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Report zeigt aber auch steilen Anstieg der Neu-Erkrankungen und Todesfälle





Berlin/Saarbrücken
Krebskranke leben heute deutlich länger
Report zeigt aber auch steilen Anstieg der Neu-Erkrankungen und Todesfälle

afp/dpa/SZ,  30. November 2016, 02:00 Uhr
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Krebs – diese Diagnose ist für jeden Betroffenen ein Schock. Doch dank neuer Therapien haben heute viele Patienten eine gute Überlebens-Chance. Das zeigt der erste bundesweite Krebs-Bericht.

In Deutschland sterben heute mehr Menschen an Krebs als vor drei Jahrzehnten. Zugleich haben Tumor-Patienten jedoch eine spürbar höhere Lebenserwartung. Grund dafür sind neue Therapien. Das zeigt der erste bundesweite Krebs-Bericht, der gestern in Berlin vorgestellt wurde. Menschen, die einem Krebsleiden erliegen, haben heute im Schnitt ein Alter von 74 Jahren erreicht – das sind vier Jahre mehr als noch 1980. Auch die Zahl derer, die mit Krebs oder einer überstandenen Krebs-Erkrankung leben, nimmt zu. Derzeit haben rund vier Millionen Menschen in Deutschland schon einmal in ihrem Leben diese Diagnose erhalten. „Die Überlebensraten in Deutschland gehören zu den höchsten in Europa“, sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU).

Zugleich steigt allerdings auch die Zahl der Neuerkrankungen: Zwischen 1970 und 2013 verdoppelte sie sich fast auf etwa 482 500 Fälle. Auch sterben heute insgesamt mehr Menschen an Krebs. Im Jahr 2014 waren es etwa 224 000 gegenüber rund 193 000 Todesfällen im Jahr 1980. Wesentliche Ursache dafür ist nach Angaben der Experten die Alterung der Gesellschaft: Für fast alle Krebsarten steigt das Risiko einer Erkrankung mit zunehmendem Lebensalter. Rechne man den Alterseffekt heraus, sei bei einigen Krebsarten eine Trendwende zu beobachten, so der Bericht. Rückläufig ist demnach zum Beispiel Lungenkrebs bei Männern, weil auch die Zahl der Raucher sinkt. Rückgänge gab es auch bei Magen- und Darmkrebs.

Auch regionale Unterschiede zeigt der Bericht auf. So hat sich im Saarland die Zahl der tödlichen Leberkrebs-Fälle bei Männern seit 1990 fast verdoppelt. Bei den Saarländerinnen liegt die Sterblichkeit bei Lungenkrebs etwa doppelt so hoch wie in Süddeutschland.

Eine große Zahl der Krebsfälle wäre nach Angaben der Experten vermeidbar – weltweit ist die Rede von 30 Prozent. Hierzulande sei jeder fünfte Krebs auf Rauchen und Alkoholkonsum zurückzuführen, so der Bericht. Weitere Risikofaktoren sind demnach Übergewicht, zu wenig Bewegung und zu hoher Fleischkonsum.



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