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Im Ortsrat Rentrisch wächst der Unmut über fehlende Lösung für Wildschweinplage





Rentrisch
Hinhaltetaktik stiftet Verwirrung
Im Ortsrat Rentrisch wächst der Unmut über fehlende Lösung für Wildschweinplage

Von  Cornelia Jung, 
20. Oktober 2016, 02:00 Uhr
Seit das Thema Wildschweine die Rentrischer umtreibt, haben die dortigen Ortsratsmitglieder schon viel über eine mögliche Bejagung gehört. Doch die Frage, ob ein Jäger in der Talaue auf die Schwarzkittel anlegen darf oder nicht, ist weiterhin offen.

Das Thema Wildschweine hat sich für den Ortsrat Rentrisch noch nicht erledigt, zumal man ihn mit stets unterschiedlichen Fakten versorgt, was die Möglichkeit der Bejagung der Tiere betrifft. Die Ortsratsmitglieder sehen es mittlerweile als eine Art Hinhaltetaktik an, da sich die Aussagen zum Teil widersprechen.

Dass Stefan Paulus (CDU) das Hin und Her in der jüngsten Ortsratssitzung sogar als Unverschämtheit bezeichnete, gründete sich nicht zuletzt auf die Mitteilung der Verwaltung auf eine Anfrage des Ortsrates. Dieser hatte wissen wollen, welche Ausgaben für die Rodung der Talaue entstünden, mit der dafür gesorgt werden soll, dass die Tiere ihres Unterschlupfes beraubt werden. In einer „Wildschwein-Sondersitzung“ war dem Rat die Ermittlung der Kosten zugesagt worden, da der Ortsrat diese eventuell tragen würde.

Als Antwort kam eine Zusammenfassung der Verwaltung zum Stand der Dinge. Hieß es am Anfang, dass in der Talaue nicht geschossen werden dürfe, da es sich um befriedetes Gebiet handele, hieß es später, dass das nicht zutreffe, der Jagdpächter entscheide über das Ausüben der Jagd. Dieser lehnte es mit Hinweis auf die Sicherheit und Haftung ab. In der Sondersitzung im Frühjahr wurde aus diesem Grund diskutiert, den Jagdbezirk Rentrisch auszugliedern. Diese Herauslösung aus dem Jagdbezirk St. Ingbert-Mitte mit abschließender separater Verpachtung an einen anderen Jagdausübungsberechtigten sei aber, nach Prüfung der Verwaltung, aufgrund der geringen Größe des Ortes nicht möglich. Somit blieben nur die Möglichkeiten, Rentrisch an einen anderen, benachbarten Jagdbezirk anzugliedern oder das Naherholungsgebiet Rentrisch als öffentliche Anlage zu befrieden.

Darf jemand schießen?

In diesem Fall könne die Oberste Jagdbehörde „bestimmte Jagdhandlungen auf bestimmtes Wild und für bestimmte Zeit bestimmten Personen, wie den ,Stadtjägern', erlauben“. Und genau dieser Satz war der Aufreger im Ortsrat.

War doch beim Aufkommen der Wildschwein-Problematik gesagt worden, dass nicht geschossen werden dürfe, weil es sich um ein befriedetes Gebiet handele. Und nun solle im Falle einer Befriedung genau das möglich sein. „Wenn das hier das Ergebnis von fünfmonatigen Bemühungen ist, na dann ,Gute Nacht“, so Paulus. Es sei ein Durcheinander, das den Eindruck von Inkompetenz und Desinteresse an der Lösung des Problems vermittele.

Auch Ortsvorsteher Dieter Schörkl zeigte sich verärgert und ratlos: „Die Oberste Jagdbehörde müsste es als befriedeten Bezirk deklarieren und die Jagdgenossenschaft St. Ingbert, deren Vorsitzender der Oberbürgermeister ist, müsste das beantragen. Jetzt kommt die Verwaltung dahin, wo wir am Anfang schon mal waren, eher noch zwei Schritte zurück. Das ist inakzeptabel.“ Auch Nadine Müller (CDU) ärgert sich über die ohne Handlungsansätze verstrichenen Monate. „Jetzt ist die Zeit, in der man sowohl schießen als auch roden könnte. Wir müssen endlich weiterkommen.“




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