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Saarlouis

Saarlouis entdeckt die Insel neu

Pferdetrainer Günther Fröhlich lässt acht Hengste im Wallgraben des Saarlouiser Stadtgartens traben


Von SZ-RedakteurJohannes Werres, 14.05.2013 00:00
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Diese beiden Friesenpferde schauten sich schon mal in der Festung um: Links Kimmy, gehalten von Nora Eisenlauer, mit Sabine Schmitt, und rechts Mayke mit Kulturamtsleiterin Heike Breitenmoser (außen). Kimmy und Mayke kommen vom Zuchtgestüt Weihermühle. Ein Teil der Festungstage wird sich im renovierten Magazin (rechtes Bild) abspielen. Fotos: Sascha Schmidt
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Vauban-Insel mit Maréchal Ney von der Altarm-Brücke aus gesehen. Foto: Stadt Saarlouis Foto: Stadt Saarlouis
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Barock-Reiterin, wie sie mit Günther Fröhlich in Saarlouis auftritt. Foto: Sabine Hafner Foto: Sabine Hafner
Zwölf barocke Friesenpferde werden den Zuschauern am Sonntag, 8. September, in zwei Aufführungen präsentiert: ein Höhepunkt der 1. Saarlouiser Festungstage. Sowohl einen international bekannten Pferdetrainer als auch eine regionale Friesenzüchterin konnte man für das Event gewinnen.
Fast alles bei den 1. Saarlouiser Festungstagen spielt sich auf der Vauban-Insel im Saaraltarm und im Graben im Stadtpark ab. Zugpferd sind „Barocke Festspiele“ am Samstag, 7. September, und am Sonntag, 8. September. Da kommen Friesen-Pferde, wie sie vom barocken Adel geschätzt wurden, zu Vorführungen (siehe unten). Es gibt Musik, Tanz, Kutschfahrten und Fechtkämpfe. Der Eintritt ist wie meistens frei.

Heike Breitenmoser und Sabine Schmitt vom Kulturamt haben das Programm ganz eng an die französisch-preußische Festung geschmiegt. Im Juni und im Juli nutzt die Saarlouiser TanzS.A.L. mit Andreas Lauck das Gelände um das Gebäude auf der Insel, für Tanzvorführungen verschiedener Ensembles. Francisco Moreira aus Brasilien und das Tanztheater Family haben eine Choreografie eigens für die Festungstage entwickelt (7. Juli).

An sechs Sonntagen kann das Publikum auf der Insel unter dem Motto „Chant'île Vauban“ Chansonabenden lauschen, die französisch gefärbt sind (am 18. August mit Saarbruck Libre).

Ein Experiment wagt Georg André: Der Leiter der Stadtbibliothek lädt am Wochenende 10./11.August zur „1. Lese-Lounge“ ein. Er bringt Bücher, Sitzgelegenheiten und Leseatmosphäre auf die Insel. Die Briefmarkensammler stellen am Wochenende 17./18. August auf der Insel Saariva-Sondermarken zu den Festungstagen und einen Sonderstempel vor.

Integriert in die Festungstage sind: die bereits bekannte, etwas verkürzte „Wall-Partie“, bei der sich alle Stadtteile sportlich-kreativ vergleichen (18. August), sowie das Kulturpicknick „Pique-nique culturel“. Ebenso das Rock-Wall-Konzert (Sonntag, 17. August, mit dem Gewinner des Deutschen Rockpreises 2012, Jessy Martens und Band).

Ein eigenes Programm „Sommerakademie“ hat die Volkshochschule (VHS) Saarlouis aufgelegt: zum Beispiel eine Fotoexkursion am Saaraltarm (fünf Termine, ab 9. Juli) oder einen Malkurs (29. Juli bis 2. August, mit Susanne Fritzen) auf der Vauban-Insel.

Im Juni (Eröffnung 5. Juni) zeigt Claus Zöllner im Gebäude der Insel Skulpturen von Michel Serraz aus Paris.

Ein Wissenschaftsforum am 19. Oktober schließt die Festungstage ab. Fachleute aus Belgien, Luxemburg, Frankreich und Deutschland untersuchen, wie das Leben innerhalb von Festungen der Region organisiert war. Organisator ist Benedikt Loew, der Leiter des städtischen Museums.

Bis eine Stunde nach Ende der Veranstaltungen gibt es auch eine kleine Gastronomie.

„Neben der Emmes ein Baustein zur optimalen Wirtschaftsförderung“, nennt OB Roland Henz die Festungstage. Er rechnet mit vielen auch auswärtigen Besuchern, die die paar Schritte rüber in die Innenstadt gehen werden. Denn „alles auf kleinstem Raum“ hebe Saarlouis von anderen ab.

Info: Flyer „Festungstage“ und „VHS-Sommerakademie“ im Rathaus.

Der international auch als „Friesenpapst“ bekannte Pferdetrainer Günther Fröhlich wird im Wallgraben eine Show mit acht seiner Hengste vorführen. Die Friesen werden laut Sabine Schmitt vom Amt für Kultur unter anderem Lektionen der klassischen Dressur wie zum Beispiel Pirouetten darbieten. „Außerdem werden sich jeweils zwei Pferde gegenüberstehen und Bewegungsabläufe so synchron durchführen, dass sie wie Spiegelbilder wirken“, erklärt sie. Günther Fröhlich ist mit seinen Pferden unter anderem durch Auftritte bei „Wetten, dass...?“, in Arnold-Schwarzenegger-Filmen, in Musicals und durch die Überbringung des olympischen Feuers bei den Winterspielen bekannt.

Bei einer zweiten Inszenierung wird Nora Eisenlauer vier ihrer Friesen vom Zuchtgestüt und Gästehaus Weihermühle in Schmelz vorstellen. In barocken Kostümen, die sie selbst entworfen und genäht hat, wird sie den Zuschauern gemeinsam mit anderen Reitern Geschichten vorführen und demonstrieren, wie das Reisen, Handeln und Leben zu Pferd damals funktionierte.

Friesen waren laut Eisenlauer in der Barock-Zeit, also der Erbauungszeit der Vauban-Festung Saarlouis, besonders bei Edelleuten und Rittern beliebt. Dank ihres kräftigen Körperbaus haben sie Ritter mit ihrer schweren Rüstung problemlos tragen können.

Mit dem Zuchtgestüt Weihermühle hat sich Eisenlauer einen Traum erfüllt, sagt sie. Vor wenigen Jahren hatte die Familie Eisenlauer das Anwesen erworben und renoviert. Das Gästehaus ist das bislang einzige im Saarland, das mit vier Sternen der G-Klassifizierung der DEHOGA ausgezeichnet wurde.

Zurzeit leben elf Pferde auf dem Zuchtgestüt. Vier von ihnen, darunter die zehnjährige Kimmy und die zwölfjährige Mayke, wird die Züchterin im September vorstellen.Die Vauban-Insel („Halwer Mond“) diente wohl zur Verbesserung des Flankenschutzes der Schleusenbrücke. Der Bau der Insel „Contregarde de l'ecluse“ begann 1689. „Contregarde Vauban“ nannten es ab 1821 die Preußen, wie Stadtplaner Jürgen Baus erklärt. Das Magazingebäude auf der Insel ist preußisch. Sein Mittelteil wurde in den 1970ern abgerissen und für eine Gastronomie neu aufgebaut. Das Gebäude wurde jüngst mit Geld des Konjunkturpakts II saniert.
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