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Der Künstler Günter Diesel: Vom Technischen Zeichnen übers Studium bis hin zum Stadtplaner





Kirkel
Aus einem anderen Blickwinkel
Der Künstler Günter Diesel: Vom Technischen Zeichnen übers Studium bis hin zum Stadtplaner

20. Oktober 2016, 02:00 Uhr
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Nachhaltig beeindruckten Günter Diesel die faszinierenden Landschaften, die er auf seinen Reisen durch Europa, Asien, Afrika, Amerika und der Arktis kennenlernte. Er verewigte sie in seinen zahlreichen Landschaftsmalereien., die jetzt in Kirkel zu sehen sind. Foto: BZK/AK Foto: BZK/AK
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Diese Waldansicht ist eins der Diesel-Werke, die in Kirkel zu sehen sind. Foto: BZK/AK Foto: BZK/AK
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Günter Diesel stellt jetzt in Kirkel aus. Foto: Anne Allenbach

Foto: Anne Allenbach
Der saarländische Künstler Günter Diesel gibt seit dieser Woche erstmals im Bildungszentrum Kirkel einen Einblick in sein Schaffen, das vor 60 Jahren begann. Die Werkschau umfasst seine Malerei, seine Grafiken und seine Skulpturen.

Sich mit Günter Diesel zu unterhalten, beginnt meist mit einer historischen Reise in die saarländische Geschichte. Hochöfen, Eisen, Stahl, Grube und Geschichten aus dem Dorf: kein Wunder er ist „ein waschechter Saarländer“. Für ihn ist Kunst mehr als nur malerisches Arbeiten. Er schreibt auch Bücher mit den spannenden Titeln „Kohlenstaub und Lustflucht“, „Öko Üblich“ oder „Glühwürmchen und Lyonerraten“. Seit dieser Woche gibt er erstmals in Kirkel im Bildungszentrum der Arbeitskammer Einblicke in sein Schaffen. Der Titel lautet: „60 Jahre Malerei, Grafiken und Skulpturen“.

Mit dem Malen begann er schon im Alter von zehn Jahren. Diesel: „Es waren Schiffe, Blumen, Landschaften und Vögel.“ Das Talent wurde bald von Freunden und Bekanten erkannt. Fortan fertigte er für diese zahlreiche Portraits, Karikaturen und Geburtstagskarten. Später gehörten aber auch Plakate und Transparente für Veranstaltungen in sein Repertoire. Er malte mit Gouache, Tusche und Ölfarben; schuf Linolschnitte, Kupferstich- und Holzkohleradierungen.

Außer den berufs- oder studienbedingten Unterrichtungen in Zeichnen, Entwerfen und Malen, erhielt er keine zum „darstellenden Künstler“ führende, klassische Ausbildung. Sein berufliches Engagement und der eigenhändige Bau seines Hauses ließen ihm später keine Zeit ein entsprechendes Studium nachzuholen. Er beschäftigte sich jedoch intensiv mit den Werken und Techniken großer Künstler. Diese inspirierten ihn, eine Vielzahl neuer Techniken auszuprobieren und sein Können zu verfeinern.

Wenn es ihm möglich war, besuchte er hierzu Gemäldeausstellungen und Skulpturenparks, und er nahm an Fortbildungen teil. Nachhaltig beeindruckten ihn die faszinierenden Landschaften, die er auf seinen Reisen durch Europa, Asien, Afrika, Amerika und der Arktis kennenlernte. Er verewigte sie in seinen zahlreichen Landschaftsmalereien. Er legte sich aber nie auf nur ein Sujet fest. Er bevorzugte auch nicht eine bestimmte Technik, den selben Stil oder nur ein Malmittel. In über 60 Jahren hat er mehr als 400 Bilder und Grafiken angefertigt. Neben dem Malen, Gravieren und Zeichnen, schnitzt und meißelt er seit seiner Jugend, schreibt Gedichte und Geschichten. Seit April 2008 ist er Mitglied des Kunstvereins Sulzbach. Es folgten Ausstellungen im Rechtsschutzsaal Bildstock und in der Aula in Sulzbach, wobei der er auch stets seinen Beitrag zur Jahresmappe der Künstler des Kunstvereines Sulzbach leistete. Im Rahmen eines Künstler-Austausches zwischen dem Kunstverein Sulzbach und dessen Partnervereins in Arc et Senans konnte er 60 seiner Werke in Frankreich ausstellen.

Die Ausstellung ist montags bis samstags von 8 Uhr bis 18 Uhr im Bildungszenztrum in Kirkel zu besichtigen. Sie dauert bis zum 15. Dezember. Der Eintritt ist frei. Aus organisatorischen Gründen muss jedoch eine Anmeldung unter Tel. (0 68 49) 90 90 oder online www.bildungszentrumkirkel/

kultur-im-bzk erfolgen.

Im Jahr 2008 zeigte Günter Diesel im Rathaus Friedrichsthal zum ersten Mal mit über 90 Bildern und mehreren Skulpturen eine Auswahl der Arbeiten, die er seit 1954 angefertigt hat. Diese Ausstellung spiegelte seine künstlerische Entwicklung wieder und machte erstmals öffentlich auf seine vielseitigen Talente aufmerksam. Günter Diesel, geboren am 11. Februar 1941 in Bildstock, ist verheiratet, hat zwei Töchter und drei Enkel. Diesel über sich: „Ich lebte das Leben eines jungen Bildstockers von der Kriegszeit bis zu den 68ern. Ich erlebte die Zeit, als die Franzosen hier das Sagen hatten und auf meinem Kinderausweis 'Nationalität Saarländer' stand.“ Er erlebt die Rückkehr ins Reich, den Bergbau, seinen Turnverein und die „Territorial-Kämpfe“ mit den Jungs aus den Nachbarorten.

1955 absolvierte er für ein Jahr ein Praktikum in einer Schlosserei; eine Lehre als Technischer Zeichner schloss sich an. 1957 machte er auf dem zweiten Bildungsweg einen Abschluss mit Hochschulreife. 1960 machte er Praktika als Maurer, Betonbauer und Zimmermann. 1962 begann er mit dem Studium des Bauingenieurswesen. Auf Anraten des bekannten Architekten und Malers György Lehoczky, wechselte er „aufgrund seines künstlerischen Talents“ ins Architekturstudium. 1966 schaffte er seinen Abschluss als Dipl.-Ing. Architektur. Zunächst arbeitet er als Statiker und Bauleiter, dann als Architekt und Stadtplaner. 1975 wird er im Umweltamt der Stadt Saarbrücken angestellt. Ab dem Jahr 1988 ist er Leiter des Umweltamtes bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2003.



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