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"Das Herz hat seinen besonderen Reiz"

"Das Herz hat seinen besonderen Reiz"
30.06.2012 00:01
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Für Professor Michael Böhm birgt das Herz nur wenig Geheimnisse. Er kennt alle Irrungen und Wirrungen des Organs. Foto: UKS/Lehmann

Homburg. In seiner Ansprache anlässlich der Verleihung würdigte Minister Stephan Toscani das wissenschaftliche und berufliche Engagement des Ausgezeichneten, der sich durch sein erfolgreiches Wirken große Verdienste um die Forschung und Wissenschaft im Saarland erworben hat
Homburg. In seiner Ansprache anlässlich der Verleihung würdigte Minister Stephan Toscani das wissenschaftliche und berufliche Engagement des Ausgezeichneten, der sich durch sein erfolgreiches Wirken große Verdienste um die Forschung und Wissenschaft im Saarland erworben hat. Das wissenschaftliche Arbeitsgebiet von Professor Böhm umfasst die Herzinsuffizienz bis hin zur interventionellen Kardiologie. Die große Zahl von mehr als 350 Publikationen und fast 400 Übersichtsarbeiten zeigen seine außergewöhnliche Aktivität im wissenschaftlichen Bereich auf nationaler und internationaler Ebene. SZ-Redakteurin Christine Maack sprach mit Professor Böhm über seine Auszeichnung.

Was bedeutet Ihnen die Auszeichnung?

Böhm: Ich habe mich darüber sehr gefreut, besonders weil der Vorschlag auf Aktivitäten in der Versorgung von Patienten, wissenschaftlichen Arbeiten und ehrenamtlichen Tätigkeiten beruht. Es ist für mich eine besondere Freude, dass das Bemühen im Saarland wertgeschätzt wird. In diesem Sinne hat mich die Auszeichnung besonders bewegt.

Sie gelten, auch aufgrund Ihrer Publikationen, als unbestrittener Fachmann in der internationalen Kardiologie. Wollten Sie schon immer auf diesem Gebiet arbeiten?

Böhm: Nein, das Herz ist mit quasi zugefallen. Ich kam als Student eigentlich eher aus der Richtung Biochemie und Pharmakologie, aber alle Forschungsthemen, die mir wichtig erschienen, hatten stets mit dem Herzen zu tun. Und so bin ich dabei geblieben. Das Herz ist für mich bis heute das interessanteste und lebendigste Organ des Körpers.

Tatsächlich?

Böhm: Na ja, ich will dabei nichts gegen das Gehirn gesagt haben. Oder etwa gegen die Leber. Auch hier ist eine gute Funktion unbestritten von Vorteil.

Sie sind auch als Hochschullehrer bei den Studenten sehr geschätzt. Was geben Sie ihnen mit auf den Weg?

Böhm: Die elementare Voraussetzung für gute Forschung und gute Medizin muss die Begeisterung an der Arbeit sein. Nur mit Freude und Spaß kann man auch Erfolge erzielen, sonst wird das nichts. Die medizinische Forschung ist für mich nach wie vor das faszinierendste Gebiet, dem man sich widmen kann. Es ist breit gefächert, es ist unglaublich interessant, es bietet den Studenten alle Möglichkeiten der Entfaltung.

Sie kamen vor zwölf Jahren nach Homburg und sind noch immer hier, trotz einiger Möglichkeiten des Weggangs. Was hält Sie im Saarland?

Böhm: Ich habe hier ein intaktes Arbeitsfeld, eine gute Gruppe aus Ärzten und Forschern gebildet, es macht Spaß, die jungen Leute auszubilden. Außerdem hat mir das Saarland das Vertrauen entgegengebracht, diese Klinik zu leiten. Das war wichtig, um eine gute Arbeitsgruppe aufzubauen. Es entspricht nicht meiner Vorstellung von Loyalität, diese Erfolge, die ich auch meiner Homburger Gruppe zu verdanken habe, an einem anderen Ort für mich persönlich auszunutzen.

Zur Person

Michael Böhm studierte in Hannover Humanmedizin. Nach einem Studienaufenthalt an der Tufts University in Boston promovierte er 1984. Anschließend war er als wissenschaftlicher Assistent am Universitäts-Krankenhaus Eppendorf in Hamburg und in München, Klinikum Großhadern, tätig. Nach seiner Anerkennung als Arzt für Innere Medizin und Habilitation 1993 wurden ihm als Heisenberg-Stipendiat mehrere Forschungsaufenthalte im Ausland ermöglicht, bevor er auf eine C3-Professur für Innere Medizin und Kardiologie an die Universität Köln berufen wurde. Nach der Anerkennung für spezielle internistische Intensivmedizin erhielt er den Ruf auf die C4-Professur für Innere Medizin mit Schwerpunkt Kardiologie/Angiologie an die Universität des Saarlandes in Homburg. Im Oktober 2000 wurde er zum Direktor der Klinik für Innere Medizin III in Homburg berufen. red

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