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Eine St. Ingberterin ist nach brutaler Attacke auf ihren kleinen Kater noch immer fassungslos





St Ingbert
Welcher Tierquäler schoss Sammy ins Auge?
Eine St. Ingberterin ist nach brutaler Attacke auf ihren kleinen Kater noch immer fassungslos

Von  Cornelia Jung, 
18. Oktober 2016, 02:00 Uhr
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Kater Sammy aus St. Ingbert bekam im Abstand von fünf Monaten zwei Schüsse ins linke Auge. Nach der Attacke von vergangener Woche war es nicht mehr zu retten. Foto: Cornelia Jung

Foto: Cornelia Jung
Auch eine Woche, nachdem unsere Zeitung über einen kleinen Kater berichtet hatte, dem ein Unbekannter in St. Ingbert bereits zum zweiten Mal gezielt ins Auge geschossen hat, gibt die Untat Rätsel auf. Die Besitzerin des Tieres fragt sich: Wer tut so etwas – und vor allem warum?

„Ist das Tier gesund, freut sich der Mensch“, heißt es in einer Werbung. Da ist was dran. Und weil es ihrem Kater Sammy nicht gut geht, fühlt sich auch sein Frauchen Christina Klicker unwohl. Denn die Fellnase hat nicht nur einfach einen Schnupfen oder eine kahle Stelle im Pelz, sondern irgendein Katzenhasser hat Sammy brutal gequält. Auf das zutrauliche Tier wurde nämlich im beschaulichen Wohnviertel zwischen Bayern- und Preußenstraße geschossen (wir berichteten). Und das nicht zum ersten Mal. Bereits Ende April streifte ein Diabolo-Geschoss das Auge des Katers und drang in seinen Kopf ein.

In der vergangenen Woche nun traf jemand mit einem Luftgewehr dasselbe Auge wieder. Diesmal war das Auge nicht mehr zu retten. Wie durch ein Wunder überlebte der 13 Monate alte Kater beide Angriffe. Und zum Glück ohne neurologische Folgen. Seine Besitzerin hält es nun nicht mehr für einen Zufall, dass gerade ihr Kater erneut Angriffsziel war. „Da hat es jemand auf ihn abgesehen, oder auf uns“, fügt die Katzenliebhaberin hinzu. Dabei traut sie es den Nachbarn nicht zu. Sie fühle sich sehr wohl dort, die Leute seien nett. Und trotzdem empfinde sie es als „paranoid“, dass sie doch denkt, es könne eben jeder gewesen.

Erst vor einem Jahr war die vierköpfige Familie aus dem Winnweg ein paar Straßen weiter gezogen, um auch Katzen halten zu können. Christina Klicker zerbricht sich den Kopf darüber, wer so etwas macht und vor allem, warum. In der Nachbarschaft gebe es eine Katze, die vor zwei Monaten zwei eitrige Stellen auf der Brust gehabt hätte. Wie der Tierarzt sagte, rühren die darunter liegenden Wunden mit großer Wahrscheinlichkeit von einem Schuss her. Auch dieses Tier hatte eine dunkle Farbe. Ist „diese Person“, wie Christina Klicker den Schützen nennt, weil es sowohl eine Frau als auch ein Mann gewesen sein könne, vielleicht abergläubisch? Tierquälerei ist es allemal. Und die Behandlung teuer. Im April betrugen die Kosten 1200 Euro, auch jetzt belaufen sich die Arztrechnungen nach zwei Tagen Klinikaufenthalt, Operation und Wundversorgung schon auf mehr als 700 Euro. Sammy ist wieder zuhause, es geht ihm gut und er möchte am liebsten schon wieder raus. Gut, dass er so schnell vergessen kann. Die Familie Klicker kann das nicht. Als Erstes hat sie eine Anzeige bei der Polizei erstattet, nun will sie Flyer austeilen, um den Schützen zu finden und eine Belohnung ausloben. Außerdem werde sie ihre beiden „Freigänger“ mit GPS-Anhänger ausstatten, um zu wissen, wo sie gerade sind.

Wie Christina Klicker von ihrem Tierarzt weiß, ist es gar nicht so selten, dass Katzen als „Zielscheibe“ herhalten müssen. Vielfach sehe man es durch das Fell gar nicht. Erst auf dem Röntgenbild werde dies manchmal sichtbar. Die Katzenhalterin zeigt das kürzlich vom Kopf ihres Katers aufgenommene Bild, auf dem das mittlerweile eingewachsene, erste Geschoss zu sehen ist. In der Hand hält sie aber auch das zweite Projektil, das Sammy in der Elversberger Tierklinik entfernt worden ist. Es ist rund fünf Millimeter lang und hat einen fast ebenso großen Durchmesser. Eine gruselige Vorstellung, dass mit Munition auf Lebewesen geschossen wird. „Eine Horrorstory. Das ist so etwas wie der Friedhof der Kuscheltiere live“, sagt Christina Klicker, die immer noch fassungslos über soviel Brutalität ist.


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