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Die Adipositas-Chirurgie ist nach der Schließung in Zweibrücken jetzt in Homburg





Homburg
Übergewicht ist kein Schicksal
Die Adipositas-Chirurgie ist nach der Schließung in Zweibrücken jetzt in Homburg

Von  Christine Maack, 
02. Dezember 2016, 02:00 Uhr
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So niedlich ein kleiner Junge mit einer leckeren Sahnetorte wirkt: Übergewicht wird oft schon in der Kindheit angelegt. Foto: dpa

Foto: dpa
Stark übergewichtige Personen werden seit zwei Monaten umfassend am Uniklinikum in Homburg behandelt. Das Zentrum für Adipositas, das zuvor am ev. Krankenhaus in Zweibrücken angesiedelt war, ist nach dessen Schließung - zusammen mit dem erfahrenen Oberarzt -, nach Homburg gezogen.

Wenn man schlank ist, hat man gut reden. Zum Beispiel über übergewichtige Personen, die nicht nur unter ihrem Gewicht leiden, sondern auch unter Begleiterscheinungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Bandscheibenvorfällen. Freiwillig ausgesucht hat sich das niemand. Hinzu kommen psychische Probleme. Denn es tut nicht gut, in keinem normalen Bekleidungsgeschäft mehr eine Hose zu finden. Und auch die Suche nach einem Lebenspartner ist nicht einfach.

Die Anzahl übergewichtiger Menschen in Deutschland hat sich in den letzten 40 Jahren mehr als verdreifacht. Gegenwärtig sind zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen in Deutschland übergewichtig. Stark übergewichtig, also adipös, sind ein Viertel der Erwachsenen - 23 Prozent der Männer und 24 Prozent der Frauen. Nun will kein Mensch wirklich so viel wiegen, aber was kann man dagegen tun, wenn Diäten nicht mehr helfen und die Betroffenen das Gefühl haben, in einer Sackgasse zu stecken, weil sie keinen Ausweg sehen, jemals von ihrem Übergewicht herunterzukommen? „Adipositas-Chirurgie ist keine Mode und auch kein Schlankheitswundermittel, sondern für stark übergewichtige Menschen oft die einzige Möglichkeit, wieder normal leben zu können“, betont Professor Matthias Glanemann, Direktor der Klinik für Allgemeine Chirurgie, Viszeral- Gefäß- und Kinderchirurgie in Homburg.

Dazu zählen beispielsweise die Implantation eines Magenbandes, die Entfernung eines Teils des Magenvolumens (Schlauchmagen) oder ein Magenbypass. Hierbei wird am Mageneingang eine etwa 30 Milliliter fassende Tasche gebildet. Diese Magentasche wird anschließend mit dem Dünndarm verbunden, wobei eine bestimmte Strecke des Dünndarms von der Nahrungspassage ausgeschlossen wird.

„Übergewichtige Patienten aus dem Saarland und Rheinland-Pfalz wurden bislang sehr kompetent im Evangelischen Krankenhaus in Zweibrücken versorgt“, so Glanemann. Aufgrund der Schließung der Einrichtung fiel diese Anlaufstelle weg. Der bisherige Leiter des zertifizierten Zweibrücker Adipositas-Zentrums, Dr. Hans-Joachim Klingen, ist ans Uniklinikum gewechselt, „womit die Kontinuität in der Versorgung übergewichtiger Patienten in der Region auf höchstem Niveau weiterhin gewährleistet ist“, so Glanemann. Seit Beginn seiner Tätigkeit in Homburg hat Dr. Klingen bereits mehrere Patienten erfolgreich operiert und angesichts der großen Nachfrage die Spezialsprechstunde auf zwei Nachmittage pro Woche erweitert.

Zum Thema:

Auf einen Blick Das Uniklinikum bietet neben der chirurgischen Versorgung in minimal-invasiver Technik sämtliche medizinischen Bereiche aus der Inneren Medizin wie Endokrinologie, Gastroenterologie, Kardiologie oder Endoskopie ebenso wie Ernährungsberatung und Physiotherapie an. Sprechstunde ist in Gebäude 57 auf dem Campus. Die Adipositas-Selbsthilfegruppe hat neue Räumlichkeiten am Uniklinikum, so dass weiterhin der Erfahrungsaustausch der Patienten gegeben ist. Der Treffpunkt ist immer am letzten Montag im Monat – außer Juli, August, Dezember. Silvio Engel, Tel. (0177) 346 43 77, E-Mail: shg-homburg@online.de. maa



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