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Nun „kreiselt“ er nur noch am Schwenker





Niederwürzbach
Nun „kreiselt“ er nur noch am Schwenker
Von  Erich Schwarz, 
22. April 2017, 02:00 Uhr
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Der frühere saarländische CDU-Landtagsabgeordnete Günter Becker – hier in seinem Garten in Niederwürzbach – hat künftig viel mehr Zeit, die schönen Dinge des Lebens zu genießen. Foto: Erich Schwarz

Foto: Erich Schwarz
CDU-Politiker Günter Becker ist nicht mehr als Abgeordneter im neuen Saar-Landtag vertreten, wird diese Zeit nun aber genießen können.

„Er wird fehlen“, hatte Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer bereits beim Neujahrsempfang der Niederwürzbacher CDU Ende Januar prophezeit. Und jetzt ist es dann soweit: Günter Becker (62) gehört dem neuen Landtag des Saarlandes nicht mehr an. Fast 18 Jahre saß der in Niederwürzbach wohnhafte Becker nun für die CDU im saarländischen Landtag, die letzten sieben Jahre war Günter Becker stellvertretender Fraktionsvorsitzender. „Ich konnte mein Hobby zum Beruf machen“, lacht Becker, denn eigentlich wäre ihm Fußballprofi – sein anderes großes Hobby neben der Politik – noch lieber gewesen. Aber dafür habe es dann nicht gereicht, also ging Becker in die Politik. Zuvor war er Verwaltungsbeamter, bei der Kommunalaufsicht des Saarpfalz-Kreises lag sein Schwerpunkt. Und vor diesem beruflichen Hintergrund wurde er denn auch gleich rechtspolitischer, später innenpolitischer Sprecher seiner Fraktion und leitete auch die entsprechenden Landtagsausschüsse.

„Das war gleich zu Beginn meiner Abgeordnetentätigkeit eine große Herausforderung, aber auch eine große Ehre.“ Die Tätigkeit als innenpolitischer Sprecher brachte indes nicht nur Ruhm und Ehre. Becker galt als Hardliner, als „Rechtsaußen“ seiner Fraktion. „Der Rechtstaat muss heute mehr denn je Zähne zeigen“, unterstreicht Günter Becker. Er mache kein Hehl daraus, dass er sich zum eher konservativen Flügel seiner Partei zugehörig fühle, aber „ich habe weder für Rechts- noch für Linksradikale auch nur einen Funken Verständnis“, so sein Bekenntnis. Er habe sich immer den Wählern, seinen Wählern verpflichtet gefühlt, und auch zunächst immer nationalen Interessen. Und Becker zeigte immer klare Kante: „Ich stehe zu meinen Überzeugungen, auch wenn es dem einen oder anderen nicht so ins Konzept passte, oder wenn man mal keine gute Presse hatte. Ich bin überzeugt, dass in der heutigen, stromlinienförmigen Zeit, solche Typen nicht mehr so gefragt sind.“ Insofern hatte Becker auch am Anfang zumindest Probleme mit der Partei Die Linken. Becker spricht immer noch von einer „umlackierten SED“. Aber inzwischen ist sein Verhältnis unverkrampfter, er „kann“ durchaus auch mit Oskar Lafontaine. Auch sein Verhältnis zu den meisten Abgeordneten der SPD, dem Koalitionspartner, ist „insgesamt sehr gut“. Es gebe bei der Vielzahl der Kollegen immer welche, mit denen man mehr oder weniger sympathisiere, „wie im anderen Leben eben auch“. Und sein politisches Leben war auch ein Leben für den Sport. Becker war Mitglied der Sportplanungskommission, konnte auch den Bau vieler Sportanlagen im Saarpfalz-Kreis unterstützen. Er war bei allen größeren saarländischen Sportevents dabei, „das wird mir vielleicht fehlen“. Aber bereut, nein, bereut hat er seinen Entschluss, nicht mehr zu kandidieren, gewiss nicht. „Ich hätte mich sicher wieder aufstellen lassen können.“ Aber unter Berücksichtigung seiner persönlichen Situation, sei er zu diesem Entschluss gekommen.

„Und die Zeit jetzt ist für mich wie Urlaub. Ich genieße die Freizeit“, unterstreicht Becker. Ganz weg von der Politik ist er noch nicht ganz: Derzeit ist er als Berater seiner Partei mit tätig zur Vorbereitung der Koalitionsverhandlungen. Wichtig ist ihm am Schluss auch noch, dass „ich mich immer für jene eingesetzt habe, die meine Unterstützung brauchten. Ich konnte nicht allen helfen, aber ich habe es immer versucht. Darauf konnte man sich verlassen.“

Zum Thema:

Am Anfang nannten sie ihn „Mister Kreisel“, weil er sich auf Landesebene stark gemacht hatte für den Bau des Kreisels in Blieskastel. Zu seinen Verdiensten zählen unter anderem die Sanierung der Ortsdurchfahrt Niederwürzbach, die Sanierung des dortigen Feuerwehrhauses, der Bau des Busbahnhofs in Aßweiler, und auch beim Bau der neuen Würzbachhalle hat sich Becker große Verdienste erworben. Becker ist Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes St. Ingbert, ehrenamtlicher Aufsichtsratsvorsitzender der beiden vom DRK betriebenen Altersheime und zudem im Verwaltungsrat der Kreissparkasse Saarpfalz.




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