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So sehen die Unabhängigen Christdemokraten ihre Rolle als eigenständige politische Kraft in St. Ingbert





St Ingbert
„Das U steht klar im Vordergrund“
So sehen die Unabhängigen Christdemokraten ihre Rolle als eigenständige politische Kraft in St. Ingbert

16. September 2016, 02:00 Uhr
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Die Spitze der Unabhängigen Christdemokraten (von links): Michael Trittelvitz, Wolfgang Weisgerber und Peter Richter beim Besuch in der SZ-Lokalredaktion. Foto: Manfred Schetting Foto: Manfred Schetting
Die Unabhängigen Christdemokraten sehen die Zeit beendet, in der sie als Auswuchs eines Streits in der St. Ingberter CDU wahrgenommen wurden. Der aktuelle Vorstand zeige: Die UCD hat sich inzwischen durch neue Mitstreiter zu einer eigenständigen politischen Kraft entwickelt.
. Die Zeiten sind vorbei, in der man öffentlich nur als „die andere CDU“ verortet war. Längst sehen sich die Unabhängigen Christdemokraten (UCD) als eigenständige politische Kraft in St. Ingbert, die vor allem den Begriff „unabhängig“ betont. An dieser Selbsteinschätzung ließen der UCD-Vorsitzende Wolfgang Weisgerber, sein Stellvertreter Peter Richter, der Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Michael Trittelvitz, und Pressesprecher Michael Quiring bei einem Gespräch in unserer Redaktion keinen Zweifel.

Anders als eine Partei ist die UCD als eingetragener Verein organisiert. Und der habe sich, nach der mit dem Ausscheiden von Markus Gestier verbundenen Umbesetzung in der Stadtratsfraktion zu Jahresbeginn, bei Vorstandswahlen vor einigen Wochen ebenfalls neu aufgestellt, berichtete Wolfgang Weisgerber. Diese Zäsur stehe gleichzeitig für eine „Fortentwicklung weg vom alten Image“, meinte der UCD-Vorsitzende. „Unsere Mitglieder sind inzwischen erkennbar durchmischt.“ Den Verein bildeten jetzt alte, mittlerweile meist ehemalige CDU-Mitglieder, Leute die aus anderen politischen Lagern zur UCD stießen, aber auch solche, die politisch ungebunden waren und sich engagieren wollen. Ein Beispiel für letztere sei der stellvertretende Vorsitzende Peter Richter.

Alle UCDler eine der Wille, politisch unabhängig zu agieren. „Das U steht im Vordergrund“, betonte Weisgerber. Und man folge einem einzigen politischen Credo: „Wir wollen die Interessen der Bürger vertreten, ohne Bindung an eine Koalition.“ Und auch wenn man sich derzeit auf St. Ingbert fokussiere, sei es in dem kommenden Jahren nicht ausgeschlossen, das politische Engagement auszuweiten, hieß aus dem Quartett. Die Kreisebene könne ein Tätigkeitsfeld werden, vor allem aber in den Ortsteilen wolle man künftig stärker mitmischen. „Wenn es unser Personal zulässt, wird die UCD bei den Kommunalwahlen 2019 auch für die Ortsräte in weiteren Stadtteilen kandidieren.“

Naheliegender war derweil aber die Arbeit im Stadtrat. Hier sehen sich die Unabhängigen Christdemokraten als Teil einer konstruktiven Opposition, wie der Fraktionsvorsitzende Michael Trittelvitz sagte. „Die Oppositionsrolle übernehmen wir gemeinsam mit den Kollegen der SPD, mit denen es sehr oft übereinstimmende Positionen gibt.“ Und auch wenn das Mittun ohne Mehrheiten im Stadtrat ein eher hartes Brot sei, werde man versuchen, in den kommenden Haushaltsberatungen eigene Schwerpunkte zu verdeutlichen. Trittelvitz und Weisgerber nannten Beispiele: Eine neue Gastronomie im Ratskeller behalte man im Auge, ebenso die Entwicklung der Alten Schmelz zum Mint-Campus oder die Ungerechtigkeiten für St. Ingberter im Waben-Tarif des SaarVV.

Auf der UCD-Agenda stünden zudem Verkehrsfragen. In der Spieser Landstraße sei längst Eile geboten, zumal für Peter Richter feststeht: „Der kleine Kreisel am Aktiv-Markt könnte längst gebaut sein.“ Deutlich war auch die Position zur Kohlenstraße: „Hier darf keine Rennbahn entstehen.“ Im Nachgang zum Bürgertreffen in der Gustav-Clauss-Anlage ließ Michael Trittelvitz auch seine Sympathien für die Vorschläge von Mo Fontaine und Christine Ehrnsperger erkennen. „Mit dem Garten der Sinne wäre im Stadtpark für wenig Geld viel erreichen. Zumal wir aufpassen müssen, dass das Wunschdenken bei dem, was in der Anlage geschehen könnte, nicht zu groß wird.“

Ein zentrales Thema für die UCD blieben schließlich die Folgen des EVS-Austritts für die Bürger. Wolfgang Weisgerber wiederholte die Kritik des Zusammenschlusses an dieser Entscheidung: „Der Austritt erfolgte zur Unzeit, gegen die Warnung von Sachverständigen und ohne belastbares Zahlenmaterial.“ Auf Antrag der UCD hat sich der Ausschuss für Stadtentwicklung un Umwelt am vergangenen Mittwoch mit dem Thema befasst. Auf valide Zahlen der Verwaltung müssen die Unabhängigen aber weiter warten.


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