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Melania Trump und das Gerede ihres Mannes





New York
Melania Trump und das Gerede ihres Mannes
Von   Agentur, 
19. Oktober 2016, 02:00 Uhr
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Melania Trump

Donald Trump trifft nicht die Hauptschuld für seine sexistischen Aussagen. Das meint seine Frau Melania vor dem dritten TV-Duell. Sie macht den Gesprächspartner ihres Mannes verantwortlich. Er habe ihn dazu „angestachelt“.

Für Donald Trump läuft es derzeit richtig schlecht. Nun holt seine Ehefrau Melania zum Gegenangriff gegen die Medien und das Clinton-Lager aus. Auch die 46-Jährige wittert eine große Verschwörung. Seine frauenfeindlichen Aussagen seien doch ganz normales „Gerede unter Jungs“ gewesen. Er sei von dem Moderator Billy Bush dazu angestachelt worden, „dreckige und schlimme Sachen zu sagen“, sagte das aus Slowenien stammende Ex-Model CNN. Bush ist der Cousin des Altpräsidenten George W. Bush – und seit dem Publikwerden des Gesprächs nicht mehr Angestellter des Senders. Es war das erste Mal, dass Melania Trump zu den sexistischen Kommentaren ihres 70-jährigen Mannes öffentlich das Wort ergriff. In dem Video, das am 7. Oktober verbreitet wurde, hört man ein Gespräch zwischen Trump und Bush, das sie im Jahr 2005 während einer Busfahrt geführt hatten. Damals waren Donald und Melania Trump seit weniger als einem Jahr verheiratet.

Der Unternehmer brüstet sich darin in vulgären Worten damit, dass er es sich als „Star“ erlauben könne, Frauen unvermittelt zu küssen oder ihnen zwischen die Beine zu fassen. Er beschreibt auch einen Versuch, eine verheiratete Frau zu verführen. Melania Trump hatte die Äußerungen bereits kurz nach ihrem Bekanntwerden als inakzeptabel bezeichnet, ihrem Mann aber verziehen. Bislang beschränkte sie sich auf schriftliche Erklärungen. Ohnehin tritt das frühere Model selten im Wahlkampf auf, auch Interviews sind rar, politisch Stellung bezieht sie fast nie.

Ihre Auftritte bei CNN und Fox News waren nun ein Versuch des Trump-Lagers, von den negativen Schlagzeilen abzulenken. Trump hat die schlechteste Woche in seinem Wahlkampf hinter sich. In Umfragen führt seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton deutlich. In den vergangenen Tagen beschuldigten mehrere Frauen Trump, sie sexuell belästigt zu haben – etwa, indem er sie unvermittelt geküsst oder begrapscht habe.

Der 70-Jährige wies die Vorwürfe als unwahr zurück. Seine Frau Melania sagte, sie glaube ihrem Mann: „Das wurde alles vom (politischen) Gegner organisiert.“ Die Aussagen der Frauen bezeichnete sie als Lügen. Dass ihr Mann die Vergangenheit von Ex-Präsident Bill Clinton hingegen zum Thema mache, sei fair. Der Republikaner hatte in der vergangenen Woche eine Pressekonferenz mit Frauen gegeben, die Clinton sexueller Übergriffe bezichtigen. „Sie haben meine Vergangenheit aufgebracht, warum nicht?“, sagte Melania Trump Fox News. Im Wahlkampf tauchten immer wieder Nacktfotos aus ihrer Zeit als Model auf.

Mit Spannung wird erwartet, wie sich Trump im TV-Duell (in der Nacht zu Donnerstag, hierzulande um 3 Uhr) gegen seine demokratische Konkurrentin schlägt. Es ist das letzte Mal, dass die Kandidaten vor der Wahl am 8. November direkt aufeinander treffen. Ob seine Frau Melania Donald Trump mit den Fernsehinterviews tatsächlich einen Gefallen getan hat – oder doch vielmehr geschadet hat –, wird sich also bald schon zeigen. Donald Trump kann es nur hoffen.



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