Köllertal

Das Köllertal ist nicht mehr so sicher

Zahl der Straftaten stieg 2012 um 20 Prozent – Polizei schraubt Aufklärungsquote auf 49,1 Prozent.


Von Von SZ-Redakteur Peter Wagner, 18. Mai 00:00

Einbrecher kennen die Sicherheitslücken bei Häusern und Wohnungen meist genau. Auch im Köllertal gab es im Jahr 2012 laut Kriminalitätsstatistik viele Einbrüche. Symbolfoto: Initiative „Nicht bei mir!“

Die Zahl der Straftaten im Köllertal ist 2012 um 20 Prozent gestiegen. Verantwortlich sind in erster Linie Computerkriminalität und Betrügereien. Alles in allem zählen Püttlingen, Riegelsberg und Heusweiler aber noch zu den relativ sicheren Kommunen des Saarlandes. (Veröffentlicht am 18. Mai 00:00)
Heusweiler, Püttlingen und mit Abstrichen Riegelsberg zählten noch 2011 zu den sichersten Gemeinden des Saarlandes. Die Wahrscheinlichkeit, hier Opfer einer Straftat zu werden, war nicht einmal halb so groß wie im Durchschnitt der 52 Kommunen und nur etwa ein Viertel so hoch wie in der Landeshauptstadt.

Im vergangenen Jahr hat sich das schöne Bild deutlich eingetrübt, die drei Orte rangieren in der Disziplin Sicherheit nur noch im Mittelfeld. Die Zahl der polizeilich erfassten Straftaten ist im vergangenen Jahr um etwa 20 Prozent auf exakt 2273 gestiegen. In der Tabelle der Häufigkeitszahlen, die Straftaten auf die Zahl der Einwohner umlegt und die Opferwahrscheinlichkeit angibt, stieg Riegelsberg von Platz 34 auf 28, Püttlingen von 43 auf 31, Heusweiler von 41 auf 32. „Unsicherste“ Kommunen sind Saarbrücken, Saarlouis und Lebach, die „sichersten“ Marpingen, Mandelbachtal und Oberthal.

Serie von Einbrüchen

Den stärksten Anstieg der Kriminalität gab es in Püttlingen, nämlich um 27,8 Prozent auf 830 Taten. Hier sticht eine Verdreifachung bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten auf 183 Taten ins Auge. Wolfgang Schäfer, Leiter der Polizeiinspektion Köllertal, sieht dennoch das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung nicht nennenswert beeinträchtigt. Denn hinter dieser Summe verbergen sich zwei große Serien, bei denen es um Warenkreditbetrug und um Versendung von fingierten Rechnungen gehe. Der Durchschnittsbürger sei von diesen Geschäften nicht betroffen, die Aufklärungsquote liege überdies hier bei 84 Prozent.

In Heusweiler stieg die Zahl der erfassten Taten um 24 Prozent auf 801. Auch hier verdarben ein Warenbetrüger (mit etwa 40 Einzeltaten) und gleich zwei Serien von Einbrüchen und Autoaufbrüchen die gute Bilanz des Vorjahres. Dank intensiver Ermittlungsarbeit und Prävention war es gelungen, zwei mutmaßliche Täter zu fassen, von denen einer bereits im Gefängnis sitzt.

Den geringsten Zuwachs von Kriminalität, nämlich um gut neun Prozent auf 642 Fälle, gab es in Riegelsberg, auch dort maßgeblich verursacht durch Internet-Kriminalität. Sie wird neuerdings zentral von einer eigenen Abteilung im Landespolizeipräsidium bearbeitet, um mit ihrer wachsenden Bedeutung Schritt zu halten. Erfreulich in Riegelsberg: Die Zahl der Diebstähle ging markant um zwölf Prozent zurück. Und über alle drei Kommunen hinweg schraubte die Köllertaler Polizei die Aufklärungsquote von 47,9 auf 49,1 Prozent.


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