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Darum war der BVB das Ziel





Frankfurt
Darum war der BVB das Ziel
Daniel Schnettler,  22. April 2017, 02:00 Uhr
Die Fußball-Aktie ist längst nicht mehr nur das Liebhaber-Stück, das sie mal war.

(dpa) Der BVB ist der einzige deutsche Fußballverein, der den Gang aufs Börsenparkett gewagt hat. Seit dem Handelsstart im Jahr 2000 hat der Aktienkurs abenteuerliche Bewegungen hinter sich. Was den Attentäter Sergej M. anlockte, versuchen folgende Fragen und Antworten zu klären.

Warum ging der BVB an die Börse, und was hat es ihm gebracht?

Borussia Dortmund hatte sich vom Börsengang vor 17 Jahren den finanziellen und damit auch sportlichen Befreiungsschlag erhofft. Umgerechnet rund 140 Millionen Euro spülte der Verkauf von Aktien in die klamme Vereinskasse. Das Geld wurde in teure Spieler gesteckt, doch die Erfolge blieben aus. 2005 stand der Verein kurz vor der Pleite – das schreckte andere Vereine von der Börse ab.

Wie entwickelte sich der Kurs?

Von anfangs elf Euro das Stück stürzte die Aktie bis 2009 auf nicht einmal mehr einen Euro. „Unter Trainer Jürgen Klopp ist der Erfolg wieder gekommen, das hat natürlich die Attraktivität der Aktie verbessert“, sagt Marcus Silbe von der Investmentbank Oddo Seydler. Der Erfolg spiegelt sich seither auch im Kurs wider: Zuletzt kostete eine Aktie wieder gut 5,50 Euro.

Stürzte sie durch den Anschlag ab?

Nur kurzzeitig und auch nicht besonders deutlich. Nach der gestrigen Festnahme des Tatverdächtigen kletterte das Wertpapier bis mittags von 5,46 Euro um knapp vier Prozent auf 5,58 Euro.

Ist die BVB-Aktie nur was für Zocker und Fans?

Früher galt sie als „Zockerpapier“ oder „Liebhaberaktie“. Mittlerweile gilt das Unternehmen BVB als interessant, seine Aktie ist gar im SDax notiert, einem der vier großen deutschen Indizes. Hauptaktionär des BVB ist der Hauptsponsor Evonik. Er besitzt knapp 15 Prozent der Anteile. Weitere große Aktienpakete halten der Unternehmer Bernd Geske, die Versicherung Signal Iduna, der Sportartikel-Konzern Puma und der Verein Borussia Dortmund selbst. Gut 60 Prozent der Aktien sind im Streubesitz, also auf viele kleinere Aktionäre verteilt.

Gibt es andere Fußball-Clubs an der Börse?

In Deutschland nicht, auch wenn der FC Bayern München eine Aktiengesellschaft ist. International gibt es einige Beispiele. Das bekannteste ist Manchester United.







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