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Vorhandene Kooperationen mit Frankreich sollen ausgebaut werden





Saarbrücken
Bei der Sprache funktioniert die Strategie
Vorhandene Kooperationen mit Frankreich sollen ausgebaut werden

Von  Hélène Maillasson, 
19. Oktober 2016, 02:00 Uhr
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Bei der zweiten Phase der Frankreich-Strategie geht es mehr um die Konsolidierung von bereits existierenden Projekten als um neue Ansätze. Akteure der Zivilgesellschaft können konkrete Ideen beim zweiten „Runden Tisch“ einbringen.

In der deutschen Botschaft in Paris, bei der Europäischen Kommission in Brüssel und neulich beim Besuch der saarländischen Delegation in der Normandie kennt man die Frankreich-Strategie. Somit ist das Saarland während der ersten Phase des Projekts seinem Ziel der Profilierung als Kernkompetenz-Land für Frankreich einen Schritt nähergekommen. Darüber freut sich Europaminister Stephan Toscani (CDU). „In Frankreich ist das Saarland die erste Wahl, wenn man den Kontakt zu Deutschland sucht“, sagte er bei einer ersten Bilanz vor Medienvertretern. Auch im innerdeutschen Wettbewerb mache die Strategie das Saarland attraktiv. Das zeigt zum Beispiel der hier bundesweit einmalig angebotene Grundschullehramt-Studiengang mit verbindlichem Schwerpunktfach Französisch. Im Startjahr 2015 meldeten sich aus ganz Deutschland 600 Bewerber auf nur 70 Plätze.

Gerade im Bereich Sprache hat die erste Phase der Strategie einiges bewirkt. Die Zahl der bilingualen Kitas (200 von 460) und Grundschulen ist seit 2015 gestiegen. In 47 von 162 Grundschulen wird Französisch ab Klasse 1 gelernt und in fünf auch Sport, Musik und Kunst auf Französisch unterrichtet.

Das Arbeitsprogramm für die zweite Phase der Strategie (2017/2019) sieht den neuen Studiengang „Triprimar“ mit Schwerpunkt Französisch vor, dessen Absolventen auch an Schulen in Lothringen und Luxemburg arbeiten dürften. Ebenso will das Europaministerium in Zusammenarbeit mit dem Landessportverband Vereine bei ihrer Kontaktaufnahme in Lothringen begleiten.

In den anderen Bereichen sieht das Arbeitsprogramm (Feuille de route II) statt neuer Projekte eine Vertiefung der bereits angestoßenen Kooperationen vor. In der grenzüberschreitenden Berufsausbildung soll die aktuelle Zahl der Lehrlinge (13) erhöht werden. Im Kulturbereich weitet man den Austausch von saarländischen und lothringischen Künstlern für Schulen aus. Toscani erklärte, dass das Umweltministerium enger mit den französischen Behörden und Messstellen zusammenarbeiten wird, um Schadstoffermittlungen beiderseits der Grenze zu ermöglichen. Außerdem will Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) im Januar bei einer „Frankreich-Konferenz“ in Saarbrücken ihren Amtskollegen aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg Impulse für den Kontakt mit der Nachbarregion „Grand Est“ geben.

Auch im Bereich Wirtschaft und Arbeitsmarkt sollen die Kooperationen mit dem Nachbarland verstärkt werden, die aber in vielen Fällen bereits vor der Frankreich-Strategie existiert haben, wie zum Beispiel den Austausch der Handwerkskammer mit der Normandie. „Vieles ist ja nicht neu, aber es geht um die Verdichtung dieser Angebote“, sagte Toscani. Bei einem zweiten „Runden Tisch Frankreich-Strategie“ sollen Akteure der Zivilgesellschaft weitere Vorschläge einbringen.

Dass das Label Frankreich-Strategie und vor allem die dazu gehörenden Maßnahmen bei den Saarländern noch zu wenig bekannt sind, gab Toscani zu. Sie müssten merken, was diese Ausrichtung in ihrem Alltag konkret bedeutet. Dann wird die Frankreich-Strategie vielleicht nicht nur in Paris und Brüssel wahrgenommen, sondern auch in Saarbrücken.



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