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Aus der Homburger Innenstadt wurde eine heiße Freiluft-Galerie





Homburg
Eine A(r)tmosphäre der Kunst
Aus der Homburger Innenstadt wurde eine heiße Freiluft-Galerie

Von  Thorsten Wolf, 
29. August 2016, 02:00 Uhr
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Kimberly Scherer nutzte am Samstag die Homburger Artmosphäre dazu, sich für die Ewigkeit auf Leinwand bannen zu lassen und wurde so auch zum Sinnbild der großen Veranstaltung: Kunst hautnah erleben. Fotos: Thorsten Wolf
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Kuratorin Françoise Mathis-Sandmaier (links) ließ sich von Kalligrafin Katharina Pieper in Schrift-Welten entführen.
Die Hitze zeichnete wohl dafür verantwortlich, dass von den rund 90 angemeldeten Kreativen für die Freiluft-Galerie Artmosphäre einige der Homburger Innenstadt dann doch lieber fern blieben.
Mit dem Wetter ist es ein bisschen zum verrückt werden, vor allem, wenn man in diesen Tagen die Verantwortung für eine Veranstaltung im Freien hat. Lausiger Regen und knallender Sonnenschein wechseln sich von Wochenende zu Wochenende ab, wer Lust auf Extreme hat, der kommt derzeit voll auf seine Kosten.

Eben auf die zu kommen war bei deutlich mehr als 30 Grad am vergangenen Samstag für die Homburger Artmosphäre allerdings keine leichte Sache. Unbarmherzig brannte die Sonne vom Himmel, was gefragt war, war vor allem Schatten, Schatten, Schatten. Und man musste nicht erst den Abakus rauskramen um festzustellen, dass die Nachfrage für die große Kunstschau in der Homburger Innenstadt in diesem Jahr unter dem Sommer im XXL-Format litt. Und auch bei der Anzahl der Künstler, die in bester Montmartre-Manier im Freien ihre Kunst präsentierten, konnte man als Besucher ins Zweifeln kommen. Zwar hatten sich laut Stadt mit über 90 deutlich mehr Kreative als noch im vergangenen Jahr für die Artmosphäre angemeldet, doch wirkte die Kunstmesse irgendwie nicht wie “90“ - gefühlt taten sich zwischen den einzelnen Kunst-Inseln in der Eisenbahnstraße, der Talstraße, dem Christian-Weber-Platz und dem Ilmenauer-Platz durchaus Lücken auf.

Immerhin: Unabhängig von der tatsächlichen Zahl der Künstler zeigte der Samstag wie in den Jahren zuvor ein großes Panorama dessen, was man kreativ zu erschaffen in der Lage ist, sei es von der Warte eines Hobby-Künstlers aus oder von der eines Profis. Und natürlich ging es in der Homburger Innenstadt nicht nur darum, fertige Kunst zu zeigen und fertige Kunst zu betrachten, sondern den Künstlern bei ihrem Schaffen über die Schulter zu schauen - und auch selbst Teil von Kunst zu werden, so wie Kimberly Scherer, eine junge Studentin aus Homburg. Sie hatte sich vor die Staffelei von Maler Igor Michajlow gesetzt - auch Wunsch von Papa Norbert Seyfried. Und Igor tat dann das, was die Homburger Artmosphäre ausmacht: Er verwandelte seinen kleinen Teil der Eisenbahnstraße für ein Weile in ein Open-Air-Atelier und bannte nicht nur Kimberly auf die Leinwand, sondern auch noch deren Freund Florian Süßdorf. Und da er in der Vergangenheit auch schon Kimberlys Bruder Yannik und Papa Norbert Seyfried für die Ewigkeit festgehalten hatte, nannte sich Igor Michajlow mit einem Grinsen einfach „Familienmaler“.

Nicht weit von Michajlow entfernt hatte die bekannte Kalligrafin Katharina Pieper ihre Kunstinsel eingerichtet. Und genau dort entspann sich im Gespräch zwischen der Künstlerin und den beiden Artmosphäre-Verantwortlichen, Françoise Mathis-Sandmaier als städtischer Kuratorin und Raimund Konrad als ehrenamtlichem Kulturbeigeordneten, im launigen Gespräch und mit einigem Augenzwinkern die ganze Schwierigkeit, sich in diesen Tagen auf eine Veranstaltung unter freiem Himmel vorzubereiten: Mit einem ganzen Schwung von wunderschön kalligrafierten Regenschirmen stand Pieper in der prallen Sonne.

Das lud im Dreiergespräch dann natürlich zu einigen Frotzeleien ein, „man kann sie auch irgendwie als Sonnenschirm verwenden“, grinste Konrad. Den Objekten selbst hatte die Künstlerin mit ihren Schriften in Dutzenden Sprachen folgerichtig das Wasser als Thema gegeben - und damit den Punkt getroffen. Denn gegen einen kurzen, erfrischenden Schauer hätte am Samstag wohl so mancher wirklich keine Einwände erhoben.



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