlchen sind aus flauschiger Wolle. Wer macht so was und warum?

Nennen wir sie einfach "Strickbombe", so wie auch ihr Internetblog heißt. Ihren richtigen Namen will die junge Engländerin nicht gern preisgeben, "um das mit meinen anderen Jobs nicht zu vermischen". Seit einem Jahr lebt sie im Saarland, arbeitet als Übersetzerin und Yoga-Lehrerin. Gleich in der ihrer ersten Saarbrücker Silvesternacht hat sie beschlossen, ab sofort nicht mehr nur Schals und Pullis zu stricken, sondern mit Stricksachen den städtischen Raum aufzumuntern.

"Urbanes Stricken", knit graffiti (Strickgraffiti) oder auch "yarn bombing" (in etwa: mit Garn bomben) heißt diese längst weltweite Bewegung, die mit der Strickbomberin nun auch im Saarland vertreten ist. "Ich hatte Lust, das zu machen, um in der Stadt herum zu kommen, eine Verbindung zur Stadt aufzubauen", sagt die Strickbombe zu ihrer Motivation.

Einen realen Strickkreis hat sie in Saarbrücken auch gegründet, um Leute kennen zu lernen. Über ravelry.com, eine Art Facebook für Strickfans, habe sie einfach alle Saarländischen User angemailt, zu rund acht treffe man sich nun monatlich zum Handarbeiten reihum in Cafés.

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