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Für die Teilnehmerinnen eines Deutsch-Kurses in Limbach haben freiwillige Helfer eine kleine Kinderbetreuung aufgebaut





Limbach
Sprachkurs hilft Flüchtlingen bei der Integration
Für die Teilnehmerinnen eines Deutsch-Kurses in Limbach haben freiwillige Helfer eine kleine Kinderbetreuung aufgebaut

Von  Sebastian Dingler, 
19. Oktober 2016, 02:00 Uhr
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Im Gasthaus Anno in Limbach gibt es jetzt auch eine Spielecke: Dort werden kleine Flüchtlingskinder während des Sprachkurses ihrer Mütter betreut. Foto: Sebastian Dingler

Foto: Sebastian Dingler
Viele ehrenamtliche Helfer kümmern sich um Flüchtlinge. Auch in Limbach gibt es eine Vielzahl aktiver Menschen, die bei der Integration von Flüchtlingen helfen. So wie Gertrud Holzer, die sich unter anderem um Kinder kümmert, während die Mütter im Sprachkurs sitzen.

Gertrud Holzer ist auch nach ihrer beruflichen Karriere voll aktiv: Die ehemalige Sozialarbeiterin kümmert sich in Limbach um die Belange der Flüchtlinge. Derzeit liegt ihr besonders der Sprachkurs, der vormittags im Gasthaus Anno abgehalten wird, am Herzen. 18 Teilnehmerinnen aus den Kirkeler Gemeindeteilen und Bexbacher Stadtteilen werden täglich vormittags unterrichtet. Nur für Frauen konzipiert, bringt er die Schwierigkeit mit sich, dass parallel eine Kinderbetreuung gewährleistet sein muss für jene Kleinen, die weder Kindergarten noch Schule besuchen.

„Es ist nicht im politischen Bewusstsein, dass Frauen auch dann erreichbar sein müssen, wenn sie kleine Kinder haben“, klagt Holzer, die selbst lange für die SPD im Kreistag saß. In der Vergangenheit hätte sich gezeigt, dass es enorm viele Kursabbrüche gab. Herausforderungen wie Wegstrecke, Teilnahme, Nachbereitung und Betreuung der Kinder, die weder Kindergarten noch Schule besuchten, seien große Stolpersteine gewesen. Derzeit sind acht kleine Kinder während des täglich stattfindenden Kurses zu betreuen; 18 Frauen besuchen den Kurs, der von Nadine Faber vom Frauenbüro gehalten wird.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass vier der Frauen Analphabetinnen sind: „Ich kann die nicht so alphabetisieren, wie ich es könnte, wenn alle Teilnehmerinnen Analphabetinnen wären“, sagt Faber, die Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache ist. Gleichzeitig besuchen auch Akademikerinnen den Kurs. Dass so wenig differenziert wurde von den offiziellen Stellen, bedauert Faber sehr. Die Kinder werden derzeit von zwei jungen Frauen betreut; zum einen durch Ronja Kortus, die das ehrenamtlich macht, und zum anderen durch Sarah Achour, die Kinderpflegerin ist und noch einen zweiten großen Vorteil besitzt: Da ihre Eltern aus dem Libanon stammen, spricht sie perfekt Arabisch. Das macht es für die Kinder wesentlich einfacher, es auch mal eine Zeit ohne die Mama auszuhalten. Der Kurs findet im Nebenzimmer des Gasthauses statt. Wenn es gar nicht geht, akzeptiert Nadine Faber schon mal, dass vier Kleine während des Unterrichts auf dem Schoß sitzen. Trotzdem herrscht konzentrierte Atmosphäre während des Kurses.

Die Teilnehmerinnen diskutieren miteinander und versuchen sich gegenseitig zu helfen. Eine davon ist Fatima Al Yousef. Die Syrerin ist seit November vergangenen Jahres in Deutschland und hat über die Gemeinde Kirkel-Limbach von dem Kurs erfahren. Die Mutter von fünf Kindern sagt, sie habe schon einiges gelernt an Grundwissen; vorher habe sie zwar schon viel verstanden, jetzt könne sie aber auch antworten. Über das Jobcenter gefördert vom saarländischen Wirtschaftsministerium, ist das Frauenbüro des Saarpfalz-Kreises Träger des Kurses.

Kooperationspartner sind der Arbeitskreis gemeindenahe Integration in das Leben in Kirkel (AGIL), der Verein Leuchtender Stern und die Gemeinde Kirkel , die die Räume zur Verfügung stellt. Anfang September begann der Kurs, bis Ende November soll er gehen, ehe die Frauen einen Integrationskurs besuchen – wenn sie denn einen Platz finden. „Die Integrationskurse sind überfüllt“, meint Holzer, die sich besonders eine Verlängerung des Projekts wünschen würde: „Die offiziellen Stellen müssten mehr fördern.“



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