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Die Homburger Fahrradwerkstatt zieht Bilanz - Hilfe zur Selbsthilfe wird gerne angenommen





Homburg
Seit einem Jahr fest im Sattel
Die Homburger Fahrradwerkstatt zieht Bilanz - Hilfe zur Selbsthilfe wird gerne angenommen

Von  Thorsten Wolf, 
01. Dezember 2016, 02:00 Uhr
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In der Fahrradwerkstatt bereiten Helfer wie Manfred Höchst von den Radlerfreunden Homburg zusammen mit Flüchtlingen, hier Esmail und Maher Alsibai aus Syrien, die Räder fachmännisch für den Betrieb auf der Straße vor. Foto: Aline Ditzler/SZ

Foto: Aline Ditzler/SZ
Der erste Schritt in ein eigenständiges Leben bedeutet auch, sich frei bewegen zu können. Ein Fahrrad ist eine gute Möglichkeit, die nähere Umgebung zu erkunden. Die Homburger Fahrradwerkstatt bietet seit einem Jahr ihren Service an.

Kaum ein Thema hat die Menschen in Deutschland im vergangen Jahr mehr beschäftigt als die Ankunft hunderttausender Flüchtlinge. In der Folge gab es auch eine Welle der Hilfsbereitschaft. Private Initiativen gründeten sich, es wurden Kleiderausgaben organisiert, Sprachkurse angeboten. Doch die Flüchtlinge mussten natürlich auch in der Lage sein, die zahlreichen Integrations-Möglichkeiten und Lebenshilfen zu erreichen - Stichwort: Mobilität.

So öffnete am 3. Dezember 2015 die „Fahrradwerkstatt für Bedürftige und Geflüchtete“ ihre Türen – mit bislang beeindruckenden Zahlen: Seit dem Projektstart vor einem Jahr haben die Helfer 500 gebrauchte „Drahtesel“ instandgesetzt und an Bedürftige weitergegeben. Hinzu kommen ungefähr ebenso viele Reparaturen.

Um die Nachfrage zu bewältigen, schrauben die ehrenamtlichen Helfer drei Mal wöchentlich in der Werkstatt und holen bei Bedarf Räder von Spendern der umliegenden Gemeinden aus Kellern und Garagen ab. Und auch dabei spielt das Thema Integration eine große Rolle, an der Seite der ehrenamtlich Helfer arbeiten auch Flüchtlinge selbst. Und alle scheinen das, was sie tun, gerne zu tun. Und natürlich kann es nie genug helfende Hände geben. „Wir freuen uns über weitere Helfer, die Spaß am Schrauben an Rädern haben und bereit sind, einige Stunden pro Woche zu helfen. Wer sehen will, wie und was zu tun ist, kann einfach zu den Öffnungszeiten vorbeischauen oder sich per E-Mail bei uns melden“, sagt Karl Manderscheid von den Radlerfreunden Homburg.

Ein Rad zu haben, ist dabei für die Flüchtlinge eine Sache, es sicher durch den Verkehr zu steuern, eine andere.

Deswegen war auch das Thema Verkehrssicherheit als Teil des Betriebs der Fahrradwerkstatt ein wichtiges: Die Räder wurden und werden zum einen fachmännisch mit Licht und Reflektoren aufbereitet und natürlich werden auch die Bremsen geprüft. Zum anderen bietet die Verkehrsschule Homburg theoretische und praktische Fahrradtrainings an, mit gutem Grund. Polizeihauptkommissar Robert Schmitt, Verkehrssicherheitsberater an der Jugendverkehrsschule Homburg, erläutert: „Verkehrssichere Fahrräder alleine reichen nicht aus. Mit speziellen Fahrradkursen wollen wir die neuen Bürger schulen, Unfallgefahren besser und vor allem frühzeitig zu erkennen."

Denn im Unterschied zu ihren Herkunftsländern sei die Verkehrsdichte in Deutschland viel höher. In der Verkehrsschule lernten die Flüchtlinge daher die wichtigsten Verkehrsregeln kennen und auch die Bedeutung eines Fahrradhelms für die Sicherheit.

Doch nicht nur das Engagement von ehrenamtlichen Helfern und weiteren Organisationen macht die Fahrradwerkstatt möglich, mit dem Homburger Michelin-Werk engagiert sich auch die Wirtschaft.

Aline Ditzler, Pressesprecherin des Unternehmens in Homburg: „Es wurden zum Beispiel über 100 Michelin-Fahrradschläuche verbaut.“ Für Cyrille Beau, den Werksleiter bei Michelin in Homburg, ist dieses Engagement folgerichtig: „Es ist unser Ziel, die Mobilität von allen Bedürftigen in der Region zu erhöhen. Denn Mobilität ist ein wichtiger Grundstein für Integration und Beschäftigung - und das möchten wir fördern.“

Zum Thema:

Auf einen Blick Seit Dezember 2015 gibt es in Homburg die „Fahrradwerkstatt für Bedürftige und Geflüchtete“. Die Werkstatt wird ehrenamtlich von den Mitgliedern des Vereins Radlerfreunde Homburg geführt und vom Michelin Reifenwerk, der Stadt Homburg sowie der Awo und dem Verein „Homburger wollen helfen“ unterstützt. Zu finden ist die Fahrrad-Werkstatt in der Berliner Straße 96 in Erbach. Die Öffnungszeiten: montags und dienstags von 10 bis 13 Uhr und mittwochs von 15 bis 18 Uhr. Vom 8. Dezember bis 17. Januar ist die Fahrradwerkstatt geschlossen. Erster Öffnungstag nach der Winterpause ist Mittwoch, der 18. Januar. red



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