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Hornissenvolk nutzte den Sommer zum Nestbau in einem Pflaumenbaum in Blickweiler





Blickweiler
Ein Riesennest im Baumwipfel
Hornissenvolk nutzte den Sommer zum Nestbau in einem Pflaumenbaum in Blickweiler

Von  Hans Hurth, 
19. Oktober 2016, 02:00 Uhr
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Wie von einem anderen Stern sieht das Hornissen- Nest, hoch im Pflaumenbaum in Günter Herzogs Garten in Blickweiler, aus. Foto: Hans Hurth

Foto: Hans Hurth
Seltene Gäste hat derzeit Günter Herzog aus Blickweiler. Hunderte von Hornissen haben sich in einem Vogel- Nistkasten niedergelassen, den Herzog in einem Pflaumenbaum aufhängte. Jetzt, Mitte Oktober, schlüpfen die jungen Königinnen und Männchen(Drohnen) und bieten ein besonderes Naturschauspiel.

Die Söhne Stefan und Hugo hatten Vater Günter Herzog im Frühjahr einen Vogel-Nistkasten geschenkt. „Meine Aufenthalte im Garten sollten mit Vogelgezwitscher noch naturnaher werden“, erzählte unserer Zeitung der 88- jährige pensionierte Rechtspfleger. Doch statt Vögel bauten Hornissen, die größte in Europa lebende Faltenwespe, den Nistkasten um. Wie dies von statten ging, hat Ottmar Gaa, Ehrenvorsitzender des Natur- und Vogelschutzvereins Blickweiler, unterm Dach seines Anwesens festgestellt – wiederholt bauen dort nämlich Hornissen ihr Riesennest.

„ So auch in diesem Jahr. Die Königin gründet im Frühjahr allein ein Nest, indem sie die erste Wabe und eine Schutzhülle aus einer papierartigen Masse aus zerkautem Holz fertigt“, hat Ottmar Gaa beobachtet. „In diese Wabe legt sie befruchtete Eier, daraus schlüpfen Larven, die sie selbst bis zur Verpuppung mit Insekten füttert. Aus den Larven entstehen Arbeiterinnen, die der Königin dann fast alle Arbeiten abnehmen.“

Die Arbeiterinnen eines Hornissennestes bauen untereinander eine Hierarchie auf, ähnlich der Hackordnung bei Hühnern. Hornissen können mit ihrem Volk umziehen, wenn ihnen der Hohlraum, in dem sich das Nest befindet, zu eng wird. Jetzt im Oktober, auf dem Höhepunkt der Volksentwicklung, schlüpfen junge Königinnen und Männchen. Allein die begatteten jungen Königinnen überwintern. „Der Rest des Volkes stirbt spätestens beim ersten harten Nachtfrost, wobei das alte Nest im nächsten Jahr nicht wieder besiedelt wird“, hat der Naturexperte festgestellt. Wie Gaa beobachtete, ernähren Hornissen ihre Brut von Fliegen, Wespen, Käfern, Heuschrecken, Spinnen und Raupen. Dabei könne ein gut entwickeltes Hornissenvolk pro Tag bis zu einem halben Kilogramm Insekten erbeuten. Erwachsene Tiere ernähren sich von Baum- und Pflanzensäften oder fressen in diesen Tagen Fallobst.

„Eine Hornisse kann ein wehrhaftes Tier sein, wenn es darum geht, ihr Nest zu verteidigen. Doch die Gefährdung für Menschen und deren Haustiere durch die Hornisse wird übertrieben“, sagt Gaa. Ein Hornissenstich werde schmerzhafter als der von einer Wespe empfunden, was auch mit der Größe des Stachels zusammenhänge.

„Allerdings ist ein Hornissenstich im Allgemeinen nicht tödlich, Ausnahmen gelten wie bei allen Insektenstichen für Allergiker.“ Wie das Hornissennest im Baum von Günter Herzog sind alle Nester neben dem Einflugloch an der Unterseite offen, denn die Tiere lassen ihren Kot einfach aus dieser Öffnung fallen. Hornissen stehen unter Naturschutz und auf der so genannten Roten Liste, daher dürfen bewohnte Nester nicht vernichtet werden.


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