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Kinowerkstatt zeigt „Ziemlich beste Freunde“ und Doku über „Stolpersteine“





St Ingbert
Freundschaft überwindet Grenzen
Kinowerkstatt zeigt „Ziemlich beste Freunde“ und Doku über „Stolpersteine“

bea,  17. April 2015, 00:00 Uhr
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Der Film „Ziemlich beste Freunde“ läuft heute in der Kinowerkstatt. Foto: Senator Filmverleih Foto: Senator Filmverleih
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Am kommenden Montag werden in St. Ingbert weitere Stolpersteine verlegt. An die Aktion erinnert auch ein Dokumentarfilm, den die Kinowerkstatt zeigt. Foto: Dieter Wirth/Stadt St. Ingbert Foto: Dieter Wirth/Stadt St. Ingbert
In Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus wird Gunter Demnig in St. Ingbert wie an vielen Orten in Europa weitere Stolpersteine verlegen. Aus diesem Anlass zeigt die Kinowerkstatt eine Dokumentation über sein Werk. Im Programm stehen auch zwei französische Filme.


 
. In Zusammenarbeit mit der Flüchtlingshilfe Frau Schuster und dem Bündnis für Weltoffenheit, Vielfalt und Toleranz zeigt die Kinowerkstatt St. Ingbert am heutigen Freitag, 17. April, um 19 Uhr „Ziemlich beste Freunde“ (Frankreich 2011), von Regisseur Eric Toledano und Drehbuchautor Oliver Nakache mit Francois Cluzet und Omar Sy.

„Ziemlich beste Freunde“ erzählt die wahre Geschichte eines reichen französischen Aristokraten, vom Hals abwärts gelähmt und unter dem Unfalltod seiner Frau leidend, der einen jungen schwarzen Moslem als Pfleger engagiert. Zwischen den beiden entwickelt sich eine ungewöhnliche Männerfreundschaft ...

Anschließend ist dann Céline Sciammas Drama „Girlhood“ („Bande de filles“, Frankreich 2014, OmU), um 21.15 Uhr noch einmal in der Kinowerkstatt zu sehen. In dem Film geht es, wie in Sciammas vorherigen Werken „Tomboy“ und „Water Lilies“ auch, um das Erwachsenwerden von jungen Mädchen.

In der spanischen Originalfassung mit deutschen Untertiteln läuft „Volver“ (Spanien 2006) von Pedro Almodóvar mit Penélope Cruz, Carmen Maura, Lola Dueñas und Blanca Portillo am Sonntag, 19. April, um 18 Uhr in der Kinowerkstatt.

„Volver“, zurückkehren, hat Pedro Almodóvar seinen neuen Film genannt. So wie den alten Tango, den der spanische Regisseur hier in einer Flamenco-Version von seiner Hauptdarstellerin Penélope Cruz anstimmen lässt. Nichts vergeht, alles kommt wieder. Auf diese Weise ist das komische Melodram eine Hymne auf den Mut und die Strahlkraft der Frauen geworden, denen männliche Zumutungen ebenso wenig anhaben können wie die Gesetze der Zeit. Es geht um drei Generationen Frauen – lebende, tote oder vermeintlich tote, – die sich von maskulinen Anmaßungen befreien und nun in einem von unnützen Männern gesäuberten Zwischenreich die späte Familienzusammenführung proben.

Anlässlich der Verlegung weiterer „Stolpersteine“ in St. Ingbert, die von dem in Köln lebenden Künstler Gunter Demnig zur Erinnerung an die St. Ingberter NS-Opfer und Verfolgten am kommenden Montag verlegt werden, zeigt die Kinowerkstatt den Film „Stolperstein“ (Deutschland 2008, 73 Minuten) von Dörte Franke, am Sonntag, 19. April, um 20.15 Uhr, sowie am Montag, 20. April, um 18 Uhr. Gunter Demnig wird am Sonntag bei der Vorführung des Films in der Kinowerkstatt anwesend sein.

Größtes dezentrales Denkmal

Was sind die Stolpersteine? Zu finden sind sie überall in Deutschland, ob in Großstädten oder kleinen Dörfern im tiefsten Bayern, doch meist wird über sie hinweggegangen, ohne wirklich Notiz davon zu nehmen: Die „Stolpersteine“, sind das größte dezentrale Denkmal und Kunstprojekt der Welt, gewidmet den deportierten und ermordeten Menschen durch die Deutschen und die Nazis. Dörte Frankes Dokumentation porträtiert den Künstler Gunter Demnig, der dieses Projekt initiiert hat, und folgt der Spur der Steine mit all seinen Facetten.

Der Film begleitet den rastlosen Künstler auf seinen Touren durch Deutschland und Europa und führt uns zu Menschen, bei denen diese Steine auf ganz unterschiedliche Weise einen Nerv treffen.

Zwei Sinti-Frauen in Österreich empfinden den „Stolperstein“ für den Großvater als Grabsteinersatz und wollen in einem kleinen Dorf ein Zeichen für ihre, fast vollständig ermordete, Großfamilie setzen. Ein Überlebender in England kämpft mit der Stadt München und der Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland um die Steine seiner Eltern – die die Stadt vor seinem alten Haus wieder entfernen ließ. Drei Frauen in Hamburg verarbeiten das schwierige Erbe ihrer SS-Väter, indem sie regelmäßig „Stolpersteine“ polieren. Und in Ungarn will eine junge Frau durch das Kunstprojekt ihre Landsleute zum Reden über eine verdrängte Vergangenheit bringen.

Ihre persönlichen Geschichten zeigen beispielhaft, warum heute so überraschend viele Menschen durch diese kleinen, unaufdringlichen Messingplatten der Vergangenheit begegnen wollen. Während die immense Nachfrage kaum mehr zu bewältigen ist, will Gunter Demnig weiterhin jeden einzelnen „Stolperstein“ persönlich herstellen und verlegen.


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