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Abschied von zwei „Mallersdorfer Schwestern“ in der Homburger Kirche St. Michael





Homburg
Der Nächstenliebe verpflichtet
Abschied von zwei „Mallersdorfer Schwestern“ in der Homburger Kirche St. Michael

Von  Thorsten Wolf, 
01. Dezember 2016, 02:00 Uhr
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Mit einem großen und feierlichen Gottesdienst in der Kirche St. Michael wurden am Sonntag die Ordensschwestern Wolislava (links) und Genovefa aus Homburg verabschiedet. Foto: Thorsten Wolf

Foto: Thorsten Wolf
Auch für Ordensfrauen ist irgendwann die Zeit für den Ruhestand gekommen. So auch für Genovefa und Wolislava von den „Mallersdorfer Schwestern“. In fünf Jahrzehnten ihres Wirkens haben sie ihre Spuren in Homburg hinterlassen.

Es war wahrlich ein würdiger Gottesdienst, mit dem beiden Ordensfrauen Genovefa und Wolislava der „Mallersdorfer Schwestern“ am Sonntag in der katholischen Kirche St. Michael ganz offiziell aus Homburg verabschiedet wurden. Wäre es eine weltliche Feier gewesen, dann hätte man ohne Not von einem „großen Bahnhof“ sprechen können. Neben Pfarrer Markus Hary feierten auch Pater Heinz Limburg, Pfarrer Markus Krastl, Pfarrer im Ruhestand Karl-Josef Lindemann und Domdekan im Ruhestand Hubert Schuler den Gottesdienst. Und hoch über dem Kirchenschiff sorgten auch das Collegium Musicum und die Chorgemeinschaft des Johanneums dafür, dass der Abschied der Ordensschwestern Genovefa und Wolislava und ihre damit verbundene Rückkehr ins bayerische Kloster Mallersdorf (wir berichteten) ein berührender Moment war.

In seiner Predigt würdigte Pfarrer Markus Hary die Arbeit und die damit verbundenen Spuren, die die beiden Ordensschwestern in den Jahrzehnten ihre Wirkens in Homburg geleistet und hinterlassen hätten – und vermied es dabei, in große Töne abzugleiten. „Ich möchte heute eigentlich nicht viel sagen.“ Vielmehr suche er die ganz persönliche Zweisprache, um Dank zu sagen. Dafür bat Hary unter den Gästen des Gottesdienstes um Verständnis. „Ich bereue nichts, ich bereue es nicht, mich der Liebe ausgeliefert zu haben, im Gegenteil.“ Mit diesem Zitat der heiligen Theresia von Lisieux begann Hary seine ganz persönliche Predigt. „Ich bereue es nicht, mich der Liebe ausgeliefert zu haben: Ich habe in den vielen Begegnungen und Gesprächen, die uns geschenkt wurden, eben immer wieder dies bei Ihnen und mit Ihnen erfahren dürfen“, so Hary direkt an die beiden Ordensschwestern gewandt. „Ich weiß, dass der heutige Tag für Sie schmerzhaft ist. Ich weiß aber, dass Sie nichts bereuen von den vergangenen 50 Jahren, von all dem, was Sie hier geschenkt haben.“

Beide hätten mit ihrem Wirken Gott und seine Liebe unauslöschlich in die Herzen der Menschen in Homburg geschrieben, war sich Hary sicher. So sei Schwester Wolislava immer für die Kranken, für die Sterbenden und für deren Angehörigen da gewesen. „I' komm', das war ihr Satz, wenn Sie angerufen wurden.“

Schwester Wolislava habe den Menschen mit ihrer Arbeit als Krankenschwester die wunderbare Erkenntnis geschenkt, „dass Gott weder Öffnungszeiten, noch Sprechzeiten, noch Dienstzeiten kennt. Menschen, die aus Gott leben, sind eben nicht aus dieser Welt, sondern sie werden uns vom Himmel geschickt. Dass Sie von dort geschickt wurden, Schwester Wolislava - wer möchte dies angesichts Ihrer Leistungen bezweifeln?“

Und auch für Schwester Genovefa fand Hary beeindruckende Worte. Mit ihrem Wirken als Kindergarten-Schwester habe sie Kindern das Kind-sein als Schatz vermittelt. „Dies entspringt der Liebe zu Gott. Denn ich weiß, dass ganz tief in Ihrem Herzen die Überzeugung lebt: Wir alle sind nun einmal Kinder Gottes.“


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