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Schüler des Saarpfalz-Gymnasiums informieren sich im heutigen Wald über die Homburger Geschichte





Homburg
Auf den Spuren von Schloss Karlsberg
Schüler des Saarpfalz-Gymnasiums informieren sich im heutigen Wald über die Homburger Geschichte

Lara Köbernick (Ge 11),die AG Geschichte,  01. Dezember 2016, 02:00 Uhr
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Kunsthistorikerin Jutta Schwan (Dritte von rechts) und Revierförster Michael Pfaff (Vierter von rechts) mit einer Gruppe des Saarpfalz-Gymnasiums auf den Spuren von Schloss Karlsberg. Fotos: Eberhard Jung
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Revierförster Michael Pfaff erklärt Besonderheiten seines Forstreviers Homburg-Karlsberg.
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Oben auf dem damaligen Buchenberg thronte weithin sichtbar der Prachtbau von Schloss Karlsberg. Auch drumherum war die Landschaft den Vorstellungen des Herzogs angepasst worden. Erst im 19. Jahrhundert wurde auf dem Berg Wald angepflanzt. Foto: Privatbesitz/ Repro: Martin Baus

Foto: Privatbesitz/ Repro: Martin Baus
Bärenzwinger, Karlslust, Kaskaden, Hofmohren, Herzogskastanien, Tschifflik-Pavillon, Orangerie - all das gab es Ende des 18. Jahrhunderts auf dem Gelände von Schloss Karlsberg zwischen Homburg und Sanddorf. Die riesige Anlage existierte nur rund 25 Jahre lang, bevor sie im Juli 1793 von französischen Revolutionstruppen nahezu vollständig zerstört wurde. Ihr Besitzer, der Herzog Karl II. August von Pfalz-Zweibrücken (1775-1793), entkam nur knapp den Soldaten der Revolutionsarmee. Ein Super-Thema für den Geschichtsunterricht, dachten sich die Jugendlichen aus der AG Geschichte des Saarpfalz-Gymnasiums und verfassten diesen Bericht im Rahmen unseres Projektes „Zeitung macht Schule“.

Der Maler und Architekt Johann Christian von Mannlich war nicht nur Generalbaudirektor von Schloß Karlsberg, sondern legte für seinen Herzog auch eine bedeutende Gemäldesammlung an, die er vor der Zerstörung des Schlosses über Mannheim nach München rettete.

Sie bildete dort den Grundstock der Alten Pinakothek, was aber viele Münchner bis heute nicht wissen. Um die Herzogszeit und das verschwundene Schloss ranken sich zahlreiche Legenden. Viel darüber erfuhren wir kürzlich an einem schulfreien Samstag, als der Geschichtskurs 12 und Schüler der AG Geschichte des Saarpfalz-Gymnasiums mit ihrem Lehrer Eberhard Jung, der Kunsthistorikerin Jutta Schwan und dem Forstmeister Michael Pfaff über das Gelände der ehemaligen Schlossanlage wanderten. Ausgangspunkt bei schönem Herbstwetter war der Karlsberger Hof am Fuße des Karlsberges in Sanddorf, das einzige noch erhaltene Gebäude der ehemaligen Schlossanlage. In der Herzogszeit war es ein Baumagazin und Materiallager mit Wohnungen und gewährleistete als Teil des daneben gelegenen Gehöftes die Versorgung auf dem Schloss.

Bei der Spurensuche von Schloss Karlsberg zeigte uns der Revierförster des Karlsbergs nach dem Felsenpfad mit bizarren Felsformationen das Gelände des Schlossgartens am trapezförmigen Karlsbergweiher. Er erhielt sein Wasser unter anderem aus der in unmittelbarer Nähe befindlichen Karlsbergquelle und war Mittelpunkt der Gartenanlage. Michael Pfaff erklärte uns die wichtige Rolle des Wassers in Schlossgärten und verwies darauf, dass diese im 18. Jahrhundert von wahren „Gartenkünstlern“ angelegt wurden. Das „Gartenkunstwerk“ sei ein wichtiges Prestigeprojekt des Schlossherrn gewesen. Dazu hätten die Gärtner jahrelang Erfahrungen bei Auslandsreisen nach Frankreich, Holland und England gesammelt.

In der Barockzeit habe es sowohl Nutz- als auch Lustgärten gegeben, ästhetische und praktische Funktionen habe man miteinander verbunden. Am Karlsbergweiher sei sogar ein kleiner Weinberg angelegt worden.

In seinem Revier verfolge man heutzutage das Ziel, Naturschutz, Forstwirtschaft und Historie miteinander in Einklang zu bringen. In der Barockzeit sollte die Anlage, welche um 1777 den Namen Karlsberg erhielt, dem Herzog in erster Linie als Lust- und Sommerschloss dienen, wo er seiner Jagdleidenschaft nachgehen konnte.

Jedoch wurden seine Aufenthalte immer häufiger und viele weitere Bauten wurden errichtet. Besondes interessant waren die Menagerie in der Karlslust, ein Zoo mit seltenen und fremdartigen Tieren, ebenso der Bärenzwinger mit Käfigen für exotische Tiere, meist Vögel, aber keine Bären.

Zu den repräsentativen Gebäuden gehört nicht zuletzt die Orangerie, die heute noch als Ruine erhalten ist. In diesem großen Prestigebau haben exotische Pflanzen aus der Mittelmeerregion überwintert. Zusätzlich gab es Treibhäuser, in denen südländische Pfanzen wie Ananas, Feigen und Melonen gezüchtet wurden. Hinter der Orangerie befand sich ein zeltartiger Rundbau, in dem 1785 die Hochzeit des herzoglichen Bruders und späteren Bayernkönigs Maximilian I. Jospeph gefeiert wurde. Dabei passierte ein schreckliches Unglück, als mit einem Feuerwerk ein Vulkanausbruch simuliert werden sollte.

Jutta Schwan erzählte uns viele erstaunliche Details und Anekdoten über das Schloss und seine Bewohner. Wer Weiteres darüber erfahren möchte, wird durch ihre Vorträge und die nahezu 750-seitige Doktorarbeit der Kunsthistorikerin optimal bedient. Sie trägt de Titel „Studien zur Baugeschichte von Schloss Carlsberg“.

 

 



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