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Ottmar Gaa zeigt Dinge von unschätzbarem Wert für nachfolgende Generationen





Blickweiler
Ein Stück Heimatgeschichte
Ottmar Gaa zeigt Dinge von unschätzbarem Wert für nachfolgende Generationen

Von  Hans Hurth, 
30. November 2016, 02:00 Uhr
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Ottmar Gaa (links) zeigt Ortsvorsteher Walter Boßlet den uralten Bison-Hornzapfen. Foto: Hans Hurth
Mineralgesteine, Zähne eines vor Ort gefunden, ausgestorbenen Waldbisons und zwei Dorfbücher. Dies sind nur einige Besonderheiten, die Ottmar Gaa in der Blickweiler Kulturhalle in einer Vitrine ausstellt.

Eine Glasvitrine im Eingangsbereich der Kulturhalle Blickweiler weist auf die knapp 1050-jährige Vergangenheit des Ortes hin. Ottmar Gaa hat für die Nachwelt seltene Funde zur Verfügung gestellt, mit den beiden Dorfbüchern und Mineraliengestein bietet die Vitrine so ein Stück Heimatgeschichte. In dem 1600-Seelen-Ort Blickweiler gehört Ottmar Gaa zu den bekanntesten Bürgern, war der 87-Jährige doch über Jahrzehnte im Gemeinde-, Orts- und Stadtrat tätig. Seine große Liebe gehört den heimischen Vögeln und dem Natur- und Landschaftsschutzgebiet Bliesaue, für deren Einsatz Gaa mehrere Auszeichnungen erhielt. Beim Natur- und Vogelschutzverein, den er 1991 mit Mitstreitern gründete, ist Gaa Ehrenvorsitzender. Der engagierte Naturschützer drehte interessante Filme in der Bliesaue, fertigte Dias von den Vögeln, hielt Vorträge und schrieb in Fachzeitschriften. ,,Die Menschen bringen mir oft tote Vögel, gut 30 davon habe ich ausgestopft im Arbeitszimmer stehen als Ausstellungsstücke. So kann die Jugend lernen, wie artenreich die heimische Vogelwelt ist“, erkläret der Rentner, dessen Hobby das Sammeln von Mineralien ist. Bei dieser Suche gelang Ottmar Gaa 1985 in der Sandgrube an der Straße nach Ballweiler ein sensationeller Fund, der auf europaweite Beachtung stieß. „Ich fand zunächst zwei Hornzapfen, mehrere Zähne und Knochenreste“, erinnert er sich. Untersuchungen des Fundes im Geologischen Landesinstitut führten zur Identifizierung eines Bison schoetensacki (Waldbison), das Alter wurde dem geologischen Zeitabschnitt Pleistozän zugeordnet, der vor etwa 1,6 Millionen Jahren begann und vor 10 000 Jahren endete.

Lediglich in Mosbach/Wiesbaden und in Mauer/Heidelberg fanden sich in Deutschland ähnliche Fundstellen, auch Dieter Burgdörfer aus Blieskastel machte einen uralten Hornzapfen aus.

Originalbrocken Steinkohle

Bei Ottmar Gaa war der Hornzapfen, 32 Zentimeter lang, als Zeichen der Vergangenheit viel bestaunt, der Zapfen liegt jetzt im Vitrinen-Schrank der Kulturhalle. Dort ausgestellt hat Gaa zudem Versteinerungen aus dem Kalksteinbau des ehemaligen Kalkwerks Blickweiler, einen geschliffenen Jaspis, die Mutter aller Edelsteine, einen mehrfarbigen Achat sowie sogenanntes Katzengold, dies ist ein Pyrit mit goldgelber Farbe aus Eisen und Schwefel. Aus seiner früheren Arbeit auf der Grube Camphausen enthält die Sammlung die Stammfläche eines Siegelbaumes, weiter einen Originalbrocken Steinkohle sowie Baumreste mit verkohlter Rinde eines Schuppenbaumes.

Nicht fehlen dürfen die beiden Blickweiler Dorfbücher, die Gaa zusammen mit Edwin Bustert, Richard Spang, Hans Hurth, Hugo Wannemacher und Leo Feld vom Arbeitskreis Heimatgeschichte im Jahre 2000 herausbrachte. „Wie die beiden Bücher sind die seltenen Fundstücke für nachfolgende Generationen von unschätzbarem Wert“, freute sich Ortsvorsteher Walter Boßlet über das Stück Heimatgeschichte in der gesicherten Vitrine. Die Orts-Geschichte in der viel genutzten Halle ergänzen zwei große Wandgemälde von Hansi Schlachter und ein Holzwappen, geschnitzt von Karl-Heinz Stumpf.



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