EM 2016 - SZ Aktion: Täglich 50 Euro gewinnen - und 3 x Samsung Galaxy Tab Sie sind hier: HomeSaarlandKöllertalHeusweilerOrtsteil Heusweiler

Mittelwellen-Anlagen werden Ende 2015 abgeschaltet – Zukunft der Masten noch ungewiss



Anzeige


Heusweiler
Tage des Heusweiler Senders sind gezählt
Mittelwellen-Anlagen werden Ende 2015 abgeschaltet – Zukunft der Masten noch ungewiss

Von  Fred Kiefer, 
23. Januar 2015, 00:00 Uhr
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Kommendes Jahr ist die aktive Zeit der Sendeanlage in Heusweiler Geschichte, doch noch hat sie ganz schön Power: Mit einer Kohleschaufel am Spannseil des Heusweiler Senders erzeugt Ingenieur Reinhard Donie eine Funkenbrücke und lässt Musik ertönen (linkes Bild). Im mittleren Bild ist er an der Schaltanlage des Antenne-Saar-Senders. Die alte Aufnahme rechts zeigt Dieter Thomas Heck mit dem Kofferradio „Golf Europa“, das eine „Goldene Sendertaste“ hatte, auf der die Europawelle Saar programmiert war. Fotos/Repro: aki
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Die beiden 120-Meter-Sendemasten des SR in Heusweiler. Kommendes Jahr könnten sie abgebaut werden.
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Das Verwaltungs- und Technikgebäude des Heusweiler Mittelwellensenders.
Seit 80 Jahren gehen von Heusweiler aus Radiosendungen in den Äther. Doch mit dem Ende der Mittelwelle am 31. Dezember 2015 haben diese Sender des Saarländischen Rundfunks ausgedient. Die beiden 120 Meter hohen Antennenmasten sind ein Wahrzeichen des Köllertals.
 
Ein Freitagabend im Oktober der späten 1960er Jahre, 18.05 Uhr: Tausende überwiegend junge Leute vom Nordkap bis nach Italien haben an ihren Radios die Mittelwellen-Frequenz 1421 des Saarländischen Rundfunks eingestellt – die „Europawelle Saar“. Sie alle lauschen der Musiksendung „Hallo Twen“ mit Manfred Sexauer. Ab 4. Oktober 1965 an fünf Tagen der Woche ausgestrahlt, hat die Sendung mit den neuesten Songs der Beatles, Rolling Stones, Mamas and Papas, Animals, Beach Boys und der zahlreichen anderen Beatgruppen bereits nach kurzer Zeit Kultstatus erreicht.

Zwar brachten auch andere ARD-Sender Musikprogramme, „Hallo Twen“ blieb jedoch bis zum Ende im Jahr 1973 die Nummer Eins und ein Markenzeichen des SR. In den Studios auf dem Halberg in Saarbrücken produziert und von den 1948 und 1965 errichteten Sendemasten in Heusweiler in den Äther geschickt, war Manfred Sexauers Sendung über Mittelwelle europaweit zu hören. Die Sendeanlage in Heusweiler war damals mit 1200 Kilowatt die leistungsstärkste im gesamten ARD-Bereich.

Im Gespräch mit Reinhard Donie, dem stellvertretenden SR-Fachbereichsleiter Programmverbreitung, und mit SR-Archivar Roland Schmitt erfuhren wir noch mehr über den Sender: Seit 1. Oktober 1994 sendet Deutschlandradio das Mittelwellenprogramm des Deutschlandfunks vom auf 400 kW reduzierten Heusweiler Sender, nachdem der SR drei seiner vier Programme nur noch über UKW ausstrahlte. Einzig Antenne Saar wird voraussichtlich noch bis Ende des Jahres sein deutsch-französisches Programm über die Mittelwellen-Frequenz 1179 kHz von der 50 Meter-Antenne nahe des Hauptsenders in Heusweiler ausstrahlen.

Ende 2015 endet in Deutschland die Mittelwellen-Ära. Fast alle Rundfunkanstalten werden nach dem 31. Dezember nur noch über die Ultrakurzwelle (UKW) oder digital (DAB+) und über Internetradio senden. Von der „Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten“ (KEF) wird es ab dem 1. Januar 2016 jedenfalls keine Zuschüsse mehr aus dem Fonds der Rundfunkbeiträge für Mittelwellenprogramme geben. Deutschlandradio hat seinen Mietvertrag mit dem SR zum 31. Dezember 2015 gekündigt.

Die Anlage in Heusweiler wird danach vom Saarländischen Rundfunk nicht mehr benötigt – die beiden 120-Meter-Antennen, die 50-Meter-Antenne sowie ein Verwaltungs- und Technikgebäude stehen hier. Die Rundfunkanstalt bemüht sich, einen Mieter für die Gebäude zu finden. Die Sendemasten werden voraussichtlich demontiert.

Zum Thema:

HintergrundGeschichts-Daten: 23. Dezember 1935: Inbetriebnahme des ehemaligen Langenbergsenders mit einer Leistung von 17 kW und Sendefrequenz von 859, später 1249 kHz, in Heusweiler.November 1938: Die neue Senderanlage Heusweiler mit 17 Kilowatt (kW) wird montiert.17. März 1945: Der Heusweiler Sender wird im Krieg zerstört.19. Juni 1946: Betriebsbeginn in Heusweiler mit einem Marconi-Sender.10. Juli 1948: Der 120 Meter hohe Stahlgittermast geht in Betrieb.16. April 1958: Die Bauarbeiten am neuen Verwaltungsgebäude beginnen.2. Januar 1964: Start der Europawelle Saar. 18. März 1965: Der zweite 120-Meter-Sendemast wird errichtet.1972: Das Verwaltungsgebäude wird erweitert. 1. Oktober 1994: Deutschlandradio sendet auch von Heusweiler. aki
Teilen und diskutieren

Kommentieren Sie diesen Beitrag über Facebook, Twitter oder Google+:

FACEBOOK
GOOGLE+
TWITTER



LESE-EMPFEHLUNGEN
Heusweiler

Die Tage des Senders sind gezählt

Seit 80 Jahren gehen von Heusweiler aus Radiosendungen in den Äther. Doch mit dem Ende der Mittelwelle am 31. Dezember 2015 haben diese Sender des Saarländischen Rundfunks ausgedient. Die beiden 120 Meter hohen Antennenmasten sind ein Wahrzeichen des Köllertals.Mehr
Heusweiler

Mittelwelle in Heusweiler wird zum Jahresende eingestellt

Für SR-Intendant Thomas Kleist ist es auf der einen Seite schon traurig, die nicht zuletzt dank der „Europawelle Saar“ geschichtsträchtigen Sender in Heusweiler zum Jahresende abzuschalten. Andererseits müsse der SR beim Einsatz technischer Mittel auch mit der Zeit gehen.Mehr
Heusweiler

Das ist der Gipfel in Heusweiler

Wie kommt man in Heusweiler auf eine Höhe von 645 Meter über dem Meeresspiegel? Man muss nur auf den 208 Meter hohen Sendemast auf der Göttelborner Höhe klettern. Der steht nämlich in Wirklichkeit auf Heusweiler Gebiet. Jetzt wird die Anlage vom SR schrittweise aufgerüstet, um ihre Reichweite zu erhöhen.Mehr


Anzeige
Neu für Vereine SaarZeitung | Termin melden | Text schicken
Lokalausgabe Köllertal
Jetzt die SZ lesen:

ANZEIGE
Tipps
Anzeige