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Homburger Stadtspitze entsetzt wegen rechter Parolen an Jägersburger Schule





Jägersburg
Strafanzeige wegen Schmierereien
Homburger Stadtspitze entsetzt wegen rechter Parolen an Jägersburger Schule

Von  Thorsten Wolf, 
02. Februar 2016, 02:00 Uhr
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Solche und andere ausländerfeindlichen Schmierereien an der alten Grundschule in Jägersburg haben nun den Staatsschutz des Landespolizeipräsidiums in Saarbrücken auf den Plan gerufen, dort hat man die Ermittlungen aufgenommen. Foto: Thorsten Wolf Foto: Thorsten Wolf
350 000 Euro will die Stadt in die alte Jägersburger Schule stecken. Hier sollen mehrere Flüchtlingsfamilien möglicherweise ihre neue Bleibe finden. Jetzt wurde das Gebäude mit rechtsradikalen Parolen und Symbolen beschmiert.


 
Die Pläne der Stadt Homburg, die alte Schule in Jägersburg als Unterkunft für Flüchtlinge zu nutzen, führt aktuell zu teils kontroversen Diskussionen. Am Wochenende kam es zudem zu ausländerfeindlichen Schmierereien am Gebäude selbst (wir berichteten). Unbekannte sprühten Sätze wie „Für Deutsche zu teuer, für Asylanten 350 000 Euro“ an eine der Wände im Innenhof. Auch ein Hakenkreuz ist dort derzeit zu sehen und der Spruch „keine Kanacken“.

Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind kündigte eine entsprechende Strafanzeige an. Solche Aussagen seien nicht hinnehmbar und erfüllten zu ihrem ausländerfeindlichen Charakter zudem rein rechtlich gesehen den Tatbestand einer Sachbeschädigung. Und: In der Sache bewiesen die Behauptungen, dass der oder die Schreiber des Satzes „Für Deutsche zu teuer, für Asylanten 350 000 Euro“ von der tatsächlichen Sachlage absolut keine Ahnung hätten. So habe die alte Schule nie für eine städtische Wiedernutzung zur Diskussion gestanden. Wäre der Schulstandort Jägersburg wiederbelebt worden, so wäre dafür die neue Schule genutzt worden. „Für die alte Schule gab es nur zwei Optionen: entweder das Gebäude für kleines Geld an einer Investor verkaufen oder abreißen.“

Schneidewind machte auch klar, dass die genannten 350 000 Euro, diese sind für eine Sanierung im Inneren des alten Gebäudes vorgesehen, nicht allein von der Stadt, sondern auch mittels Fördergelder von Land/Bund aufgebracht würden – sofern es zur angedachten Nutzung überhaupt kommt. „Es handelt sich ja bei diesen Planungen um einen Vorschlag der Verwaltung. Und der muss ja noch durch die entsprechenden Gremien.“ Gefragt, ob die Stadt und die Polizei nun einen schärferen Blick auf die alte Jägersburger Schule habe, Stichwort: Anschläge auf geplante Flüchtlingsunterkünfte, zeigte sich Schneidewind noch nicht wirklich beunruhigt - man stehe aber generell mit der Polizei beim Thema Flüchtlinge in engem Kontakt. „Wir suchen hier immer das Gespräch.“ Die von Schneidewind ins Gespräch gebrachte Homburger Polizei verwies gestern auf Nachfrage unserer Zeitung an den Staatsschutz beim Landespolizeipräsidium in Saarbrücken. Dort habe man zwischenzeitlich die Ermittlungen aufgenommen.

Martin Vollmer, der stellvertretende Ortsvorsteher von Jägersburg, zeigte sich gegenüber unserer Zeitung entsetzt von den Vorgängen und nannte sie „unentschuldbar und nicht zu rechtfertigen“. Vor diesem Hintergrund brachte er die Idee einer Informationsveranstaltung auf den Tisch, um mit den Bürgern den Dialog zu suchen und Hintergründe zu den aktuellen Plänen zu vermitteln. Vollmer räumte hier allerdings ein, dass es fraglich sei, ob man mit einem solchen Gesprächsangebot die erreiche, die für die ausländerfeindlichen Schmierereien an der alten Jägersburger Grundschule verantwortlich seien.

Unterdessen sorgten die Pläne der Stadt Homburg auch auf unserer Facebook-Seite „Saarbrücker Zeitung/Homburger Rundschau“ zu heftigen Diskussionen. Deutlich wurde hier aber, dass viele Bürger den Überlegungen der Stadt durchaus positiv gegenüberstehen. So schreibt Simon Brixius: „Genau solche leer stehenden Einrichtungen gilt es zu nutzen!“ Und Marie Burkhart-Hock bewertet die Pläne so: “ ... finde es toll, dass das leer stehende Gebäude für einen guten Zweck genutzt wird.“

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