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Nur Christen genehm?



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Köllerbach/Trier
Krach um Flüchtlinge im Pfarrhaus - Katholisches Laiengremium verlangt Rücknahme einer Anweisung
Nur Christen genehm?

28. November 2014, 00:00 Uhr
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Im Riegelsberger Ortsteil Walpershofen, wo die Kirche St. Peter und Paul steht, sind viele Gemeindemitglieder verärgert. Foto: B&B Foto: B&B
In der Pfarreiengemeinschaft Riegelsberg-Köllerbach gibt es Konflikte zwischen Laien und Pfarrer Werle. Das Bistum stellt sich hinter Werle und spricht von einem „Missverständnis“.
 
Der Verwaltungsrat der katholischen Kirchengemeinde Herz Jesu Köllerbach verlangt von seinem Pfarrer eine schriftliche Rücknahme einer Anweisung, im Pfarrhaus ausschließlich Flüchtlinge mit christlichem Glaubensbekenntnis aufzunehmen. In einem der SZ vorliegenden Schreiben des Völklinger Dechanten Franz-Josef Werle, der auch Hirte von Herz Jesu ist, an die Mitglieder des Verwaltungsrates der Kirchengemeinde vom 22. Oktober heißt es: „Die Vermietung des ersten Obergeschosses im Pfarrhaus an eine größere syrische Familie, wie Sie es vorschlagen, sehe ich positiv. Allerdings weise ich darauf hin, dass wir von Seiten des Bistums angehalten worden sind, darauf zu achten, dass kirchliche Gebäude an Christen vermietet werden sollen. Dies gilt es zu berücksichtigen.“

Dieses Schreiben Werles empörte mindestens ein Mitglied des Verwaltungsrates derart, dass es an den Trierer Bischof Stephan Ackermann schrieb und um Aufklärung bat. Wenn diese Anweisung aus Trier an die Pfarrer öffentlich werde, sei der Imageschaden enorm. Eine Auswahl der Flüchtlinge nach Nationalität oder Religionszugehörigkeit verstoße gegen die Grundsätze der Menschenwürde und die Verfassung.

Auf SZ-Anfrage dementierte Bistumssprecher André Uzulis, dass es im Bistum Trier eine Abweisung gebe, „nur eine bestimmte Gruppe von Flüchtlingen in Liegenschaften der katholischen Kirche aufzunehmen“. „Es handelt sich um ein Missverständnis“, erklärte Ackermanns Sprecher. Pfarrer Werle habe seine Aussage bereits gegenüber dem Verwaltungsrats-Vize korrigiert.

Das Bistum betonte, dass die Unterstützung allen Flüchtlingen „ungeachtet ihrer Nationalität und Religionszugehörigkeit“ gelte. „Genaue Zahlen über die in den katholischen Liegenschaften aufgenommenen Flüchtlinge liegen uns derzeit nicht vor“, räumte Uzulis ein. Das Bistum Trier werbe bei seinen Kirchengemeinden, den Kommunen freien Wohnraum anzubieten. Im leer stehenden Köllerbacher Pfarrhaus ist seit Monaten eine muslimische Familie aus Syrien untergebracht. Vergangene Woche beschloss der Verwaltungsrat in Abwesenheit Werles, dort eine weitere Familie auf einer leer stehenden Etage unterzubringen.

Doch der Ärger über Pfarrer Werle kocht in der Pfarreiengemeinschaft Köllerbach-Riegelsberg weiter. Dieser habe seine schriftliche Anweisung zur ausschließlichen Aufnahme von christlichen Flüchtlingen bisher nicht schriftlich zurückgenommen, heißt es. Besonders verärgert sind viele Gemeindemitglieder in der Zweigstelle Walpershofen, wo die Filialkirche St. Peter und Paul steht. Werle habe das letzte Mal am 28. Juni 2014 dort die Messe gelesen und sich seitdem dort nicht mehr sehen lassen. Bei Bitten von Gemeindemitgliedern in extremen seelischen Notlagen, etwa nach einer letzten Ölung für einen sterbenden Verwandten oder nach Begleitung einer Beerdigung, habe Werle Vertreter geschickt. „Verhält sich so ein Pfarrer?“, heißt es in Walpershofen.

Werle wollte sich gegenüber der SZ nicht zu der Kritik äußern. Er ließ von Rendantin Bärbel Speicher ausrichten, dass Anfragen nur an die Bistums-Pressestelle zu richten seien.
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