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Neues Verfahren erleichtert die Mandel-OP





St Ingbert
Neues Verfahren erleichtert die Mandel-OP
18. April 2017, 02:00 Uhr
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HNO-Chefarzt Dr. Wolfgang Hornberger mit Patientin Hedi Dahlem in den neuen Räumlichkeiten. Fotos: Yvonne Handschuher
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Dr. Roland Klass, Chefarzt in der HNO

Mit Wolfgang Hornberger hat die auf zehn Betten erweiterte HNO-Abteilung im Kreiskrankenhaus St. Ingbert einen weiteren Chefarzt.

Vor allem Kinder sind oft betroffen, wenn es um HNO-Operationen geht – seien es eine Mandelentfernung oder ein Trommelfellschnitt mit Paukenröhrchen. Die HNO-Hauptfachabteilung am Standort des Kreiskrankenhauses St. Ingbert hat mit Dr. Wolfgang Hornberger seit Jahresanfang einen weiteren Chefarzt. Er ist zusammen mit Dr. Roland Klass tätig und erweitert das Leistungsspektrum der Abteilung. So werden seit Jahresbeginn nun auch Kinder in der HNO-Abteilung operiert. „Hierfür wurde in die Abteilung investiert, mit Kinderbetten ausgestattet. Die Eltern dürfen mit in den Aufwachraum und im Zimmer der Kinder (bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres des Kindes kostenlos) übernachten. Dadurch sind die Kinder ruhiger“, sagt der Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses, Thorsten Eich, im Gespräch mit unserer Zeitung. Auch eine HNO-Praxis ist in den Räumlichkeiten des Krankenhauses eröffnet worden.

Dr. Hornberger setzt ein modernes Mandel-OP-Verfahren ein, bei dem die Patienten bereits nach vier Tagen wieder das Krankenhaus verlassen können. „Die Technik habe ich im Jahre 2011 entwickelt. Damals war ich Belegarzt im Knappschaftskrankenhaus Sulzbach. Seitdem wurde das Verfahren bei über 1000 Patienten erfolgreich angewendet“, erklärt der Facharzt. Bei herkömmlichen Verfahren bleibt nach der OP eine offene Wunde im Hals, was für Patienten wochenlange Schmerzen und die Gefahr einer Nachblutung bedeuten könne. Indem die Wunde bei dem neuen Verfahren jedoch verschlossen wird, würden die Schmerzen und die Gefahr der Nachblutung reduziert. Hornberger: „Wir sprechen hier von einer Schmerzmittelreduktion von etwa 50 Prozent und einem um die Hälfte verkürzten Krankenhausaufenthalt.“ Nach zirka zehn Tagen könne der Patient wieder normal essen. Früher habe man von einer Schonzeit von etwa drei Wochen gesprochen.

Gegen eine Verschließung habe zunächst gesprochen, dass die Gefahr der Schluck- und Sprechstörungen zu hoch sei. Hier kann Hornberger jedoch Entwarnung geben. „Es gab bei den über 1000 Eingriffen dieser Art weder Nachblutungen, noch Schluck- oder Sprachstörungen.“ Aufgrund schlechter Erfahrung sieht Hornberger hingegen von einer Teilentfernung der Mandeln ab.

Außerdem setzt Hornberger ein modernes OP-Verfahren bei Nasenoperationen ein. So können Patienten bereits nach drei Tagen das Krankenhaus wieder verlassen. Diese Technik entwickelte der Facharzt bereits 2001. Das Verfahren wurde laut Hornberger bereits bei über 10 000 Patienten angewandt. Es geht um operative Eingriffe mit Begradigung der Nasenscheidewand und Verkleinerung der unteren Nasenmuscheln, durch die Engstellen beseitigt werden, die Belüftung der Nasennebenhöhlen wieder herstellen und eine dauerhafte Heilung erzielen. Die Operation selbst sei nach Angaben von Hornberger risikoarm und von großem Nutzen für die Patienten. Die Hornbergersche Besonderheit: „Wir arbeiten mit minimal invasiven Methoden und wenden nach der OP Luftschienen aus Silikon an und vermeiden damit die herkömmlichen Nasentamponaden.“ Damit seien die Beschwerden nach der OP gering, auch sei so die Nasenatmung verbessert.

Mit Blick auf seine neue Tätigkeit im St. Ingberter Kreiskrankenhaus sagt Hornberger abschließend: „Ich bringe viel Elan und Freude an der Arbeit mit.“

Die HNO-Abteilung des Kreiskrankenhauses St. Ingbert war zunächst eine Belegabteilung mit zwei Betten. Dann wurde sie zur Hauptabteilung mit zehn Betten erweitert. Ziel ist es laut Geschäftsführer Thorsten Eich, die Abteilung weiter zu vergrößern. Im vergangenen Jahr wurden auf der HNO-Abteilung in St. Ingbert 800 Patienten behandelt. Für dieses Jahr rechnet Eich mit etwa 1500 Behandlungen.

Zum Thema:

Mit Dr. Wolfgang Hornberger hat die HNO-Abteilung des Kreiskrankenhauses seit Jahresanfang einen zweiten Chefarzt. Der 65-jährige Hornberger stammt aus St. Ingbert, hat in Frankfurt studiert, am Uniklinikum Homburg seine Facharztausbildung gemacht und war dort als Oberarzt tätig. Seit 1986 ist er als niedergelassener Arzt in Sulzbach tätig. Bis Ende 2016 war er auch Belegarzt am Knappschaftskrankenhaus Sulzbach.




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